Jahrgang 
31-52 (1863)
Seite
811
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Ein Mias Papan von rieſiger Größe ſchleicht durch die Geſträuche heran. Derwilde Mann der Wälder iſt ein ſchreckliches Zerrbild des Menſchen. Hoch oben in den Bäumen baut er ſich ein Flecht⸗ werk, eine Art Haus und lebt dort mit Frau und Kindern. Er äußert Töne, welche die Vorſtellung von einer unvollkommenen Sprache wecken. Ohne Frage hat er eine gewiſſe Anzahl von Begriffen, die ſeinem Geſchlechte eigenthümlich ſind. Die Araber erkennen ihm ſogar ein dunkles religiöſes Gefühl zu, und behaupten, daß er mit ſeines Gleichen beim Vollmonde Zuſammenkünfte halte und vor dem Ge⸗ ſtirne ſich verneige und gebehrde. In der Nähe des Dorfes der Dajaks treibt er ſich lauernd umher, tritt den Bewohnern entgegen, einen Knittel in der Fauſt, ſtiehlt die Frauen und beſteht verzweifelte Kämpfe mit den Männern.

Der Mias erblickt das in halber Bewußtloſig⸗ keit hingegoſſene Weib. Verſtohlen nähert er ſich ihr, wirft ſich plötzlich auf ſie, umklammert ſie mit ſeinen langen Armen und rieſigen Händen und hält ſie mit ſeinen gewaltigen Füßen feſt. Der Ueberfall ſchreckt die Dame auf. Ein gräßliches Entſetzen er⸗ greift ſie. Die fürſtliche Frau eines Ungeheuers Beute! Der Geiſt aller ihrer Väter wird in ihr le⸗ bendig.(!) Mit einer Anſtrengung, des beſten Man⸗ nes würdig, ſchüttelt ſie die dumpfe Erſtarrung von ſich ab. Sie weiß den Dolch aus dem Kniegürtel zu ziehen, ſie ſtößt zu. Der Unhold hebt den Kopf und zeigt ihr grimmig fletſchend die Zähne, aber läßt ſie nicht los. Sie ſtößt wieder. Wildheulend rollt er mit ihr hin und her auf den ſchlüpfrigen Raſen nach dem Abgrunde hin; ſie fühlt ſeine Kral len in ihrem Fleiſche. Unverzagt ſtößt ſie nochmals. Mit weit aufgeriſſenen Augen und hervorgeſtreckter Zunge überſchlägt das Thier ſich mit ihr. Sie ge⸗ rathen ins Gleiten, der Schlund und das Waſſer haben ſie begraben.

Sie ſehen, daß in dieſem Roman auch der fabel hafte Waldmenſch handelnd mitwirken muß und als eine ſeltene Erſcheinung ſich zu rechter Zeit einzufin⸗ den hatte, um eine der Hauptfiguren auf eine Art, wie ſie in den Rahmen des ganzen abenteuerlichen Bildes hineinpaßt, umzubringen. Im Uebrigen iſt nur noch zu melden, daß der Schiffscapitain und der Major friedlich in ihre Heimath zurückkehren und der Angabe nach nie wieder etwas von dem deutſchen Emir gehört haben. 84.4

Es fällt mir nun nicht ein, gegen dieſe Erzäh⸗ lung hart urtheilen zu wollen, denn gewiß unterhält ſie, wie ſo manche andere, ihre Leute. Aber dieſer Roman repräſentirt eine ganze Gattung, und nicht die

Deutſchlands Größe der Zukunft verräth.

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einzelne Verirrung, ſondern die einer geſammten Rich⸗ tung iſt bedenklich.

Ich nehme gern an, daß Herr Breuſing ſelbſt in Borneo geweſen iſt und die fremdartige Wunder⸗ welt, wie Ida Pfeiffer und Andere, betrachtet hat. Wenn er daher z. B. von einem alten malaiiſchen Weibe ſagt:In ihren Augen brannte thieriſche Wuth; ihre dünnen Lippen bedeckten ſich mit Schaum; die Muskeln ihres Geſichtes arbeiteten unter der Haut wie gequetſchte Schlangen, ſo habe ich freilich der⸗ gleichen Leidenſchaftlichkeit gottlob noch nicht geſehen, doch ich finde dieſe bilderreiche Ausdrucksweiſe ſchätzens⸗ werth, weil ich annehme, daß ſie ſich auf die Anſchauun⸗ gen fürchterlicher Beiſpiele gründet. Auch will ich gar nicht über die märchenhafte Unwahrſcheinlichkeit klagen, wodurch ſich dieſe, wie viele andere moderne Compoſitionen, auszeichnet.

Eins aber muß man durchaus verlangen: jede Geſchichte, die uns erzählt wird, ſoll uns wirklich etwas angehen, das heißt, ſie ſoll durch ihren poeti⸗ ſchen und ſomit ſittlichen Gehalt unſer inneres Men⸗ ſchenthum berühren und die Theilnahme unſeres Gei⸗ ſtes und Herzens, alſo die idealen Intereſſen in uns, feſſeln.

Daß davon hier nicht im Entfernteſten die Rede ſein kann, liegt klar zu Tage. Blos daran, daß etwas paſſirt, daß ſich in planloſer Zufälligkeit, ohne höhe ren Zweck, Handlungen zutragen und materielle Tha⸗ ten ausgeführt werden, gleichſam Stöͤße, Biſſe und Hiebe nach rechts und links im ewigen Handgemenge der Action, daran kann ſich kein denkender Menſch erbauen; oder ſollte man etwa warm werden für irgend eine dieſer Perſonen? Die matten Geſtalten des Capitains und Majors ſind paſſiv, die erſtochene Tänzerin war eine Bajadere, Fräulein Greiner eine unweibliche begehrliche Creolin, und die Malaien⸗ fürſtin eine wüthende Tigerkatze, ſelbſt für den Mias Papan zu bösartig. Soll uns gar der deutſche Emir, dieſes romantiſche Curioſum von Robinſon⸗Nachblüthe eine Genüge gewähren?

Ich hebe dieſe Mängel um ſo lieber hervor, da es für den Verfaſſer Vortheil ſtiften könnte, indem derſelbe im Verlaufe des Romans ehrenwerthe allge⸗ meine Anſchauungen und patriotiſche Gefühle für Möchte er der Tendenz ſolcher tüchtiger Ideen bald in einer ge⸗ lungenen Darſtellung Bahn brechen helfen. Uebrigens werden demgermaniſchen Blut die Leſer nicht fehlen.