Jahrgang 
31-52 (1863)
Seite
781
Einzelbild herunterladen

ir die recomm ederſängein! n Winter in R ate Petertdn olggemach genug, um a Hof des Sul gemacht wenn Liszt hatte dan n. Da es ihn a1 hauen, vard einem Himme rtlich iſt, und a Zufall, die wad ſuchen ſeien. 2 inſt die h a der ſie nach

lungsſchreiben ill öffnete ſih or dem Beherrſ dürfen. Esh n, wenn man nit iſt! Dash Sclaven ſchleg nämlich der efte der Sängu ſal noch gat einen weichen de darunter ſein a n. Er lüßt ſe Wolken und ſi in beginnt mi

verloren, ht; chworen, Eid!

aſſen, K;

ndermaßen: 10 daß Mabe

;n fale

angerin fal e Sänge g it rollenden 9

ne Weile

nit!

Vierle Folge.

Neues Zeichen des Sultans. Er ſtreicht ſeinen Bart und wirft dem Dragoman über die Schulter nur ein Wort hin:...Zieck! Der Dolmetſcher wendet ſich zum Ehemann(denn die Frau ſang noch immer die Romanze von Panſeron):Mein Herr, der Sultan befiehlt mir, Ihnen zu ſagen, daß, wenn Madame nicht augenblicklich zu ſingen aufhörte, er ſie in den Bosporus werfen läßt.

Diesmal beſinnt ſich der zitternde Gatte nicht mehr. Er hält ſeiner Frau ohne weiteres den Mund zu, und unter⸗ bricht ſchonungslos ihren zärtlichen Refrain:

Dann rufe mich, ich kehr' zurück! Dann rufe mich, ich kehr'..... 4

Allgemeines Schweigen.... Es iſt ſo ſtill, daß man den Angſtſchweiß von der Stirn des Gatten auf das gede⸗ müthigte Piano herunter tropfen hört. Der Sultan bleibt unbeweglich. Das reiſende Künſtlerpaar wagt weder zu bleiben, noch zu gehen es weiß vor Angſt nicht, was es thun ſoll, als das kaiſerliche Wort:Buhlack! mitten aus einer undurchdringlichen Dampfwolke heraus erſchallt.

Der Dolmetſcher überſetzte das:Mein Herr, Seine kaiſerliche Hoheit befehlen mir, Ihnen zu ſagen, daß ſie wünſchen, Sie jetzt tanzen zu ſehen.Tanzen? Ich? Ja, Sie, mein Herr!Aber ich bin kein Tänzer, ich hin nicht einmal ein Künſtler, ich begleite nur meine Frau auf ihren Reiſen; ich trage ihren Shawl, ihre Noten, weiter thue ich Nichts; und ich kann wahrhaftig nicht... Zieck! Buhlack! unterbricht ihn die großherrliche Stimme heftig aus einer bedrohlichen Dampfwolke hervor, was der Dragoman eiligſt überſetzt:Mein Herr, Seine kaiſerliche Hoheit befehlen mir Ihnen zu ſagen, daß, wenn Sie nicht augenblicklich tanzen, er Sie in den Bosporus werfen läßt.

Dieſes Argument zog. Da galt es kein Beſinnen mehr; der unglückliche Gatte begann ſofort mit Todesangſt die unglaublichſten und lächerlichſten Luftſprünge zu machen, his der Sultan ſeinen Bart wieder ſtrich und mit gewaltiger Stimme donnerte:Dajum be Buhlack! Zieck! was der Dragoman verdolmetſchte:Hören Sie auf, mein Herr! Seine kaiſerliche Hoheit befehlen mir, Ihnen zu ſagen, daß Sie ſich mit Madame augenblicklich zurückziehen und morgen abreiſen werden. Und wenn Sie je wieder nach Conſtan⸗ linopel kämen, würde er Sie Beide in den Bosporus wer⸗ fen laſſen.

Unvergleichlicher Sultan! Welch' erhabenes Beiſpiel gabſt Du mit dieſer bewundernswerthen Kritik! O, warum hat Paris keinen Bosporus?

Wir brechen hier ab und kommen auf die intereſſante Ueberſetzung dieſer anregenden Schriftſtücke des liebenswür⸗ digen Franzoſen zurück. 4

Reliquien der Charlotte Käſtner. Die liebenswürdige Lotte, die Goethe in ſeinem be⸗ rühmten Roman ſo anziehend geſchildert hat, lebt noch weit und breit in der Erinnerung, die auch jetzt wieder in belle

nüſtiſchen Zeitſchriften durch Schilderungen und Abbildungen Neugier und Theilnahme zieht

erfriſcht und erneuert wird. Aiele in die alte freie Reichsſtadt Wetzlar, die einſt der deutſche Areopag war, und wo Goethe mit der Familie Lot⸗ iens in trautem Umgang lebte, auch hier den Stoff zu ſei⸗ nem Werther⸗Roman ſammelte. Viele wirkliche Ereigniſſe

ſſiud mit eingeflochten, und die reizende Umgebung der von

ihrn geprieſenen Gegend bildet den Hintergrund ſeiner poeti⸗ ſcheen Schilderungen.

781

Die Traditionen aus jener Zeit haben ſich aber ſo verwiſcht, und die jetzige Generation hat Wahrheit und Dich⸗ tung ſo durcheinander gemengt, daß man allen Berichten der Führer nicht trauen darf. Freilich hat Goethe in ſeiner Biographie und in den Käſtner'ſchen Briefen uns viele Auf⸗ ſchlüſſe gegeben, und Schreiber dieſes hat in einem kürzlich erſchienenen Schriftchen*) mit hiſtoriſcher Treue der Wahrheit nachgeforſcht, und die Kenntniß jener Zeit und der damali⸗ gen Begebenheiten klar zu ſtellen geſucht; aber die meiſten Menſchen halten doch an den Irrthümern der ererbten Tra⸗ ditionen feſt, in die auch Reiſende mit hineingezogen werden. Kein Touriſt verſäumt es nämlich, in Wetzlar zu verweilen und ſich alle denkwürdigen Plätze und Gegenſtände aus der Wertherzeit zeigen und erklären zu laſſen. Auch beſuchen viele Fremde zu dieſem ſpeciellen Zweck unſere Stadt, oder machen wenigſtens einen Abſtecher, um dieſen claſſiſchen Bo den betreten zu haben. Auch vom Auslande kommen Rei⸗ ſende weit her, und wenn ſie ſich keinem Lohnbedienten an⸗ vertrauen wollen, werden ſie wohl an mich, den Geſchichts⸗ forſcher, verwieſen; und ſo habe ich noch vor Kurzem mit ei⸗ nem Profeſſor aus Dublin, mit einem franzöſiſchen Abbé, einem Ungar aus Peſth und einer von Sentimentalität über⸗ ſtrömenden engliſchen Dame über die Goethe⸗Wertherzeit mich unterhalten müſſen.

Zu den Denkwürdigkeiten, welche den Fremden gezeigt werden, gehört auch das Wohnhaus der Lotte. Durch die Pfaffengaſſe führt nämlich rechts ein koloſſaler Thorweg zu dem hochgelegenen Deutſchen Hauſe. Im Hintergrunde eines großen Hofraums ſtehen die maſſiven Gebäude, die ehemals dem deutſchen Orden gehörten, deſſen Naturalgefälle hier verwahrt wurden. Dieſe fielen ſpäter an das Armen⸗ Collegium der Stadt, das auch einen Theil des Gebäudes hat ausbauen und für die Armenſchule einrichten laſſen.

Im Vordergrunde jenes großen Hofes an der linken Seite ſteht ein unſcheinbares Haus, welches der Verwalter der Einkünfte und Rechte des deutſchen Ordens, der Amt⸗ mann Buff, mit einer Schaar Kinder bewohnte. An der Spitze des Hausweſens ſtand nach dem Ableben der Mutter, mit ruhigem, liebevollen Walten die älteſte Tochter, die treff⸗ liche Charlotte. Hierher werden die Fremden geführt, und ſie betrachten ſtill das einfache Haus, zählen auch wohl die Treppenſchwellen, von denen Goethe in einem ſeiner Briefe erzählt, wie er über ſie ſo oft zu der werthen Familie geeilt ſei; doch ſie finden nichts, was ihnen ein beſonderes Intereſſe gewähren könnte.

Nun iſt aber neuerlich eine wichtige Entdeckung gemacht worden, der wir hier eine kurze Beſchreibung widmen wollen. Das Haus iſt vermiethet an einen Bürger, der Oekonomie treibt und im Innern Alles nach ſeinen Bedürfniſſen umge⸗ wandelt hat. Bei einer neueren Unterſuchung dieſer Räume fanden wir nun ein verſchloſſenes Zimmer, ließen es öffnen und traten in einen Salon, der auf den erſten Blick zeigte, daß er mit ſeinen Verzierungen aus der alten Zeit herrührte und unbeſtritten das Putz⸗ und Geſellſchaftszimmer der Lotte geweſen war. Die Miether, ſtets unbemittelte Leute, hatten es nicht gebraucht; es war ihnen auch zu groß zum Bewoh nen geweſen, und ſo war es in den verfloſſenen langen Jah⸗ ren in ſeinem alten Zuſtande geblieben..

Das lebhafte Intereſſe, das dieſe Entdeckung hervor⸗ rief, bewog mehrere Bürger zu einem Comité zuſammen zu

*) Wetzlar und das Lahnthal, mit ihren romantiſchen Um⸗ gebungen und geſchichtlichen Denkwürdigkeiten. Ein Führer für Fremde und Einheimiſche. Wetzlar. 1866.