Jahrgang 
31-52 (1863)
Seite
813
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daß er ihr einen Backenſtreich gab.

Vierte fuhr hinweg und kam in ein Land und ward da Diener eines Herrn und diente dem Herrn und ſeiner Frau ſo wohl, daß ſie ihn gar lieb und werth hatten, und er that, wie ihn ſein Vater geheißen hatte: ſo er ſeine Frau und ſeinen Herrn betrübt ſah, ſo war er auch betrübt, ſo er ſie fröhlich ſah, ſo war er auch fröhlich.

Nun war ein anderer Diener auch dort an deſſelben Herren Hof, der war roth; den verdroß es gar ſehr, daß dieſer Jüngling ſo werth dort am Hofe war und daß ihn der Herr und ſeine Frau ſo lieb hatten, und er gedachte, wie er dieſen Jüngling möchte verleiten gegen ſeinen Herrn, und er hatte wahrgenommen, wie dieſer Jüngling allezeit traurig war, wenn ſein Herr und ſeine Frau traurig waren, und er ging zu ſeinem Herrn und ſprach:Herr, ich bin Euch Treue ſchuldig, ich muß Euch billig bewahren vor Eurem Schaden, wo ich den weiß, und ſprach:Herr, da iſt Euer Diener, jener Jüngling, dem Ihr da ſo zugethan ſeid; ſo ſollt Ihr wiſſen, daß er mit Eurer Frau zu ſchaffen hat, und das hab' ich wohl wahrgenommen. Da ſprach der Herr:Dies kann ich nicht glauben, dazu vertrau ich ihm zu wohl mit Leib und Leben. Da ſprach der Rothe:Herr, ich will es Euch beweiſen, daß Ihr ſelbſt merkt, daß es wahr iſt.Wie kann ich das merken? ſprach der Herr. Da ſprach der Rothe: Herr, da ſollt Ihr mit Euerer Frau einen Streit anheben und ſollt ihr einen Backenſtreich geben, daß ſie betrübt werde:

ſo merkt Ihr, daß jener Jüngling Leid und Ungemach und

Unmuth mit ihr hat. Der Herr that alſo und hob einen Streit mit ſeiner Frau an, und der Streit ward ſo ſtark, Und da er die Frau ge⸗ ſchlagen hatte, ſo ward die Frau traurig und ungemuth. Der Herr achtete darauf, wie der Jüngling, ſein Diener, ſich benehmen würde. Da ſah er, daß der Jüngling auch gar traurig und ungemuth war, wie ihn ſein Vater gelehrt hatte. Der Herr, der erſchrak und dachte, daß es wahr wäre, wie ihm der Rothe geſagt hatte. Da kam der Rothe zu dem Herrn und ſprach:Herr, wie dünkt Euch nun? hab' ich wahr geſagt oder nicht? Da ſprach der Herr:Es iſt wahr, es dünkt mich nach ſeinem Benehmen. Nun rathe, ſprach der Herr zum Rothen,was wir mit ihm thun, daß wir ſeiner ledig werden und ihn tödten. Der Rothe ſprach: Herr, da will ich Euch einen guten Rath dazu geben. Ihr habt einen Kalkofen hier in der Nähe liegen, da ſollt Ihr ſen⸗ den nach den Ofenknechten und ſollt ihnen befehlen: der Erſte, der morgen müh zu ihnen komme Euretwegen und zu ihnen ſpreche, ob ſie gethan hätten, was Ihr ſie geheißen habt, daß ſie denſelben nehmen und ihn vorwärts in den Ofen ſtoßen und ihn verbrennen, er ſei, wer er ſei, und gebietet ihnen das bei Eueren Hulden. Und wenn Ihr ihnen das befehlt, ſo ſendet dann dieſen Jüngling dahin, ſo werdet Ihr ſeiner ledig. Der Herr ſprach:Du haſt mir wohl und recht gerathen.

Der Herr ſandte nach ſeinen Ofenknechten und ſprach

zu ihnen:Ihr Männer, ich gebiete euch bei meinen Hul⸗ den und bei euerem Leibe und bei euerem Leben, der Erſte, der morgen früh zu euch kommt vor den Ofen und ſpricht zu euch:habt ihr gethan, was euch mein Herr befohlen hat? daß ihr den dann nehmt und ihn verbrennt in dem Ofen, er ſei, wer er wolle. Und wiſſet, thut ihr das nicht, daß ihr darum ſterben müßt. Sie ſprachen:Herr, das werden wir thun, und gingen wieder heim zum Ofen. Des Mor⸗ gens früh, da ſprach der Herr zu dem Jüngling, ſeinem Knechte:Geh hin zu dem Kalkofen und ſprich zu den Ofen⸗ knechten, ob ſie gethan haben, wie ich ihnen geſtern befahl.

Folge.

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Der Jüngling ſprach:Herr, ich thu's, und ſetzte ſich auf ſein Pferd und ritt hin und wollte nach dem Ofen. Und da er auf die Straße kam, da hörte er in einer Kapelle, die an der Straße ſtund, läuten zur Meſſe. Da gedachte er an ſeines Vaters Lehre, daß er täglich ſollte eine Meſſe hören, und dachte:Geh in die Kapelle und höre die Meſſe, du kommſt dann noch zeitig genug dahin, und ging in die Kapelle und hörte die Meſſe.

Hierbei, während er die Meſſe hörte, begab es ſich, daß es ſich etwas lange hinzog der Meſſe wegen; da gedachte der Rothe, daß er jetzt wohl verbrannt wäre, und ſprach:Herr, ich will reiten zum Ofen und will zuſehen, wie es dieſem er⸗ gangen ſei, und ritt hin zum Ofen. Doch da war der Jüng⸗ ling noch nicht zum Ofen gekommen, weil ihn die Meſſe auf hielt. Und da der Rothe zum Ofen kam, da ſprach er zu den Ofenknechten:Ihr Männer, habt ihr gethan, was euch mein Herr befohlen hat? Sie ſprachen:Nein, wir haben es noch nicht gethan, wir wollen es aber thun, und nahmen den Rothen und ſtießen ihn vorwärts in den Ofen. Er ſchrie gewaltig und ſprach, er wäre der nicht. Die Knechte ſprachen, ſie wüßten wohl, was ihr Herr ſie geheißen hatte, das wollten ſie auch thun. Der Rothe ward verbrannt.

Da war die Meſſe geſprochen, die der Jüngling da hörte in der Kapelle, da ſetzte er ſich auf ſein Pferd und ritt hin zum Ofen und wollte ſeine Botſchaft ausrichten, wie ihn ſein Herr geheißen hatte. Da er zum Ofen kam, da ſprach er zu den Knechten:Ihr Männer, habt ihr gethan, was euch mein Herr befohlen hat? Sie ſprachen:Ja, wir haben es gethan: er liegt in dieſem Ofen hier und brennt im Feuer. Der Jüngling ſprach:Wer brennt im Feuer? Sie ſprachen:Das thut der Rothe. Der Jüngling, der erſchrak und gedachte, daß es über ihn ergehen ſollte, und dachte da bei ſich ſelber:Herr im Himmelreich, wie mag dies kommen? Nun weiß ich doch nichts an mir, womit ich das verſchuldet habe. Wie mag das kommen? und dachte: darum will ich doch meinen Herrn nicht fliehen, da ich nichts an mir weiß, und kam wieder heim.

Da ihn der Herr erſah, da erſchrak der Herr gar ſehr und gedachte da, daß es übel ausgegangen war, und ſprach zum Jüngling, wie es ausgegangen. Da ſprach der Jüng⸗ ling:Herr, da haben ſie den Rothen verbrannt in dem Ofen. Da ſprach der Herr:Wie kommt das, daß der Rothe verbrannt iſt? es ſollte doch Dir geſchehen ſein! Wa⸗ rum ſäumteſt Du Dich, daß er eher dahin kam, als Du? Da ſprach der Jüngling:Herr, das will ich Euch ſagen. Da ich auf die Straße kam, da hörte ich läuten zur Meſſe in ei⸗ ner Kapelle, die dort am Wege ſteht. Da dachte ich:Höre die Meſſe, du kommſt dann noch recht gut zum Ofen, und hörte die Meſſe; inzwiſchen kam der Rothe zum Ofen, und ich will Euch ſagen, Herr, wie das kam, daß ich die Meſſe hörte. Da ich von meinem Vater ſchied, da empfahl er mir zwei Dinge, daß ich die thun ſollte allezeit. Das eine das war: wohin ich immer käme in den Dienſt, wenn ich dann meine Herrſchaft traurig und ungemuth ſähe, ſo ſollte ich mit ihnen traurig ſein, wenn ich ſie aber wohlgemuth ſähe, ſo ſollte ich mit ihnen fröhlich und wohlgemuth ſein. Das an⸗ dere war, daß ich niemals einen Tag ſollte hingehn laſſen, ich ſollte alle Tage eine Meſſe hören, wenn ich es thun könnte. Da ich da hörte zur Meſſe läuten, da gedachte ich an meines Vaters Lehre und hörte die Meſſe. Und da der Herr des Jünglings Rede vernahm von den zwei Sachen, die ihm ſein Vater empfohlen hatte, da gedachte er, daß er eine rechte Sache vollführt hatte; das Trauern, das er da