Jahrgang 
31-52 (1863)
Seite
761
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demn Kammerjunker ſo Manches gehört, was mir nicht fällt.

Der Graf tauſchte bei dieſer Aeußerung mit glotilde einen heimlichen Blick aus, und dieſe lächelte hm ſo aufmunternd zu, daß er ſeit langer Zeit zum rſten Mal wieder einer leiſen Hoffnung Raum gab und ſein Herz ſich neubelebt fühlte. Endlich wendete er ſich zu Herrn von Grünthal und ſagte:Darf ich ftagen, Herr Baron, welches Reiſeziel Sie ſich geſteckt jaben?

Ich will zunächſt nach Stettin und von da nach her Inſel Rügen, wo ich ſolange zu bleiben gedenke, jis ſich die gegenwärtigen trüben Verhältniſſe einiger⸗ maßen geklärt haben.

Das trifft ſich ja herrlich, ſagte der junge Offieier,auch ich will nach Stettin, wo ich ein Rendezvous verabredet habe.

Ein Rendezvous? rief Clotilde, in demſelben

nißtrauiſchen Tone wie früher Hedwig.

Ja, entgegnete Rothenſee lächelnd,ein Ren⸗ degvous mit dem Lieutenant von Schill und mit noch inem anderen Waffengefährten. Sie erlauben mir ſemnach wohl, Herr Baron, daß ich mich Ihnen bis

Stettin als Escorte anſchließe? Diesmal reichte Herr von Grünthal ſogar dem Grafen die Hand und ſagte:

Ich nehme Ihr Anerbieten mit Vergnügen an,

und Sie was haben Sie über ſhloſſen?

Dem König unter allen Umſtänden meine wei⸗ ſeren Dienſte anzubieten und meine Arme auch noch ferner dem Vaterlande zu weihen.

Das iſt brav, bemerkte der Baron, dem es jei ſeinem barocken Weſen doch nicht an patriotiſcher heſinnung mangelte;dienen Sie dem König treu

uind redlich in einer ſpäteren Zeit ja, es wird mich

Ihre Zukunft be

teuen, wenn ich höre, daß es Ihnen wohl geht,

uund nach Abſchluß des Friedens ſoll es mir Ver⸗ muügen bereiten, Sie als Gaſt bei mir zu empfangen. Das klang nun wie Sphärengeſang in den Oh⸗ ſen des Grafen, und da er die Eigenheiten des Barons fannte, ſo beſchloß er, mit ſeinen Wünſchen vorläufig nicht weiter in ihn zu dringen, ſondern die fernere Entwicklung der Zukunft zu überlaſſen. Hierin be⸗ tärkte ihn auch Clotilde, und nachdem er von dieſer und ihrem Vater in Stettin einen warmen Abſchied genommen, begab er ſich nach dem Ort des verabre⸗

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deten Rendezvous, nach demweißen Schwan, wo

ir auch Werdau bereits vorfand. Beide ſchüttelten ſich bei ihrer erſten Begrüßung inweißen Schwan herzlich die Hände. (Fortſetzung folgt.)

Die Scheintodte.

. Ballade. Aus dem Böhmiſchen des Joſef Barak

übertragen von

Alfred Waldau.

Entſchlafen war die Frau, ſo ſtarr und bleich, Sie ſchmückten mit dem Sterbehemd die Leich'.

Sie legten ſie dann in die Todtentruh Und riegelten die Sterbekammer zu.

Sobald die Glocke früh geläutet hat, Da findet leider das Begräbniß ſtatt.

Im Wohngemache ſitzt der Ehemann, Blickt ſeine Kinder trüben Muthes an.

Sie ſind ja wie die Vöglein, arm und matt, Die man aus ihrem Neſt geſtoßen hat.

Und wie die jungen Röslein ſind ſie jetzt, Die grauſam hat des Herbſtes Reif benetzt.

Wird dort nicht frieren unſer Müttelein? Nicht fühlt, wer alſo ſchläft, der Kälte Pein.

Mein Vater, in der Kammer kniſtert was. Es iſt ein naſchend Mäuschen laß nur, laß!

Mein Vater, in der Kammer klopfet was! Wohl nur ein Sperling klopft ans Fenſterglas!

Die Mutter ruft Dich, Vater, komm geſchwind! Du täuſcheſt Dich, es iſt ja nichts, mein Kind!

Und in der Kammer ruft und pocht es wild: Erbarmt Euch einer armen Seele mild!

Und in der Kammer pocht es ſtärker noch: Ich bin nicht todt, und man begrub mich doch!

Die Mägde führen aus dem Kämmerlein Die arme Herrin ins Gemach herein.

Das Antlitz fahl, der Mund kornblumenblau Es redet ſeltſam irr die bleiche Frau.

Gott preiſ' ich und Dich grüß' ich, Du mein Weib, Daß von den Todten auferſtand Dein Leib!

Am Bette ſitzt die Frau in ſich gekehrt Und ſenket ſtumm den ſtarren Blick zur Erd'.

O Vater, bleibe doch vor uns da ſteh'n, Ich, Vater, fürcht' die Mutter anzuſeh'n.