keiſter 8 zen dnene Nach einem Marſch von etwa zehn Minuten langten ſie an dem mit Gebüſch bewachſenen Geſtade an, während ſich gleichzeitig ein kleines Fahrzeug mit leiſen Ruderſchlägen näherte.
„Das iſt unſer Engländer,“ ſagte Schill, indem er vollends an das Ufer trat.
Kaum hatte er aber einige Worte mit dem Be fehlshaber des Bootes gewechſelt, als vom entgegen⸗ geſetzten Ufer plötzlich eine Gewehrſalve abgefeuert wurde und ein Dutzend franzöſiſcher Kehlen ſich ver nehmen ließen.
„Ins Boot!“ ſchrie Schill, und mit einem Satz waren unſere drei Helden in dem Fahrzeug, welches die Matroſen mit einigen kräftigen Ruderſchlägen in die offene See hinausbrachten.
68„Es war die höchſte Zeit,“ bemerkte Rothenſee, „doch ſind wir, wie ich ſehe, unverſehrt davon ge⸗ kommen.“
„Dem Abenteuer mangelt es doch wenigſtens nicht an Romantik,“ ſagte lachend Schill.„Capitain, Sie ſehen, wir werden Ihre Gaſtfreundſchaft für dieſe Nacht in Anſpruch nehmen müſſen.“
„Mit Vergnügen,“ entgegnete der Engländer, indem er das Fallrepp ſeines Schiffes hinaufſtieg und ſeine Gäſte ihm zu folgen bat.
Am andern Morgen kreuzte die Brigg abermals vor dem Hafen und wechſelte Signale mit denen in der Feſtung. Ein Boot ſtieß ab, und eine halbe in zweiter Kahi Stunde dara⸗ anden ſich unſere Bekannten wieder n. in Colber⸗ 4 eduldig,“ ſaht Ei Sie die Ratn Scene⸗
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ze darauf ereignete ſich eine andere
. hatte Rothenſee und Werdau zu ſich rufen und trat ihnen mit etwas umwölkter Stirn gen. „Ich habe Euch eine Nachricht mitzutheilen,“ ſagte elbe,„die mich ſchmerzlich berührt, welche aber in Nothwendigkeit begründet iſt.“ „Nun?“ fragten ſeine Waffengenoſſen geſpannt. „Ich ſtehe im Begriff Colberg zu verlaſſen.“ „Nun, natürlich gehen wir mit,“ riefen Werdau d Rothenſee.
„Nein, meine Freunde, die Nothwendigkeit gebie⸗ ſt, Euch hier zurückzulaſſen. Die wackren Soldaten, telche ſich unter meiner Führung bisher ſo brav ge⸗ ſchlagen haben, dürfen während meiner Abweſenheit
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1.„Haben S thige Warnule dem Halfe.. noch Roſalie i
2u) dort nicht verwaiſt daſtehen. Seht hier,“ fuhr er fort Brigg 6 1 und entfaltete mit freudeſtrahlenden Blicken ein mit tteigäng zfu) nem großen Siegel verſehenes Schreiben,„unſer g binab, 3 Klebte König hat meine heißen Wünſche erfüllt und its b wir die Erlaubniß ertheilt, in Schwediſch⸗Pommern w fia Freicorps errichten zu dürfen. Hier iſt die Voll
Vierte Folge.
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macht. Meinem Geiſt war es ohnedem in der letzten Felhebje zu eng geworden; ich und Herr von Lou⸗ cadonl, wir paſſen nicht zuſammen, und wenn ich auf⸗ richtig ſein ſoll, ſo komme ich mir auch hier in die⸗ ſem engen Raum hinter Wall und Graben wie ein Vogel vor, der vergebens in ſeinem Käfig mit den Flügeln ſchlägt, um in die alte Freiheit zurückzu⸗ kehren.“
„Und wir,“ entgegneten ſeine beiden Gefährten niedergeſchlagen,„wir ſollen inzwiſchen hier von der Pedanterie und den Launen eines alten abgeſtumpf⸗ ten Mannes abhängig bleiben, während der Adler ſeine Schwingen zu neuem kühnem Fluge erhebt?“
„Geduld,“ antwortete Schill lächelnd,„auch für Euch wird die Stunde der Erlöſung ſchlagen. Ich hoffe, bald eine tüchtige Schaar um mich geſammelt zu haben, mit welcher ich, ſo Gott will, Euch aus der Ferne eine deſto wirkſamere Hülfe zu leiſten ge⸗ denke. Meine Abſicht iſt, in Pommern ein eigenes kleines Kriegstheater zu errichten und dahin zu wirken, daß ſich Stralſund und Colberg gegenſeitig unterſtützen.“
„Und wir,“ riefen ſeine Kampfgenoſſen nochmals, „wir ſind alſo verurtheilt, hier zu bleiben?“
„Der Soldat muß unter allen Umſtänden ge⸗ horchen,“ antwortete Schill ernſt,„und auch hier braucht der König treue aufopfernde Herzen. Das Commando über meine Infanterie habe ich dem
Lieutenant von Gruben anvertraut; Sie, Rothenſee, übernehmen das der Cavallerie; und da Se. Majeſtät die Gnade gehabt haben, mir zu geſtatten, mehrere Volontaire⸗Officiere zu ernennen,“ fuhr er zu Werdau⸗ gewendet fort,„ſo ertheile ich Ihnen hiermit den Rang eines Lieutenants und denke, daß die Beſtätigung höch⸗ ſten Ortes nicht ausbleiben wird.“
Schill ſtreckte bei dieſen Worten unſerem Be⸗ kannten mit einem Ausdruck freudiger Bewegung die
Hand entgegen, welche dieſer dankerfüllt drückte, denn
ſein Herz war natürlich gegen eine ſolche Auszeichnung nicht unempfindlich.
„Uebrigens,“ fuhr der Held von Colberg fort, „kann ich Euch den Troſt hinterlaſſen, daß der König. beſchloſſen hat, Herrn von Loucadou in den Ruhe⸗ ſtand zu verſetzen und an deſſen Stelle einen jungen kräftigen Commandanten zu ſenden, dem bereits der vortheilhafteſte Ruf vorausgegangen iſt. Täglich wird das Schiff aus Danzig erwartet, welches uns den Major von Gneiſenau zuführen ſoll.“
„Das iſt allerdings ſeit langer Zeit die erſte frohe Botſchaft,“ ſagte Rothenſee,„und da uns Gott bisher nicht verlaſſen hat, ſo wollen wir auch weiter muthig in die Zukunft blicken und den Feinden
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