Jahrgang 
31-52 (1863)
Seite
776
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Novellen⸗Zeitung.

feuriges Temperament häufig die nöthige Ruhe ver⸗ und wenn die Engländer und die Schweden von der geſſen ließ,wenn Sie es erlauben, Herr Oberſt, See her den Krieg des Feſtlandes unterſtützen, kamn werde ich dieſer Perſon den Weg zeigen, welchen ſie Colberg der kräftige Stützpunkt eines verſchanzten

ſchon längſt hätte nehmen ſollen.

Und mit kräftiger Hand ergriff er die Haushäl⸗ terin beim Arm, um ſie auf dem kürzeſten Wege zur Stube hinauszubringen*); dieſe ſchrie laut auf, wäh rend Herr von Loucadou, gänzlich aus ſeiner Rolle fallend, ihr beſtürzt zu Hülfe eilte.

Ich ſollte Sie verhaften laſſen! rief er zornig, und dann raſch die Thüre öffuend, ſchrie er der im Vorzimmer verweilenden Ordonnanz zu:

Geſchwind das Riechſalz der Mademoiſelle mein Gott, ſie wird unwohl!

Wirklich war Jungfer Friederike in einen Stuhl geſunken und affectirte kunſtgemäß eine Ohnmacht.

Kommen Sie, Herr von Schill, ſagte Nettelbeck, der Dienſt iſt beendet, und hier beginnen die häus⸗ lichen Geſchäfte, wie Sie ſehen.

Herr von Loucadou warf dem kühnen Sprecher einen wüthenden Blick zu, während dieſer, in ein halblautes Gelächter ausbrechend, unſeren Bekannten mit ſich fortzog.

Als Beide das Zimmer verlaſſen hatten, ſchnellte Jungfer Friederike wie eine Feder in die Höhe und rief:

Sie hätten den unverſchämten Menſchen ſo⸗ gleich verhaften und vor ein Kriegsgericht ſtellen müſſen.

Das geht nicht gleich ſo, erwiderte der Comman⸗ dant,aber ich denke, ich habe den beiden Tollköpfen außerhalb der Feſtung einen guten Platz angewieſen. Es iſt dies die beſte Manier, ſie los zu werden, denn

bei der erſten Gelegenheit werden ſie ſich die Schädel einrennen und entweder dem Feinde in die Hände fallen, oder ſonſt wie ein Ende nehmen.

Nettelbeck dagegen ſagte zu Schill, als er ſich mit dieſem auf der Straße befand:

Schlagen Sie ein und laſſen Sie uns Freunde Sie ſehen wohl, in weſſen Händen Colbergs Herrn von Loucadou drückt das Alter

ſein. Schickſal liegt.

nieder, denn nicht Jedem hat Gott eine ſo kräftige R

Natur verliehen wie mir. Bis der König Hülfe ſchickt, müſſen wir thun, was möglich iſt, um der Schwäche und Thatloſigkeit dieſes Mannes entgegenzutreten.

So ſei es! rief Schill, kräftig den Händedruck Einigkeit macht ſtark, und an muthigen Zwar iſt noch Vieles

erwidernd. Herzen fehlt es hier ja nicht.

Lagers für die Landungstruppen werden.

So theilen wir uns in die Arbeit, ſagte Net telbeck.Morgen ziehe ich mit einem Theil der Bür⸗ ger nach dem Hohen Berge und laſſe dort eine Schanze anlegen, die den Feind zunächſt verhindern wird, ſich auf Schußweite zu nähern; die Hauptſache bleibt aber der Beſitz des Hafens, weil hiervon un⸗ ſere Verbindung mit der See abhängt, und da die Maikuhle, welche ſich dicht am Ausfluß der Per⸗ ſante längs den Dünen hinzieht, wieder den Schlüſſch zum Hafen bildet, ſo muß es unſere Sorge ſein, hier unverzüglich Befeſtigungen anzulegen, umsſo wenig⸗ ſtens auf dieſem wichtigen Punkte gegen den erſten Angriff gut geſichert zu ſein.

Und ich, entgegnete Schill,bin auch nicht geſonnen, die Hände in den Schooß zu legen. Hen von Loucadou hat zwar über meine fünf Mann mit⸗ leidig die Achſeln gezuckt, aber dieſe fünf Mann ſind im Stande mehr zu leiſten, als fünfzig Andere. E wird mir aber auch nicht ſchwer fallen, bald eine größere Schaar um mich zu ſammeln, denn täglich ſtrömen Colberg eine Menge Soldaten zu, die von ihren Regimentern verſprengt ſind und nur eines Führers bedürfen, um wacker auf die Franzoſen los⸗ zuſchlagen.

VWie es alſo auch kommen mag, ſagte Nettel⸗ beck, Schill nochmals kräftig die Hand ſchüttelnd der Bund zwiſchen uns iſt geſchloſſen, und die Pa⸗ role heißt: Treu dem Koͤnig und dem Vaterlande bit zum Tode!

Ja, bis zum Tode! wiederholte Schill bewegt und beide Patrioten trennten ſich, nachdem ſie ſich

nochmals ſchweigend die Hand gedrückt hatten. (Fortſetzung folgt.)

Literariſche Briefe von Otto Banch.

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Otto Ludwig Brook, von Robert Giſekte

Fritze. Hannover, bei Carl Rümpler. 1863. In dem zweibändigen Brook werden Sie jene Gewandtheit und

Leipzig, bei Brockhaus. Novellen von Erni

RomanOtto Ludwi Keckheit i

zu thun, um die Feſtung in einen Achtung gebieten⸗ den Vertheidigungszuſtand zu ſetzen, aber wenn wir

thätig ſind und Jeder Haud anlegt, wird es gelingen, Erzählungen bekannt gemacht hat.

*) Siehe Nettelbeck's Biographie.

der Darſtellung verzweigter Lebensverhältniſſe wieder finden, durch welche der Verfaſſer ſich bei allen ſeinen

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Indem derſelbe die Schickſale ſeines Held ut e