Jahrgang 
31-52 (1863)
Seite
743
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Vierle

T Vernath f h d

ordnung. jur der Gemeinheit in ihrer nackteſten Geſtalt zu be⸗

daß vit egnen. Aber dennoch, fuhr er mit erhöhter Stimme mäͤhliche l ort, indem er ſeine Hände den Freunden entgegen⸗

den. ireckte,dennoch wollen wir nicht verzagen, denn ſo ſange es noch freie Männer giebt, iſt das Vaterland urch noch nicht verloren, und frei wollen wir bleiben

und den Kampf gegen den Unterdrücker bis zu der enſee font, letunde fortſetzen, wo unſer Arm noch ein Schwert des frazöſſſt ſchwingen vermag und uns noch irgendwo einige dps command Fuß deutſcher Erde verbleiben, um rühmlichen Wider⸗ kand zu leiſten oder einen ehrenhaften Tod zu finden.

So ſei es! riefen die beiden Anderen, begeiſtert iinſchlagend.

Wir ſind zwar jetzt nur erſt drei, fuhr Schill ſort,aber bald wird ſich eine Schaar heldenmüthiger Männer um uns ſammeln.

Und der Anfang hierzu iſt ſchon gemacht, ſagte Werdau mit einem ermuthigenden Lächeln.Geſtern raf ich drei Dragoner unſeres Regiments, die eben⸗ alls hierher verſprengt wurden, und ſie ſind bereit, ſch uns anzuſchließen.

Victoria! rief Schill, und ſein Auge blitzte nieder in Kampfesmuth. Und nun fort aus dieſen imnheimlichen Mauern, wo Verrath und Feigheit täg⸗ ich immer mehr an's Licht treten!

Wir ſind jeden Augenblick bereit aufzubrechen, ügte Rothenſee,und harren nur noch der letzten zefehle unſeres edelen Führers. eidhe!O Freunde, entgegnete Schill ſchmerzlich,daß pteubiſche.Sl 19 aſchien als ſi Keine Wunden mir nicht geſtatten ſogleich mit Euch ele Tochter! 31 ziehen, daß ich hier noch an das Zimmer gefeſſelt gapa en gau tleiben muß, während Ihr, zu neuen Thaten bereit,

zu Pferde ſteigen könnt!.. Doch genug der Klagen, kaßst uns überlegen! Ihr ſagtet, Alles ſei zu Eurer Abreiſe vorbereitet? Man wird Euch alſo ungehindert eben laſſen?

ner TaclMan wird uns ſogar hinaustreiben, wenn wir u ſeiner 4. dnicht geben, erwiderte Rothenſee.General von gen erkangten gleiſt hat Befehl gegeben, daß alle Truppen, die 33 zur Garniſon gehören, ſofort die Stadt verlaſſen ſallen.

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O freilich, rief Schill ſpöttiſch,es würde ja aich gegen das Dienſtreglement verſtoßen, wenn täg⸗ lih einige Mann mehr auf den Rapport geſetzt wer⸗

dn müßten, als der Etat dies vorſchreibt; oder fürch⸗

em Subjecl? tet dieſer abgeſtumpfte, altersſchwache Greis vielleicht

ohl nichts A ein paar Zeugen mehr, ſobald auch hier das Werk 4 ihe des Verraths und der Schande offenbar wird?

Die Schande wird allerdings früh genug herein⸗

u, un tha rechen, bemerkte Rothenſee,darum ſo bald wie

3a, ue De, füplich fort von hier! Es handelt ſich jetzt nur noch

Elel ein,

ae der gchcs.. 4 dpe p die letzte Parole um das Rendezvous, wo wir

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wieder zuſammentreffen, wenn Ihre Wunden Ihnen uns zu folgen geſtatten.

So möge Stettin als Ort hierfür beſtimmt ſein, erwiderte Schill.Dort wollen wir weiter überlegen. Noch iſt Raum genug da, um das Panier der Frei⸗ beit aufzurichten, und wenn Alles verzagt, meine Freunde, wir wollen feſtſtehen wie die deutſchen Ei⸗ chen, und wendet uns das Glück den Rücken, und ſind wir nicht dazu berufen, den Auferſtehungsmorgen zu feiern, nun, dann lieber ein Ende mit Schrecken, als Schrecken ohne Ende! b

Alſo in Stettin! ſagten ſeine Gefährten, ſich erhebend,in Stettin ſehen wir uns wieder, dort er⸗ warten wir Sie!

Ich werde bald nachkommen, lächelte Schill. Dieſe unfreiwillige Ruhe laſtet wie ein Alp auf meiner Bruſt; es ſehnt ſich mein Herz nach freien, männlichen Thaten!

Die drei Freunde drückten ſich nochmals die Hände und trennten ſich dann, um, der Verabredung gemäß, an's Werk der Ausführung zu ſchreiten.

(Fortſetzung folgt.)

Der Edelknabe Leubelfing

und

Guſtav Adolph's Tod bei Lützen.

Hiſtoriſche Skizze von

Heinrich Weber.

I. Nürnberg.

Einen ſchöneren Tag hatte die altehrwürdige deutſche Reichsſtadt Nürnberg wohl nicht geſehen, als der 21. März des Jahres 1632 war. Guſtav Adolph, der hochgefeierte Schwedenkönig, war Tags vorher mit ſeinem ſieggekrönten Heere in der kaum vier Meilen von Nürnberg gelegenen Stadt Fürth eingetroffen, um Baierns Feldherrn Tilly zu verfolgen und zu vernichten.

Endloſer Jubel verbreitete ſich bei der Nachricht von der Ankunft des heldenmüthigen Königs in Nürn⸗ berg. Schon am 20. März eilte eine Geſandtſchaft der Stadt nach Fürth, um den König zu bitten, Nürnberg mit ſeinem Beſuch zu erfreuen. Dieſer ge⸗ währte die Bitte. im waren die erſten Strahlen der heitern Frühlingsſonne hervorgebrochen, als auch ſchon feſtlich geſchmückte Menſchenmaſſen die Stadt durchwogten. Die Bürger ſtellten ſich in ihren Waffen