Jahrgang 
31-52 (1863)
Seite
759
Einzelbild herunterladen

Vierle

e, was g 5. 1... as nit Der alte Mann hatte wahrſcheinlich in dieſem

uggenblick vergeſſen, daß er ein Flüchtling war, und zitite noch immer, er befände ſich in ſeinem Bureau ud ſpräche zu ſeinem Untergebenen.* Hedwig aber, deren Herz bei dieſer Sache einen nißjeren Antheil nahm, als ihr Vater ahnte, und die

1 ab er nn Häfli ichkei

jektwas vin

V. Ven Frau in einer Angelegenheit, welche ſie ſo tief

i1 P ſa trhrte, möglichſt klar ſehen wollte, faßte ſich ein

eine kleine 9

lem aſ ahrg und fragte, wenn auch mit etwas unſicherer

d, ſie fühlt ni

ainnme: Sie haben alſo, ſeitdem Sie Berlin verlaſſen, Ihrer Jugendfreundin nicht mehr gehört?

ihr ueh ir 1 waren don

übung, in mGehört und nicht gehört, wie man's nehmen rerſetzt vu ſanll, entgegnete Werdau.Das Schickſal führte uns ſr 5

ür Unſchla wnade in dem Augenblick auf ganz entgegengeſetzte

zgens zurücht hege, wo ich ihr am nächſten zu ſtehen glaubte. . Se trennte ſich ohne Schmerz von mir, und wenn G ihn nichtt ſit es jetzt recht überlege, ſo mag es gut ſein, daß

die Bekannſt ei ſo gekommen iſt.

en zu habenEine ſo ſchnelle Sinnesänderung? bemerkte zung dieſes 417 3.. 4. bung dieſes: des junge Mädchen in einem Tone, welcher wie eenheit einzu Scerz klingen ſollte, hinter dem ſich aber eigentlich

ie kaun er! heuer und y mauflöslich

eir Vorwurf verbarg.

Nun, entgegnete unſer Bekannter,ein ſo lachtes Vergeſſen iſt mir eigentlich nicht eigen, dies⸗ rul haben es aber die Umſtände gerechtfertigt. Mit einem Wort, dieſer Theil meines Lebens war ein hlgriff; freilich, um mir bei der Erkenntniß deſſel⸗ am nur um ſo klarer bewußt zu werden, daß das Alü ck meines Lebens in ganz anderen Händen ruht. Eine tiefe Röthe übergoß hier Hedwig's Wangen, uſer bevor ſich Herren zu lhrdau ein Blick, welcher ihm zu ſagen ſchien: doch im G. bei nur treu und beharrlich, und ich bin bereit,

wie's die Or dieſes Glück zu gewähren. s für unge Da inzwiſchen der Abend hereingebrochen war, 6.(obeſchloß man, in dem Dorfe, welches man ſoeben

ſagte 3 ereicht hatte, zu übernachten. be, h bandelth V Den Bemühungen unſeres Bekannten gelang es, en Gamerd i Hedwig und deren Vater ein ziemlich erträgliches den Schlat hterkommen zu finden, obgleich der Ort bereits mit Süchtlingen überfüllt war, welche den unaufhaltſam ardringenden Franzoſen einen Vorſprung abz zugewin⸗ un ſuchten. Nachdem der Kanzleirath ſeinen Schatz die Acten nämlich in Sicherheit gebracht und lhört hatte, daß man bei frühem Aufbruch bequem ut Mittagszeit in Stettin ſein könne, begann er uhiger zu werden. In Pflichttreue und Gehorſam ußgezogen, ſchien er es auch ſelbſt unter den gegen⸗

Leute auf anſtellton, ſche wieder ſagte halb

Rendezvonn

jnnd ihr 6 ttäuſchung d an ihr tin

1 ſagte del 7 immend il nl

un in ſug ourigen Verhältniſſen als ein Vergehen zu betrach⸗ ſo en, gegen das Schickſal zu murren. tauc ſidAlles Raiſonniren hilft nichts, meinte er,und

*

Folge.

ihre Augen ſchüchtern ſenkten, traf

759

iſt das Deficit einmal da, ſo müſſen wir es dem gro⸗ ßen Rechenmeiſter da oben überlaſſen, eine Ausglei⸗ chung herbeizuführen.

Dann nahm der alte Mann ſein Käppchen ab und ſagte mit bewegter Stimme:

Gott ſegne unſeren theuren König und laſſe ihn ſein Unglück ſtandhaft tragen! Verdient hat er es gewiß nicht, immer redlich tragen.

Und unſere edele, ſchöne Königin! ſetzte Hed⸗ wig hinzu, indem ſie aufſtand und ans Fenſter trat.

Die Blicke des jungen Mannes folgten ihr da⸗ hin. Während ſeine Augen auf der friſchen jugend⸗ lichen Geſtalt ruhten, verſenkte ſich ſein Herz unwill⸗ kürlich in allerhand Schwärmereien. Wahrſcheinlich mochte es dem jungen Mädchen nicht beſſer gehen, denn Beide fuhren plötzlich etwas erſchrocken auf, als Papa Gotthelf, ganz gegen ſeine Gewohnheit, in ein lautes Gelächter ausbrach.

Nun, das muß ich ſagen, rief er,zweimal erinnere ich ſchon daran, daß es wohl Zeit ſein wird, ſich zur Ruhe zu begeben, und Niemand antwortet mir.

Die Schöͤnheit der Nacht ſtotterte Hedwig

und hat Gott ſtets im Herzen ge⸗

verlegen, indem ſie vom Fenſter zurücktrat.

Die Schönheit der Nacht? wiederholte der Kanzleirath verwundert,der Wind heult ja und der Regen ſchlägt gegen die Fenſter... Und Sie, junger Freund ich glaube, Sie haben inzwiſchen einen Schlachtplan entworfen? Ha, geſtehen Sie es nur!

Ich? ſtammelte nun auch Werdau.Nein... aber ich dachte nur...

Habe ich denn meine fünf Sinne nur allein bei⸗ ſammen? rief Herr Gotthelf, indem er verwundert bald unſeren Bekannten, bald ſeine Tochter anblickte, nun, Kinder, irgend etwas iſt mit euch vorgegangen, aber was es iſt, das kann ich nicht begreifen.

Hedwig und Werdau begriffen dies ſehr wohl, wenigſtens bezeugte Solches ein leichter Druck, wel⸗ cher unſeren Bekannten elektriſch durchzuckte, als er, um der peinlichen Situation ein Ende zu machen, gute Nacht ſagte und des jungen Mädchens Finger⸗ ſpitzen an ſeine Lippen führte.

Hedwig erröthete und zog ſchnell, als ſei ſie über etwas Unerlaubtem ertappt worden, ihre Hand zurück.

Werdau dagegen machte ein verklärtes Geſicht und ſah aus, wie ein Menſch, der ſich ſoeben ſeiner vollen Glückſeligkeit bewußt wird.

Zu welchem Reſultate Beide gelangten, als ſie, ſich allein überlaſſen, ihren weiteren Betrachtungen nachhingen, wollen wir der Vermuthung der Leſer

denn er meinte es mit ſeinem Volke