Jahrgang 
31-52 (1863)
Seite
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daß ſich u e Fena er kleinen daß Geſundheit

Odo⸗ oder arm mat

deer Julimonarchie herbeiführte, aber auch einen großen Theil

Furopas in Mitleidenſchaft zog. Es iſt allgemein Hekaunt welche wichtigen politiſchen Ereigniſſe die Februarrevolu⸗ tjion in ihrem Gefolge gehabt hat, die Europa bereits viele Milliarden und Maſſen von Menſchenblut gekoſtet haben, während kein Sterblicher vorher zu ſehn und zu berechnen wermag, was daraus noch Alles erfolgen wird. Zu jener Zeit bezeichnete die öffentliche Stimmung Bedeau als den General, der ſehr weſentlich zum Siege der Aufſtändiſchen und dem Sturz Ludwig Philipp's beigetragen habe. Der Marſchall Bugeaud ſprach das in einem von ihm veröffent⸗ lichten Schreiben aus, während Bedeau es in einer von ihm verfaßten Antwort in Abrede ſtellte, und ſogar damals mehrere Generäle zu einer Art von Areopag verſammelt und ſein Verfahren vor denſelben gerechtfertigt haben ſoll. Wie das möglich war, werden ſicher viele unſrer Leſer eben ſo wenig begreifen wie wir, wenn ſie die folgenden Thatſachen wägen.

zweimal verwund und Milianah wur daß in dem an de

riſches Feuer, ſüt Der Marſchall Bugeaud hatte den General Bedenu an derheit ſeines Blite die Spitze einer der fünf Colonnen geſtellt, welche die Haupt⸗ einer der Stabenff arterien von Paris beſetzen und die Inſurrection unterdrücken unſt zu den höhſe ſollten. Bedeau's Hauptquartier war auf dem Concordien⸗

platz, und ſeine Colonne ſollte von den Boulevards nach dem Baſtillenplatz vordringen, doch ſie kam gar nicht zur Action, und zwar ſoll Bedeau, als es ſich darum handelte, eine Bar ritade wegzunehmen, ſeinen Soldaten befohlen haben, das Gewehr herumzudrehen. Der Herzog von Nemours beauf⸗ tragte dann den General Bedeau mit einem D mente die Herzogin von Orleans zu beſchützen. Als die⸗ ſelbe ſich in die Deputirtenkammer begab, um dort perſön⸗ ich zu bewirken, daß man ſie für die Zeit der Minderjährig⸗ keit des Grafen zu Paris, zu deſſen Gunſten Ludwig Philipp auf den Thron verzichtet hatte,

General erhielt erin mehreren Cppedit eranlaſſung Lzudmt und in Fol R diſe ner Leitung anden c hrach Marokto git T ſuchen, dung

W Stande Algerien und 5 dem General Bua In Folge n mcen ein, die er ſtets Sieger de tom er die Org er Auffabe er dn liche C Geſchickite gneten Adminiſte

jer vor dem Palaſte, worin die Deputirtenkammer tagte, entließ aber auf den Befehl Odilon Barrot's, ſich jedes Einſchreitens zu enthalten, die Dragoner in ihre Caſerne und machte es damit den Aufſtändiſchen möglich in den Saal der Deputirtenkammer einzudringen. Unter ſolchen Um⸗ ſtenden kann man dem Herrn de Bazancourt nur beiſtimmen, welcher nach Bedeau's Tode in der France dem Verſchiede⸗ nen einen kurzen Nachruf widmete und dabei ausſprach, das ſei die erſte Klippe geweſen, an welcher dieſer glänzende mi⸗ ſtäriſche Ruhm Schiffbruch erlitten hätte.

In der Republik ſpielte Bedeau ſofort eine ſehr wich⸗ wige Rolle, denn er wurde von der proviſoriſchen Regierung zuerſt zum Kriegsminiſter ernannt, auf welchen Poſten er ter bald verzichtete, um den des Commandanten von Paris

u übernehmen.

Sowohl in der conſtituirenden, wie ſpäter in der legis⸗ ſativen Nationalverſammlung wurde er zum Vice⸗Präſiden⸗ ſen derſelben erwählt. In dem Kampfe gegen die furcht⸗ bare Juni⸗Inſurrection wurde er ſchwer verwundet.

Seiner republikaniſchen Anſicht treubleibend, proteſtirte ir gegen den Staatsſtreich und wurde deßhalb aus Frankreich

arde Bedeau in d zum Diviſions⸗Gnt ver der Provin li unternahm er nie ten Kabylen, die und deren gin Veh t erſt u Bedeau in 1 i en und ſeines ſit rückkehrte⸗ Im.B aition gegen Au kochnen Auſſland 3 Jahre 1847 bol

ragonerregi⸗

Dierte Folge.

cchentuchs trugen.

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getheilt hatte, hoffnungslos ſerkrankt darniederliege, eilte er nach Nantes, um ihm noch einmal die Hand zu drücken, und er kam gerade noch zu rechter Zeit, um dem ſterbenden Freunde noch in's Auge blicken zu können und dann ſeiner Beerdigung beizuwohnen, wo er und der frühere Miniſter Dufaure zu denen gehörten, welche die vier Zipfel des Lei⸗ Die Beerdigung Bedeau's war in dop⸗

pelter Hinſicht eine ganz ungewöhnliche und in gewiſſer

Rückſicht eine auffallende. Nichts erinnerte nämlich daran, daß ein früherer ſehr berühmter Diviſions⸗General dem Schooße der Erde anvertraut wurde, denn angeblich nach Bedeau's eigner Anordnung ſollte kein äußeres Zeichen da⸗ ran erinnern, daß der zu Beerdigende früher dem franzöſi⸗ ſchen Heere angehört und in demſelben einen hohen Rang bekleidet habe.

Das zweite Auffallende bei der Beerdigung war, daß von den Civil⸗ und Militärbehörden ſich Niemand daran be⸗ theiligte, die Theilnahme von Seiten der Bürgerſchaft in Nantes dagegen um ſo größer war, denn man ſchätzte das Leichengefolge auf 1500 Perſonen. Der Leichnam wurde

übrigens ganz im Stillen der Erde übergeben und an ſeinem

Grabe keine Rede gehalten. So endete ein Leben, das ſo glänzend begonnen und ſo

ſchnell zu hohen Ehren geführt hatte, in der Dunkelheit. Der

ſich darin zeigende Contraſt bietet einen ſehr reichhaltigen Stoff zu vielen ernſten Betrachtungen, die aber hier nicht an ihrem Platze ſein möchten und die wir unſern Leſern überlaſſen wollen. Nur das Eine wollen wir erwähnen,

daß es für Bedeau ein ſchreckliches Gefühl geweſen ſein muß,

das, was durch die Februarrevolution in Frankreich in's

Leben geführt worden war, mit dem zu vergleichen, was die

als Regentin anerkenne, Anſicht aendündet⸗ rückte Bedeau mit dem Druonärlaginnennte bis an das Git⸗ denn er erlöſte ihn von einer Gtrafe,

Republikaner ins Leben zu führen glaubten. Iſt dieſe unſre ſo war der Tod für Bedeau ein Glück, die mit dem Staats⸗ ſtreiche begann und die ihm das Leben ſicher zu einer Bürde machen mußte. Seine Anordnung, daß bei ſeinem Leichen begängniſſe nichts an ſeinen frühern militäriſchen Stand er⸗ innern ſolle, beſtärkt uns in der Vermuthung, daß unſre An⸗ nahme in ihrem Weſen richtig iſt. C.

Poetiſche Reliquien aus Uhland's Jugend.

Eine recht willkommene literariſche Erſcheinung, ein in Lieferungen herauskommendes Gedenkbuch für das deutſche Volk von Gihe, welches ſich die Aufgabe geſtellt hat, Uh⸗ land's Leben zu erzählen, bringt auch genaue Notizen über die Abſtammung des Dichters und ein paar noch ungedruckte Jugendgedichte von dem beliebten Poeten, die den Leſern in⸗ tereſſant ſein werden.

Während die meiſten Unadligen das Mißgeſchick haben, keine durchſichtige Vergangenheit zu beſitzen, das heißt höch⸗ ſtens bis zum Urgroßvater zurückrechnen zu können, was in⸗ deß für die Welt in der Regel kein Verluſt iſt, da unter allen bürgerlichen wie ariſtokratiſcher Vorfahren unbedeutende Leute die Ueberzahl bilden, läßt ſich Uhland's Stamm⸗ baum bis ins ſiebzehnte Jahrhundert zurückverfolgen.

Damals hatte es war gegen Ende des Jahrhun⸗ derts ein Johann Michael Uhland aus Hatterhofen ſich

zum Kriegsdienſte anwerben laſſen und im Jahre 1688 in der

Schlacht bei Belgrad mitgefochten.

(Arebannt. Mit den Generälen Changarnier, Lamoricière rien verlie⸗ 9 und Andern lebte er in Belgien im Exil, bis die von dem der Heneral ert d iſer Napoleon III. erlaſſene Amneſtie es ihm erlaubte, in at von Algei die Heimath zurückzukehren, wo er ſich dann in Nantes, an nitid ermannken das die Erinnerungen ſeiner Kindheit ſich knüpften, nieder⸗ angttung 4 liß und dort ein ſehr frommes Leben führte.

Fart

rite er in Afrika ſo oft gekämpft und mit dem er das Exil ſo munter beſungen hat.

Hier zeichnete er ſich

Als Lamoricièͤre erfuhr, daß der General, an deſſen durch einen jener Schwabenſtreiche aus, die unſer Dichter

Er erlegte nämlich eigenhändig