Jahrgang 
31-52 (1863)
Seite
741
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Vierte aßt m

mich de. gen für i Mrli ee mit ſtarren, todesmüden Augen dieſes Schau⸗ a erſam ſihiel, während ſeine Freunde wieder beſorgt auf ihn velche iht ſlckten, denn ſo ſehr er es auch zu verbergen bemüht

zar, man ſah es ihm doch an, daß er ſich kaum mehr ufrecht zu halten vermochte, da ſeine ſchweren Wun⸗ n noch immer unverbunden waren und die Gluth es Fiebers bereits in ſeinen Adern zehrte.

Plötzlich ſtieß Rothenſee einen Schrei der Freude uus und ſprengte auf einen kleinen offenen Korbwa⸗ uen zu, welcher auf der Chauſſee herangerollt kam nd eben die erſten Häuſer von Weißenſe aſſiren nollte.Um Gotteswillen, Doctor, halt! k rief f er und lach kuzen Niißte gleichzeitig einen kleinen dicken Mann am Arm, terz ließ nich pelcher in der Uniform der damaligen Feldärzte in ffalln. Aber um Gefährt ſaß, während ein breiter Medieinkaſten, gloſſen fort, indius dem Flaſchen und Näpfenmit Salben hervor⸗ uc wieder hoff Uickten, vor ihm aufgeſtellt war.

eine VergeliuJa, halt! halt! ſagte der Regimentsarzt Flem⸗ L·ſen Sie wi ung vom Regiment Gensdarmen,Sie ſehen wohl, anh, hier, wo Alles davonläuft, nichts mehr zu halten lagdeburg, wo ſäf! Aber gleichviel, ich freue mich, Sie wieder zu ſchen, Herr Graf, denn ich hielt Sie auch ſchon für teſen unheilvolhaloren, und nun ſagen Sie mir geſchwind, womit alhin durchzuſth dienen kann, denn viele Zeit bleibt uns nicht, da Ider ſehen muß, wie er ſeine Haut, ſo gut es geht, c bei dieſen Mi Sicherheit bringt. ir die EnergieſIch nehme Ihre Hülfe für einen ſchwerverwun verſuchte ſogat päͤien Cameraden in Anſpruch für einen tapferen drut ſtrafte dedfficier, welcher dem König erhalten werden muß und s ihm wit Pihar vielleicht für die Zukunft noch zu etwas Großem egen, welches hiſtimmt iſt. Ich ſtehe augenblicklich zu Dienſten, ſagte der Leine dicke Chirurg, mit ſeinem Wagen in einen of⸗ de Rothenſee, Elen Thorweg einlenkend,ſoll amputirt oder trepa⸗ dn daun töuſcit werden, oder handelt es ſich um einen bloßen aube ich abel, Zeband einzelner Fleiſchwunden oder Knochenver⸗ befinden, und hhingen? 74 e ſeuu töunen. Mit dieſen Worten war der Jünger des Aes⸗ Nach Veultſap vom Wagen geſprungen, hatte ohne weiteres

techen ſehe, evellaſſen we Konnen Sie u Lood. bher ke Segle,

land dann ſ as ſollen die Iw verzagen?

ruhlte, als er

hel. aſten Häuſel dicu dem an den Hof ſtoßenden Wohnzimmer Beſitz un das gults dethmmen und begann hier ſein Beſteck zurechtzulegen

ſeine Salben und Heftpflaſter auszubreiten. In⸗

riſchen hatte der Graf mit Werdau's Hülfe auch dar Heaſtrotn von Schill hereingeführt, und Beide ließen ihn

nuf ungel zufautctſam auf einem Stuhl nieder.

uruais, Der Doctor began zu unterſuchen und machte

ur ra ſaernſtes Geſicht.Der Herr kann nicht weiter,

e eunm ochtlſte er,und ich begreife nicht, woher er die Kraft

model eteu. eicmmen hat, ſich noch bis hiexher zu ſchleppen. egel Schill hatte wieder, vom Schmerz und vom Fie⸗

muuen ſucfe ubermannt, die Augen geſchloſſen und hörte von

wzu ln 1 iiſen Aeußerungen gar nichts.

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Aber wir können ihn hier nicht ſeinem Schick⸗ ſal überlaſſen, ſagte Rothenſee.Er hat wie ein gefochten, und wir haben ihm Waffenbrüderſchaft geſchworen. f

Warten Sie, ſagte der Doctor nachdenkend, wobei er fortfuhr den Verband anzulegen,wohin wollen Sie, meine Herren? 4

Nach Magdeburg.

Hm, das ließe ſich machen. Hören Sie. Alle Drei kann ich freilich nicht mitnehmen, aber Einer hätter zur Noth wohl noch Platz auf meinem Wagen. doch nie Ihr

Held

Doctor, Sie verleugnen gutes Herz.

Der kleine, dicke Mann winkte abwehrend mit der Haud.Larifari, ſagte er,mein gutes Herz hat mir noch verdammt wenig eingebracht. Schadet auch nichts, verlange von Niemand etwas! In Magde⸗ burg habe ich einen alten Freund, einen ehemaligen Univerſitätsgenoſſen, den Sprachlehrer Berr, der durch und durch Patriot iſt. Dorthin briuge ich den Herrn von Schill, da wird er ſchon gepflegt werden, und ſo Gott will, hilft ihm ſeine Jugend durch.

Der wackere Mann war jetzt mit ſeinem Verbande fertig, und unter dem Beiſtand unſerer beiden⸗ Bekann⸗ ten wurde der Verwundete auf den Wagen gehoben.

Das Fieber ſchüttelte ihn heftig, und unter dem Einfluß der vereits eingetretenen Paroxysmen deſſel⸗ ven fragte er mit matter Stimme und halbgebroche⸗ Augen:Wohin?

Nach Magdeburg, lieber Schill, antwortete der Graf,wir folgen nach.

Der Kranke nickte mit dem Kopfe. Dann ſtreckte er ſeinen Gefährten erſchöpft die Haud entgegen, die dieſe gerührt drückten.

Wachen Sie über ihn, Doctor, bat Rothenſee nochmals, als Flemming aus dem Thorwege bog.

Was ich ubernehme, übernehme ich nicht halb, entgegnete dieſer.Seien Sie daher unbeſorgt und vergeſſen Sie den Namen Berr nicht.

Der Wagen rollte langſam fort.

Erliſch nicht, Du Peldenſeele, ſagte gerührt der junge Officier,eine Zukunft liegt noch vor Dir.

Vielleicht iſt es ſeine Beſtimmung, den Funken der Beigeiſterung wieder in unſerem Volke zu wecken, fügte prophetiſch Werdau hinzu.

Gott gebe es, ſagte ſeufzend ſein Gefährte.

Beide beſtiegen nachdenkend wieder ihre Pferde. Drei Tage nachher waren ſie in Magdeburg.

In Magdeburg befand ſich die geſammte Be⸗ völkerung in der größten Aufregung. Unaufhöͤrlich drängten ſich von allen Seiten Flüchtlinge herbei,

welche der unglücklichen Doppelſchlacht von Jena und

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