Jahrgang 
31-52 (1863)
Seite
754
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Novellen⸗Zeitung.

Album.

Theodor Ernſt.

Deutſches Lied.

Germania, mein Vaterland,

Wach' auf aus deinem langen Traum! Die Eiche iſt ein deutſcher Baum

Und eichenmarkig Herz und Hand Dem deutſchen Mann.

Germania, mein Vaterland,

Die Söhne rufen dir zur That,

Sie haben ſatt den langen Rath, Sie wollen han ein einig Band Um's Vaterland.

Germania, mein Vaterland,

Einſt gottgeſegnet, hochbeglückt, Doch nun zerriſſen und zerſtückt, Dir bietet ſich mit Herz und Hand Der deutſche Mann.

Germania, mein Vaterland,

Sei mir's vom Strand bis an den Rhein. Und muß es dann gefochten ſein,

Gieb Hermann's Schwert uns in die Hand Für's Vaterland!

Ein Friedhof.

Tief im Allerheiligſten der Bruſt,

Wo die zarteſten Gefühle wohnen, Gräbt die Menſchenſeele ſchmerzbewußt Hingeſchiedne Seligkeiten ein.

All die Freuden, die dir wohlgethan Auf des Lebens wechſelvollem Pfade, Holde Wahrheit, ach! und ſüßer Wahn Finden ſterbend hier ein ſtilles Grab.

Und wenn bange aus des Lebens Wuſt

Sich nach Ruh' dein inn'rer Menſch geſehnt, Wallt zum ſtillen Friedhof in der Bruſt Deine Seele bebend, andachtsvoll.

Wenn du wandelſt, wenn du einſam ziehſt, Durch den Garten heiliger Gefühle,

Sagt dein Herz dir, daß du heimiſch biſt Auf den mooſ'gen Gräbern deiner Lieben.

Und von Kreuz zu Kreuze in Gedanken Treibt es dich mit feſſelnder Gewalt, Um die kahlen Leichenſteine ranken Deine Lieb' und Hoffnung ſich hinauf.

Denn zu ihnen allen, die da oben Wallen in dem himmliſchen Gefilde, Hat in Wehmuth dich emporgehoben Deine Sehnſucht, die ſie faßt und hält.

An geliebte Todte bindet dich

Jenes Band, das nie im Leben riß, Und auf ihren Gräbern inniglich Weinſt du Liebesthränen ſtill gefaßt.

Ruhig blickteſt du in's Walten

Der Geſetze zwingender Natur,

Weißt du doch, daß deine Pulſ' erkalten Nur um deine Seele zu befrei'n.

Aber Schauder fühlſt du grenzenlos, Wenn ein theures Bildniß du begraben In des Herzens tiefem Grabesſchooß,

Ja, Verzweiflung faßt dich eiſig an, Wenn ein theures Herz ſich von dir wendet, Wenn, daß dir die Seele bricht, im Wahn, Was du Wahrheit nannteſt, endet.

Ohne Thränen gräbſt du dem die Gruft Schweigend in dein blutend Herz hinein, Und in dieſe heil'ge Grabeskluft

Senkeſt trauernd du dein Eden ein.

Wo der Freude hoher Tempel ſtand, Baueſt du des Schmerzes Denkmal auf, Ach, wie manches theure Liebesband Knüpfſt du nimmer, wenn es einmal riß!

Schon ein Augenblick kann dir zerſtücken Deine ganze holde Seligkeit,

Und nicht jede Tiefe überbrücken

Kann der Menſch in dieſer Zeitlichkeit.

Dunkle Nächte oft ins Leben fallen, Sternenlos und ſchaurig, ohne Troſt, Und Geſpenſter durch die Träume wallen Dem, den Mißverſtand um Lieb' betrog.

Darum, Menſchenſeele, laß dich warnen Gieb der Lieb' dich ohne Hinterhalt,

Und ſind dir zu wüſt des Lebens Bahnen, Flieh' zum Friedhof in der eignen Bruſt!

Eh' die Trennungsſtund' im Tod geſchlagen.

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