Jahrgang 
31-52 (1863)
Seite
762
Einzelbild herunterladen

762²

O preiſt den Herrn und ſprecht ein Dankgebet, Da Euch die Mutter lebend auferſteht.

Ich war nicht todt mir war, als träumte ich, Doch was ich träumte, das war fürchterlich!

Geſehen hab' ich Gottes Strafgericht, Beſtimmt für Jeden, der die Ehe bricht.

Bei Tage liegt er nackt am fcharfen Dorn, Nachts legt auf's Flammenbett ihn Gottes Zorn.

Wild züngelnd peitſcht die Flammenlohe ihn, Und nie und nie vermag er zu entfliehn!

Sie ſprach nur das und ward für immer ſtumm Und ſank zum zweiten Mal als Leiche um.

Und als die Glocke früh geläutet hat, Fand leider dennoch das Begräbniß ſtatt.

Literariſche Briefe von Otto Banck.

Frauenſpiegel aus dem deutſchen Alterthum und Mittelalter von Julius Hartmann. Stutt⸗ gart, bei Kröner. 1863.

Sie werden es natürlich finden, daß gegenwärtig, wo die Stimme der Frauen in der Geſellſchaft, im Salon eine ſo herrſchende geworden iſt, auch manches Werk erſcheint, das denſelben ſpeciell zur Ehre ge⸗ ſchrieben wurde. So das vorliegende.

Die Leſerinnen, denen es ſehr willkommen ſein wird, mögen vom Verfaſſer hören, daßFrau ein Wort iſt mit der Benennung der größten germani⸗ ſchen Göttin Freyja oder Frouwa, das iſt die Frohe und Erfreuende, die ſchöne und heilige Herrin, wie noch die Dichter des Mittelalters den Zuſammenhang des Wortes Frau mit froh und Freude gern hervor⸗ heben. 7

Von Freude Frauen ſind genannt. Ihre Freude erfreuet alle Land.

das Freuen an ihnen iſt bekannt, Deß ſind ſie Frauen genannt.

So ſingen Freidank und der Stricker vom ſchönen Geſchlecht. Sicherlich kann man keine poetiſchere Ab⸗ leitung des Wortes finden.

Schon die alten Germanen haben dem Weibe nicht etwa blos die niedere Arbeit und Hantirung zugewieſen; ſie haben dem unfreien, durchaus bevor⸗ mundeten Geſchlecht denn als ein ſolches galten

Novellen⸗Zeitung.

die Frauen bei ihnen, und erſt das römiſche jus ver⸗ ſchaffte ihnen viele der Mannesrechte ſie haben dem Frauen neidlos auch das zuerkannt und an ihnen mit einer gewiſſen heiligen Scheu verehrt, was den Menſchen am meiſten adelt: den der Gottheit nahe bringenden Sinn, dasſinnige Weſen mit dem tieferen Blick in das Walten der Götter, in die vom ihnen verhüllte Zukunft. Wenn Homer ſeine unſterb⸗ lichen Geſänge von den Muſen, Numa Pompilius die ſtaatlichen und religiöſen Ordnungen der jungen Tiberſtadt von der Nymphe Egeria ſich eingeben läßt: ſo weiſt der Germane wirklich der leibhaftigen Frau ſeines Hauſes und Mutter ſeiner Kinder ſolchen hohem göttlichen Beruf an. Ihr beſonders kam es zu, die geheimnißvolle Runenſchrift zu entziffern, die heili⸗ gen Vorzeichen für Haus und Volk zu enthüllen. Königinnen mit ſelbſtſtändiger Macht duldete das altdeutſche Recht nicht; aber prophetiſche Weiber wie Velleda haben nicht ſelten die Geſchicke der Völker gelenkt. Auch was der Mann ſeinerſeits außer dem Waid- und Kriegshandwerk lernte, die edele Mitgabe der Kindheit dankte er durchaus den Frauen. Etwa ſein erſtes Jahrzehnt lebte er, vom Vater wenig be⸗ achtet, unter ihrer, zumal der Mutter beſonderer Hut, wurde von dieſer ſelbſt, und nicht wie die Söhnlein der entnervten Weltſtadt Rom mit Sclavenmilch, geſäugt, von ihr erzogen und, ſo viel es da zu ler⸗ nen gab, etwa im Leſen und Schreiben der Runen, unterrichtet.

So war das deutſche Weib als Mutter im Er⸗ ziehen und Lehren die Trägerin nicht nur der häus⸗ lichen, ſondern der nationalen Bildung. Auch die Römerin hatte einſt dieſe Aufgabe gehabt. Cornelia, die edele Mutter der Gracchen, ſtand keineswegs allein. Noch Cäſar und Auguſtus dankten ihren Müttern mehr als dem Vater. Aber mit der Tugend par aus Rom die Sitte entflohen. Auch jene Sitte des Hauſes, nach welcher, wie Tacitus ſagt,die Mutter ſelbſt, am liebſten mit einer Verwandten des Hauſes von geſetztem Alter, über dem Lernen und Arbeiten wie über den Erholungsſtunden der jungen Söhne mit frommem und züchtigem Sinn waltete. Mit Wehmuth gedenkt Roms größter Geſchichtsſchreiber dieſer guten alten Zeit und ſchreibt das Herabſinken ſeines Volkes von der alten Herrlichkeit größtentheils dem Vergeſſen jener alten Sitte zu. Trauernd ſah er die Barbaren des rauhen Nordens in das Erbe der früheren großen Römer eintreten. Er ahnte die welthiſtoriſche Miſſion des deutſchen Volkes.

So wurden die Frauen ſchon ſeit den älteſten Zeiten bei uns hoch geehrt. Auch in den weiblichen Namen zeigt ſich dies, die einer Periode entſtammen

1

1wo l dob. Geſpt N,! ren

1 ncht

ite,

uwü awohl ſichwi eid ſelg roß Wertt

7 wiicht viebe imm. nſt a ind i ulſam elber Ot Katur ein,

mierr ndl nſar em nſch. ur 18 h F legeh wer a ſc irn 5 Saee heſo⸗ ſie zein Lilb voohe

ind ig; ind hert

J ſele