Jahrgang 
31-52 (1863)
Seite
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Eier, lernte die Raupen durch Kreuzung veredeln, veredelte den Maulbeerbaum, deſſen Samen man aus China holte, lernte gewobene und ungewobene Seide chemiſch vergolden, und iſt noch immer beſtrebt, dieſe Induſtrie zu vervollkommnen, welche jährlich für 200 Mill., nach Anderen für 400 Mill. Fres. Waare

Novellen⸗Zeitung.

ihre Toilettenintereſſen, ſondern die Finanzintereſſen ganzer Länder um das Gedeihen jener kleinen häßlich ausſehenden Raupe dreht, deren Geſundheit oder Krankheit Provinzen wohlhabend oder arm machen kann.

erzeugt. Feui

Lleton.

General Bedeau.

Zu den in der politiſchen und der Künſtler⸗Welt ſehr bekannten Männern, welche der Tod in den letzten Wochen in Frankreich dem Kreiſe der Lebenden entriſſen hat, geſellt ſich auch der am 30. October in Nantes geſtorbene Gene⸗ ral Bedeau, den man nach der Februarrevolution als einen der Väter der Republik betrachtete der Zweite war Herr de Lamartine und von dem während der kurzen Dauer der Republik und nach deren ſchnellem Erlöſchen in Folge ſei⸗ ner Verbannung aus Frankreich viel geſprochen worden iſt.

Ein Mann, auf dem, wofern anders das gegründet iſt, deſſen denen er ſtets neuen Ruhm gewann, und in Folge deſſen

er 1848 beſchuldigt wurde, zum großen Theil die Verant⸗ wortlichkeit der politiſchen Ereigniſſe, die ſich ſeitdem zugetra⸗ gen haben, laſtet, indem er, allerdings gegen ſeinen Willen, indirect dem Prinzen Louis Napoleon den Weg zum Kaiſer⸗ throne bahnte, iſt wichtig genug, um unſern Leſern et⸗ was Näheres über das Leben deſſelben willkommen ſein zu laſſen.

Bedeau erblickte am 10. Aug. 1804 in Vertou in der Nähe von Nantes das Licht der Welt und ſtand folg⸗ lich bei ſeinem Tode in ſeinem ſechzigſten Lebensjahre. Er beſtimmte ſich frühzeitig für den Militärſtand und trat zu dieſem Zwecke im Jahr 1817 als Zögling in die Militär⸗ ſchule zu La Fléche, aus der er 1820 in die von Saint⸗Cyr überging, in welcher er bis 1825 blieb und dann als Sous⸗ lieutenant im Generalſtabe entlaſſen wurde.

Seinen erſten Feldzug machte er in Belgien, wo er der Belagerung von Antwerpen beiwohnte und zwar anfangs in der Eigenſchaft als Arjutant des Generals Schramm und ſpäter des Oberbefehlshabers der Expedition, des Generals Gérard.

Der Kriegsſchauplatz, auf dem Bedeau ſich einen krie⸗ geriſchen Ruhm und allmählich den Rang als Diviſions⸗Gene⸗ ral erwarb, war Algerien, wohin er im Jahr 1836 verſetzt wurde, und von wo er erſt nach beinah zwölf Jahren wieder nach Frankreich und Paris zurückkehrte. Algerien bot Be⸗ deau viel Gelegenheit, nicht nur ſeine perſönliche Tapferkeit, ſondern auch ſich als ausgezeichneten Adminiſtrator zu zeigen und ſich unter ſeinen vielen tapfern Cameraden bemerkbar zu machen. Bei der Belagerung von Conſtantine zählte er zu den tapferſten Officieren, und nach der Einnahme dieſes Platzes, die mit ſo vielem Blute erkauft werden mußte, wurde ihm der Poſten als Commandant dieſer Stadt ertheilt. Kurz

nachher wurde er zum Obriſtlieutenant und im folgenden

Jahre zum Obriſt und Befehlshaber des ſiebzehnten leichten Infanterie⸗Regiments ernannt.

In Folge deſſen, daß ſich Bedeau ſtets da befand, wo man am heißeſten kämpfte, wurde er in der Expedition gegen

Dſcherdſchell am Gebirgspaß Moujaia zweimal verwunde und nach den Gefechten bei Medeah und Milianah wurde ihm die ausgezeichnete Ehre zu Theil, daß in dem an das Heer gerichteten Tagesbefehl ſein kriegeriſches Feuer, ſein ausgezeichnete Tapferkeit und die Sicherheit ſeines Blickes

Stellungen berufen ſein möchten.

Jahre 1841. Als General wohnte er mehreren Expeditio⸗ nen bei, die zu vielen Gefechten die Veranlaſſung gaben, in

wurden ſehr wichtige Unternehmungen ſeiner Leitung anver⸗ traut. flüchtet hatte, um dort einen Zufluchtsort zu ſuchen, von wo

aus er die Franzoſen wieder zu bekämpfen im Stande ſei ertheilte der General⸗Gouverneur von Algerien und Ober⸗

befehlshaber der Armee, Bugeaud, dem General Bedeau den Befehl, den Emir dorthin zu verfolgen. In Folge def ſen rückte Bedeau in die Provinz Tlemcen ein, die er durch viele blutige Kämpfe, in denen er ſtets Sieger wan unterwarf. Sobald das geſchehen, nahm er die Organi⸗ ſation dieſer Provinz vor, bei welcher Aufgabe er einen ſehr großen Takt und eine ganz vorzügliche Geſchicklichkeit entfaltete und ſich als einen ausgezeichneten Adminiſtrator zeigte.

In Folge der Schlacht bei Isly wurde Bedeau im Jahr 1844 von dem König Ludwig Philipp zum Diviſions⸗Gene⸗ ral und gleichzeitig zum Oberbefehlshaber der Provinz Con⸗ ſtantine befördert. In dieſer Stellung unternahm er mehr⸗ mals Expeditionen gegen die kriegeriſchen Kabylen, die ſo tapfer für ihre Unabhängigkeit fochten und deren gänzlicht Unterwerfung unter die franzöſiſche Herrſchaft erſt unter Napoleon III. erfolgt iſt, aus denen aber Bedeau in Folg ſeiner geſchickten ſtrategiſchen Anordnungen und ſeines ſichern militäriſchen Blickes ſtets ſiegreich zurückkehrte. Im Jaht 1845 ſtand er an der Spitze der Expedition gegen Auras er unterdrückte einen in Oran ausgebrochnen Aufſtand, un auch die Expedition gegen Budſchia im Jahre 1847 bot ihn Gelegenheit ſich auszuzeichnen.

Als der Marſchall Bugeaud Algerien verließ, um nach Frankreich zurückzukehren, übernahm der General Bedeau interimiſtiſch das Generalgouvernement von Algerien bie zur Ankunft des für dieſen Poſten definitiv ernannten Her⸗ zogs von Aumale. Sobald derſelbe angekommen und ſi

ſeine Stellung eingerückt war, kehrte Bedeau nach Paris zu⸗

Die Damen erſehen daraus, daß ſich nicht blot

namentlich hervorgehoben und er als einer der Stabsofft⸗g ciere bezeichnet wurde, die in der Zukunft zu den höchſtenſ

Seine Ernennung zum Brigade⸗General erhielt er in d

Als der Emir Abd⸗el⸗Kader ſich nach Marokko ge ſſinn

rück, wo er ſich von dem dort eben herrſchenden revolutio

nären Wirbel mit fortreißen ließ, der zunächſt den

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