Jahrgang 
31-52 (1863)
Seite
755
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Vierte Folge.

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75⁵

Novellen⸗Zeitung.

Von Auerſtädt bis Berlin. Hiſtoriſche Erzählung von Carl von Keſſel. (Fortſetzung.)

Acht Tage ſpäter ſtand Schill am Fenſter und ſah ſinnend durch die Scheiben, als plötzlich der Sprach⸗

lehrer Berr in großer Aufregung eintrat.

nit anzuſehen!

Was giebt es? fragte der nun faſt Geneſene, welcher in den verſtörten Geſichtszügen des Patrioten nichts Gutes las.

O, rief dieſer,das Herz möchte einem bre⸗ hhen, wenn man verurtheilt iſt, ſolche Dinge ruhig An dem guten Willen der Officiere

umd Soldaten fehlt es wahrlich nicht; das hat erſt vor ein paar Tagen der brave Major von Hollwede hewieſen, als er mit ſeinem Bataillon den Feind ſo intſchloſſen aus der Neuſtadt wieder hinauswarf, die herſelbe bereits beſetzt hatte. Aber freilich, wenn der Verrath von oben...

Schill erbleichte.Fahren Sie nur fort, ſagte

ir,ich bin auf Alles gefaßt.

Nun, ſeit heute Morgen ſpricht man laut davon, ſaß der General von Kleiſt eine Capitulation mit dem Feinde abgeſchloſſen hat.

Und von dieſen zwanzig Generalen, von dieſen ſchthundert Officieren hat keiner den Muth gehabt, ſch einem ſolchen Verfahren zu widerſetzen? fragte Schill, wobei er ſich heftig auf die Lippen biß und fine Hände ſich krampfhaft zuſammenballten.

Unter den Subaltern-⸗Officieren und unter der gemeinen Soldaten herrſcht große Aufregung. Jetzt eben ſind ſie auf der Parade verſammelt. Man ppricht davon, daß ſie entſchloſſen ſein ſollen, ſich in Naſſe zu dem zweiten Commandanten, General von Prrtensleben, zu begeben, um denſelben zu bewegen,

ſl der Capitulation zu widerſetzen.

Schill war während dieſer Mittheilung bleich wie e Kalk geworden und ſchritt jetzt, die Brauen finſter

zuſammengezogen und in tiefes Sinnen verloren, leb⸗ haft im Zimmer auf und ab.

O, rief Berr, ebenfalls vor innerer Erregtheit zitternd,wenn ſich nur ein muthiger Mann fände, der dieſen Verräthern furchtlos entgegenträte, ich bin überzeugt, er würde Unterſtützung finden und dem König vielleicht eine brave Armee und eine ſeiner beſten Feſtungen retten.

Ich will es thun, ſagte entſchloſſen Schill, in dem er nach ſeinem in der Ecke ſtehenden Säbel griff und ſich denſelben umſchnallte.

Sie? rief jetzt Berr beſtürzt,Sie, der kaum Geneſene? Nein, bleiben Sie hier Sie ſind fremd, man kennt Sie nicht, man wird Sie vor ein Kriegsgericht ſtellen, oder im mindeſten Fall für wahn⸗ ſinnig erklären.

Daß ich das Letztere noch nicht geworden bin, darüber wundere ich mich, entgegnete Schill.Und wenn das Erſtere geſchieht, nun, ſo werde ich das Bewußtſein treuer Pflichterfüllung mit in das Grab nehmen.

Sie wollen alſo wirklich?

Gewiß will ich, entgegnete dieſer feſt.Wo Feigheit und Niederträchtigkeit den Kopf erheben, da darf der ehrliche Mann nicht ſchweigen.

Schill ſtürzte fort und beflügelte ſeine Schritte, um den Domplatz zu erreichen, wo damals die tägliche Wachtparade abgehalten wurde.

Als er dort ankam, ſah er die Officiere in ein⸗ zelnen Gruppen zuſammenſtehen, während Herr von Kleiſt eben langſam in's Gouvernementsgebäude zurück⸗ kehrte.

Ohne viel zu überlegen, ſtürzte er auf den näch⸗ ſten Kreis zu und befand ſich bald mitten in dem ſelben.Meine Herren, rief er, und die Aufregung ſchnürte ſeine Bruſt zuſammen,meine Herren, wider⸗ legen Sie das Gerücht ſagen Sie, daß es eine Unwahrheit iſt, daß der Gouverneur dieſen Platz, in welchem ſich zwanzigtauſend tapfere Soldaten befinden, einem dreimal ſchwächeren Feinde faſt ohne Kampf übergeben will!