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men und Quellen, und immer ſtrahlender erglühte die hohe Geſtalt, und immer wonniger entfaltete ſich ihr Herz zur Purpurknoſpe im grünen Kranze der Jugend..... Das Blut einer Creolin iſt flam⸗ menentbrannt und Leidenſchaft der Kern und die Blü⸗ the ihres Lebens.“
Bald reiſt die Geſellſchaft mit dem edeln Hel— den nach der Hauptſtadt ſeines kleinen Reiches, nach Ladunang in dem Innern von Borneo. Staunen Sie immerhin, aber hier hat ſich dieſer Deutſche, der zu⸗ gleich ein liberaler mißhandelter und mißgeſtimmter Patriot voll Freiheits⸗ und Einheitsbegeiſterung iſt, durch ſeinen Muth, ſeine Gerechtigkeit und ſeine im⸗ ponirende Geiſteskraft zum Emir über malaiiſche und chineſiſche Bevölkerung emporgeſchwungen, der eine feſte Burg, mehrere Forts, Kanonen, Militär und Kriegs⸗ ſchiffe hat und von fremden Nachbarſtämmen als Schutzherr angefleht wird.
Binnen kurzem will er ſeine Gäſte wieder in die Heimath entſenden.
Doch leider kommt Einiges dazwiſchen.
Eine junge malaiiſche Fürſtin, in ihrer Art eben⸗ ſo ſchön, ebenſo üppig und ebenſo begierig im Durſt nach Liebe wie die Deutſch⸗Creolin, Fräulein Cäcilie Greiner, wurde von dem deutſchen Oberhaupt vor einigen Jahren wieder in ihre Rechte eingeſetzt und eine gegen ſie entſtandene Empörung unterdrückt. Sie liebt den Helden, doch er verzichtet und ver⸗ ſchmäht ſie, weil er kein Weib berühren will.
Sie wird halb wahnſinnig vor Eiferſucht da⸗ rüber, daß der Emir eine Fremde mit ſich heimge⸗ führt.„Mag der Tiger ihren Leib zerfleiſchen, ſich an ihrem Blute ſättigen!“ ſagt ſie zu Amara, ihrer alten Kammerfrau.„Ich dürſte und ſie trinkt? Ihrem Schooße ſoll ſich ein Kind entwinden, und ſie ſoll prahlen dürfen: ich habe die Säule des Landes ge⸗ boren? Nieder mit dem Hohn, tödte, tödte ſie, Amara! Zerbrich ihre Glieder, zerfleiſch ihren Leib!“„Das ſchöne Frauenbild hatte ſich zur Grauengeſtalt ver⸗ zerrt. Die Raſerei des Haſſes verzerrte ihre Züge . Jede ihrer Muskeln ſchien miteinander entzweit zu hüpfen und zu zucken, unter der ſonſt ſammetweichen, jetzt trockenen und heißen Haut.“(!)
Sie ſehen, man muß Gottjeden Abend danken, daß unſere Frauen nicht wie dieſe vulcaniſchen Ae⸗ quator⸗Weiber ſind, bei denen wohl kein Ehemann wiſſen kann, ob er des Morgens wieder ſo geſund aufſtehen wird, wie er ſich des Abends mit gutem Gewiſſen niedergelegt hat. Verrath, Eiferſucht, Rache, Gift und Dolch ſind die Hauspenaten, die über ihm
vornen zu Hülfe gerufen iſt.
wachen.
Zeitung.
Amara macht bald einen Plan; man will eine Verſchwörung gegen den Emir anſtiften.
Zufällig befördernd für dieſen Plan ereignet ſich zu dieſer Zeit jenes Abendeſſen, welches Sie ſchon kennen und das ein reicher chineſiſcher Kauf⸗ mann giebt.
Die ſchöne Tänzerin wird aus Eiferſucht von ihrem Geliebten ermordet, weil ſie für Geld in das Haus der reichen, nach jeder Anmuth lüſternen Chine⸗ ſen gegangen iſt.
Dieſe verfolgen den Mörder, können ihm aber nichts anhaben, da der Statthalter des deutſchen Emirs, der ſoeben geritten kommt, ihn ſchützt und freiſpricht.
Hierauf entſteht eine Revolution, die der Befehls⸗ haber des Emir durch Brennen, Sengen und unge⸗ heures Blutvergießen gegen Malaien und Chineſen glücklich unterdrückt. Als er aber die rachſüchtige Fürſtin als Anſtifterin gefangen nimmt, ſieht er ſie unverſchleiert, verliebt ſich in ſie und entflieht mit ihr zu einem feindſeligen Paſcha im angrenzeuden Diſtrict.
Nun muß der deutſche Emir auch dieſen züchti⸗
gen, gegen den er ſchon von ſchutzbefohlenen Einge⸗
Mit Landheer und Flotte eilt man hin. Auch der Schiffscapitain und der Major ſind dabei thätig, und da ſich Fräulein Greiner indeß ſterblich in den Emir verliebt hat, ſo will ſie durchaus den Kriegszug begleiten. Man nimmt ſie mit auf dem Schiffe des Majors, jedoch mit dem ſtillen Plan, daß ſie hernach direct mit je⸗ nem in ihre Heimath zurückkehrt.
Wieder fürchterliche Blutſcenen, Kriegsgeheul und wüſter Kampf. Endlich wird der feſte Platz des Paſcha erobert. Inzwiſchen aber hat Fräulein Grei⸗ ner gemerkt, daß der Emir, obgleich ſie ihm höchſt jungfräulich aufopfernd verſicherte, ſie würde ſchon mit dem bloßen Namen ſeiner Gattin zufrieden ſein, ſie nicht in ſeine Arme ſchließen, ſondern ehrenwerth heimſenden will. Sie verläßt daher heimlich ihr Schiff, klimmt mit auf den feindlichen Wall empor und wird gerade im Augenblick der Eroberung getöd⸗ tet. Der mit der Fürſtin treulos vom Paſcha ent⸗ flohene Befehlshaber ſtirbt durch einen vergifteten Pfeil, als er eben mit ſeiner Buhle Sicherheit in einem Walde ſucht.„Die Fürſtin achtet nicht auf ihn. Ein Zucken überläuft ſeinen Körper, er hat geendet. Sie liegt regungslos, das Geſicht in den Händen verborgen; unordentlich umwallt ſie das lange Haar; von Stacheln und Dornen zerriſſen, vom feuch⸗ ten Hauche der Nacht genäßt, kleben ihr die Kleider an den Gliedern.
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