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es dieſem an. Der König ſtreckte beide Hände nach ihm aus; allein der Edelknabe war nicht im Stande, ihn aufzurichten. In dieſem Augenblicke kamen feind⸗ liche Küraſſiere herbei, welche fragten, wer der Ver⸗ wundete ſei. Auguſt von Leubelfing ſagte es nicht und wurde von einem Reiter durch den Kopf geſchoſ ſen. Den König plünderten die feindlichen Reiter bis auf das Hemd aus, und das Getümmel der Schlacht tobte über ſeinen Leichnam hinweg.
Nach dem von den Schweden blutig erkämpften Sieg fand man die Leiche des großen Königs und neben ihm den Edelknaben Auguſt von Leubelfing. Derſelbe lebte noch und wurde zur Pflege nach Naum burg gebracht, wo er im Hauſe der Wittwe Kock am 15. November ſtarb.
Der Senior der Domkirche zu Naumburg, von Schön, hatte von Auguſt den traurigen Auftrag er⸗ halten, ſeinen Eltern von dem ihn betroffenen Schick ſale Nachricht zu geben. Trauer und Schmerz erfüllte das Leubelfing'ſche Haus, als die Nachricht von dem Tode des geliebten Sohnes dort anlangte. Der Vater ſuchte Troſt und Beruhigung in dem Gedanken, daß ſein heldenmüthiger Sohn dem König bis in den Tod treu geblieben ſei und für ihn ſein Leben hingege ben habe. Der Edelknabe, als einziger Zeuge des Todes Guſtav Adolph's, hatte vor ſeinem Hinſcheiden die näheren Umſtände über das Ende des Königs dem Domſenior von Schön zu Naumburg erzählt, welcher dieſe Erzählungen als heiliges Vermächtniß dem Vater mittheilte. Dieſer, Baron Otto von Leubel fing, ſchreibt in einem Briefe über den Tod des Hel denkönigs Folgendes:„Weil die Stenbock'ſchen Reiter etwas geſtutzt und nicht gefolgt ſind, iſt dieſer chriſtliche König und Held von dem Feinde umringt worden, und als Ihre Majeſtät etliche Schuß und Stich bekom men*) und zuvor ſechs Mann erwürgt hatte, ſtud ſie endlich vom Pferde gefallen; derohalben kam mein zugerennet, von ſeinem Pferde abgeſtiegen, ſolches dem König präſentirt, mit Vermelden, ob Ihre⸗ Majeſtät auf dem Klepper ſitzen wolle, es ſei beſſer, er ſterbe, als Ihre Majeſtät. Da haben ſie ihm beide Hände dargeboten, meinem Sohne iſt es aber unmöglich geweſen, Ihre Majeſtät allein zu erheben. Unterdeſſen ſind nun des Feindes Küraſſiere, da ſie ſolches ſahen, zugeritten und haben wiſſen wollen, wer dieſer ſei, aber weder der König noch mein Sohn. wollten es ſagen, darauf hat einer Ihrer Majeſtät das Piſtol angeſetzt und dieſelbe durch den Kopf geſchoſſen, worüber der König geſagt haben ſoll:„Ich bin der König von Schweden geweſen,“ und iſt alſo eingeſchla
Sohn
*) Bei der Einbalſamirung der königlichen Leiche fand man 9 Wunden.
Novellen⸗
Jeitung.
fen.— Meinem Sohne haben ſie gegeben zwei Schuß und drei Stich; auch haben ſie ihn auf der Wahl⸗ ſtatt bis auf's Hemd ausgezogen und für todt liegen laſſen, bis endlich Ihro Majeſtät Hofjunker ihn auf ein Pferd geſetzt und hierauf in einer Kutſche nach Naumburg gebracht haben, wo er in der Frauen Koch's ſeel. Wittib Behauſung angekommen. Ob nun wohl an fleißiger Wartung ſeiner Wirthin um
nothdürftiger Unterhaltung nichts ermangelt, ſo ſind
doch ſeine Wunden vom Herrn Dr. Romanus alsbald für tödtlich erachtet worden, daran er am 15. deſſelben
Monates ſeligen Todes verblichen iſt. In ſeinen Schwachheit hat er nie über Schmerzen geklagt, iſ gar geduldig geweſt und hat oöfters geſagt, wegen ſeines Königs habe er ſolche Wunden empfangen, und wegen Ihrer Majeſtät wolle er Alles gern leiden, und wenn er ſchon wüßte, noch hundert Jahre zu leben, wolle er doch das Leben nicht mehr wünſchen. Am 23. Novpember iſt er chriſtlich und adelig beigeſetzt umd begraben worden.“
Der Grabſtein des ritterlichen Jünglings befin det ſich noch in der Kirche zu St. Wenceslaus zu Naumburg.
Literariſche Briefe von Otto Banch.
Die berühmteſten Entdeckungsreiſen biß auf die neueſte Zeit, von Schauenburg. Lahy bei Schauenburg und Comp. 1863.
Die außerordentliche Regſamkeit, mit welcher jetzt ganz Europa thätig iſt, die noch fremden Strecken der unbekannten Continente zu durchforſchen, hat auch das ſämmtliche europäiſche Publicum, ſoweit darin Bildung und geiſtige Theilnahme reichen, zu wißbegie⸗ rigen Verfolgern dieſer kühnen Beſtrebungen gemachte
Man kann keinesweges ſagen, daß es nur unch gennütziger Wiſſensdrang ſei, welcher die civiliſirten Völker anſtachelt, in die unbekannte Ferne zu dringen⸗ Der einzelne Gelehrte hat allerdings dieſes rein Intereſſe, dem er ſich muthig aufopfert. Seine Untei⸗ ſtützer aber, die verſchiedenen Regierungen, England und Frankreich an der Spitze, denken hauptſächlich daran, durch Verbindung mit fremden Nationen einein hundertprocentigen Handel zu eröͤffnen,— denn es iſt äußerſt vortheilhaft, wenn man für ſchlechte Glas⸗ knöpfe, ordinaire Stahlwaaren oder wohlfeile Kleider⸗ ſtoffe werthvolle Rohproducte, wie z. B. Elfenbein, koſtbare Pelzwerke oder dergleichen mehr, von unwiſ⸗ ſenden Völkern eintauſchen kann. Wo es irgend möglich iſt, beſteht daneben der letzte Zweck unſerei
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