Jahrgang 
31-52 (1863)
Seite
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anheimgeben. Jedenfalls waren ihre Herzen einan der um ein Bedeutendes näher gerückt, und eine ge⸗ meinſame, wenn auch noch unausgefüllte Zukunft lag vor ihnen. Auch der Kanzleirath hatte ſich mit dem Gefühl innerer Befriedigung zur Ruhe begeben. Er hatte ſeine Actenhefte nochmals durchgezählt und ſich von der Vollſtändigkeit derſelben überzeugt. Nur in der Büreauſtube großgezogen, reichte ſein Blick nur wenig über dieſelbe hinaus; er konnte es noch immer nicht begreifen, daß ſchon Alles in Trüm mer zerfallen war, und ſchlief daher mit dem für ihn beglückenden Gedanken ein, in Stettin ſeine Kanzlei wieder einrichten und zu ſeiner gewohnten Thätigkeit zurückkehren zu können.

Um den Gang der Ereigniſſe nicht aus dem Ge⸗ ſicht zu verlieren, iſt es übrigens Zeit, daß wir uns mit den Begebenheiten bekannt machen, welche ſich an das Unternehmen das Grafen Rothenſee knüpften, als er der Karoſſe in der guten Abſicht nachſjagte, ſie aus den Händen der ſie verfolgenden feindlichen Rei⸗ ter zu befreien.

Die Leſer werden ſich erinnern, daß, während dieſelbe über Stock und Stein fortrollte, ein Herr. aus derſelben herausſprang und ſo eilig, wie ihn die Füße zu tragen vermochten, querfeldein das Weite ſuchte. Erregte dies nun ſchon die Verwunderung des jungen Offieiers, ſo wurde bei ihm das Intereſſe für dieſes Abenteuer auch noch durch den Umſtand erheb lich geſteigert, daß ihm die mit vier Schimmeln beſpannte Berline ſehr bekannt vorzukommen ſchien.

Vorn auf dem Bock ſaß der Kutſcher in weißen Strümpfen, kurzen Beinkleidern, gelben Handſchuhen und dem dreieckigen betreßten Hut auf dem Kopfe, und hinten darauf ſtanden zwei Bedienten in ähnlichem⸗ Coſtüm, gehoͤrig gepudert und friſirt.

Wahrhaftig, murmelte der Graf, indem er ſich eines Lächelns nicht erwehren konnte,das iſt niemand Anders, als der Baron von Grünthal, denn nur er allein iſt im Stande, in dem Augenblick, wo ſich jeder, ſo gut es geht, in Sicherheit zu bringen ſucht, in einer Weiſe ſeine Flucht anzutreten, als wolle er zur Galla⸗Cour bei Hofe fahren.

In demſelben Augenblick ſtimmte ihn aber auch wieder ein anderer Gedanke ernſt, denn es unterlag ja keinem Zweifel, daß ſich Clotilde in der Beglei⸗ tung des Barons befand, und es galt daher zunächſt, dieſer Schutz und Sicherheit gegen die Verfolger zu gewähren. Ohne ſich daher weiteren Betrachtungen zu überlaſſen, ſetzte er ſeinem Pferde die Sporen in die Seiten, gab dem ihn begleitenden Dragoner einen Wink und flog mit hochgeſchwungenem Sabel vorwärts.

Novellen⸗Zeitung.

Es war aber auch die höchſte Zeit, daß er au⸗ kam denn bereits hatten die Franzoſen die Berline um⸗

ringt, und ein baumlanger Kerl mit einem verwüblt

derten Geſicht fiel den Pferden in den Zügel.

Jetzt mußten die Angreifer freilich von ihra Beute ablaſſen und ſich zur Wehre ſetzen, und waß bei Auerſtädt verſäumt worden war, das wurde huat wieder eingeholt, ſo daß nach zehn Minuten die Feinde das Feld räumten und in der Flucht ihr Heil ſuchten.

Einen leichten Hieb im Geſicht, welchen aber da junge Officier gänzlich unbeachtet ließ, da ſeine Ge⸗ danken nur ausſchließlich mit Clotilde beſchäftig, waren, ſprengte er jetzt an den Schlag des Wagens um ſich Herrn von Grünthal zu erkennen zu gehen und der jungen Dame Muth einzuſprechen.

Da ſaß nun der Baxon noch immer kerzengerade in ſteifer Haltung, der Galadegen ſteckte wie ge wohnlich an ſeiner Seite und der kleine dreieckige Hut bedeckte ſeinen Kopf, und mit der einen Hand hielt er dem Grafen ſeine goldene Uhr und mit der andern eine ſchwergefüllte Börſe hin.

Auf der anderen Seite aber ſaß Clotilde, und wie ſie den Geliebten ihres Herzens erkannte, jauchzee ſie laut auf vor Freude, und dann, als ſie das Blun bemerkte, welches ihm an der Wange herabfloß, brach ſie gleich darauf in ein Jammergeſchrei aus, holte ihr feines Battiſttuch hervor und veinigte die Wunbe und verband ſte, ſo gut es gehen wollte, wobei ihre Thränen wie ein erquickender Thau auf die Handede jungen Offieciers fielen. Herr von Grünthal dagegen bewahrte auch jetzt noch ſeine unerſchütterliche Hal. tung und ſchien zu erwarten, daß ſich ihm der Gif erſt förmlich vorſtellen würde. Als er ſchließlich aber ſah, daß dieſer hierzu keine Anſtalten machte, ſo ver neigte er ſich zuletzt ſelbſt herablaſſend gegen denſab⸗ ben und ſagte:Schön gemacht, brav gemacht, men junger Freund! Mehr Bravour gezeigt, als die

Kammerjunker, welcher es vorgezogen, aus dem A gen zu ſpringen und nach dem Schloſſe zurückzukehren, als er ſah, welche Gefahr uns drohte.

Ja, bemerkte Clotilde mit einem Blick under hohlener Verachtung,Herr von Bohnſtädt gab vörn der Mitverfaſſer des Manifeſtes gegen Napoleon ſi ſein, obgleich ich überzeugt bin, daß daran kein wab res Wort iſt, und ſuchte ſeinen theuren Leib in einenn Augenblick in Sicherheit zu bringen, wo ſeine Pflicht als Mann von Ehre ihm geboten hätte, an unſeren Seite zu bleiben.

Es war allerdings ein feiger Streich, bemerkt der Baron, diesmal mit mehr Erregtheit als gewoͤhn

lich,und ich habe überhaupt in der letzten Zeit dor

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