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r A et„Stierkopf“ Bukephalos, auf dem er ſeinen Feldzug als io berer Indiens machte, war ein Theſſalier. In Ba⸗ llon befand ſich eine königliche Pferdezüchterei von 24,000 urt auserwählten Thieren.—
Durch Griechen, noch wahrſcheinlicher aber durch Afri⸗
er erhielt Italien die erſten Pferde, deren Veredlung ſich „Römer ſeit den puniſchen Kriegen ſehr angelegen ſein lie⸗ in. Gute Renner waren ſehr theuer, denn man zahlte oft ir ein einzelnes Pferd 10,000 Fl. Erſt unter den Kaiſern frte man das Beſchlagen der Pferde ein, und Nero ver⸗ rnudte dazu ſilberne Hufeiſen.
Auch die Bewohner Frankreichs lernten erſt 500 Jahre unch Chriſto ihre Pferde beſchlagen oder vielmehr Eiſen mit Ain dern unter dem Hufe befeſtigen. Die galliſchen Pferde
ſſtitzte man, obgleich ſie kein ſchönes Anſehn hatten, ſchon a Cäſar's Zeit wegen ihrer Ausdauer. Als Cäſar an Bri⸗ u tniens Küſte als der erſte Römer landete, gefielen ihm die tuffllichen Pferde, welche die im Lande üblichen Kriegswagen mpen, ſo ſehr, daß er viele mit nach Rom nahm. — Bei den Germanen ſtanden zu Cäſar's Zeit die kleinen
1 auerhaften Pferde in ſo hohen Ehren, daß der Vater ſeiner Ichter zur Ausſteuer außer Rindern ein aufgezäumtes Pferd, Sfild, Spieß und Schwert gab. Die kleinen germaniſchen erde waren ſo eingeübt, daß ſie auf der Stelle ſtehen blie⸗ ſen, wenn die Reiter mitten im Gefecht abſprangen, um zu 8 zu käntpfen. Auf einem Sattel zu reiten, galt bei den u Dutſchen als ein Zeichen der Verweichlichung(ſelbſt die
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zunen ritten auf Sätteln!), weßwegen denn auch kleine ger⸗ l, rniſche Reiterhaufen verwegen ſich auf römiſche Reiterregi⸗ Pferd. rnter ſtürzten, weil dieſe auf Sätteln ſaßen. Cäſar gab
daͤmath eien deutſchen Reiterſöldnern große römiſche Pferde, erkann⸗ 0 t iber bald, daß die deutſchen viel brauchbarer waren, und g rite dieſe wieder ein. In der berühmten Schlacht bei Pferdet aorfalus ſiegte er mit ihrer Hülfe über Pompejus, denn 5000 rmiſſe im wil nßniſche Reiter, meiſt Adelsſöhne, wurden von nur 800 enordweſtlt euſchen Reitern niedergeritten und in die Flucht getrieben.
doch iſt din Slche Beiſpiele kamen öfter vor, daß die Germanen eine als noch ſt bis ſechsfache Uebermacht beſiegten. Abgeſehn von ihrer lebten, d knlegenen Körperkraft, die auch auf die Zumuthung an das Leiere waren Sſer überging und daſſelbe übte, mußte ſchon die furchtbare Ind in Eiſen üwegenheit des Muthes die Römer in Verwirrung bringen, in den übr adie Germanen mitten unter der feindlichen Reiterlegion
hen in deneleunn Pferde herunterſprangen und eine Weile zu Fuß kämpf⸗ jere Zeitgeniſtdn Warum ſie dies thaten, würde man nicht begreifen 5 Vmen, wenn man nicht annehmen müßte, daß ihre große ct, ve ealiche Sicherheit und Raſchheit es ihnen wahrſcheinlich zu ddin die B noch leichter machte, die Feinde vom Pferde zu ſtechen; dee ſachte 8 ſheint, daß ihnen, geſchützt durch ihre großen Schilde und Indi iee ungeheure Körperſtärke, der Anſprung eines Roſſes . ſelten cts abſolut Niederwerfendes gehabt hat, ſonſt würden ſie —— in Gedränge zu ſehr gefährdet geweſen ſein, da ſich von der kum ei lanzen Lanze wohl wenig Gebrauch machen ließ.)
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— Bald galten die thüringiſchen Schlachtroſſe für die tüch⸗ den N, Garth tihſen, und damals aß man auch an gewiſſen Feſttagen
n de das Fleiſch dieſes gottgeweihten Thieres, bis es der heilige iien. di Polffacius verbot, weil er dieſe heidniſche Sitte für ein res beſtand“ Faderniß der Befeſtigung im Chriſtenthum hielt.
Noch höher ſtieg der Werth guter Pferde während der ngs e itz bterwanderung, da die erobernden Germanen nur mittelſt pte w ſen kräftigen Pferde weite Länder ſchnell durchreiten, Feinde tten, dieſen 14 ereilen und offene Landſchaften raſch überfallen konnten. 1 Atu emannrich, König der Thüringer, ſchenkte ſeinem Schwie⸗ n neg gſrmer Theodorich prachtvolle Schimmel. Die Gothen
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müſſen tüchtige Reiter geweſen ſein, denn als der griechiſche Kaiſer Zeno dem Theodorich, welcher ſich als Geiſel in Con⸗ ſtantinopel aufhielt und dort einſt bei einem Aufſtande dem Kaiſer das Leben rettete, ſich dankbar erweiſen wollte, ließ er ihm eine Reiterſtatue vor dem Palaſt errichten. Auch in Ravenna befand ſich eine ſolche, welche den Gothenkönig auf bäumendem Roſſe darſtellte und welche Carl der Große nach Aachen ſchaffen ließ.
Als Totilas, der vorletzte Oſtgothenkönig, in ſeiner letzten Schlacht gegen die Griechen(deren Feldherr Narſes war, 552 nach Chr.) deren Heer hinhalten wollte, weil er noch 2000 Reiter erwartete, ſo ſprengte er vor ſeinem Schlacht⸗ haufen auf und ab, um ſeine Reiterkünſte zu zeigen, warf im Galopp ſeine Lanze in die Luft und fing ſie wieder auf, warf ſie auf die Erde und hob ſie im Vorbeijagen wieder auf, und hing bald auf der einen, bald auf der andern Seite ſeines muthigen Roſſes.(Trotzdem fiel er in dieſer Schlacht, ein zweiter Leonidas, mit all ſeinen Gothen gegen die Uebermacht und geübtere Feldherrnkunſt des Narſes.)
Die Jazygen und Sarmaten Ungarns bedeckten ſich und ihre Pferde mit einem Schuppenkleide, welches eng anlag. Hunnen, Avaren und Magyaren wurden durchihre leichte Reite⸗ rei ihren Feinden furchtbar, bogen ſich im Kampfe unter das Pferd und ſchoſſen ihre Pfeile zwiſchen den Füßen deſſelben durch, wie es die Jagdnomaden Nordamerikas noch heute thun. Die Hunnen aßen und ſchliefen(?) auf ihren Pferden, ritten das unter den Sattel gelegte Fleiſch mürbe und wurden durch das beſtändige Reiten von Kindheit auf noch krummbeiniger, als ſie vielleicht ſchon waren, und taugten nicht zu Fuß⸗ märſchen.
Als Deutſchland den ungariſchen Reiterheeren hülflos preisgegeben war, verordnete Heinrich I., der Vogler, daß derjenige ein Reichslehen erhalten ſollte, welcher ſich beritten zur Volkswehr ſtelle, und daß jene Reiter ſich alljährlich üben ſollten, in geſchloſſener Reibe zu reiten.(Dieſe Verordnung beweiſt zugleich, wie wenig Pferde es gab und wie dünne das Land bevölkert war, ſonſt würde es nicht möglich geweſen ſein, ſo freigebige Verſprechungen zu machen.)
Aus jenen Reitern wurden Ritter, und ſchon zur Zeit der Kreuzzüge beſtanden die Heere größtentheils aus gehar⸗ niſchten Reitern und wurden die Schlachten Reitergefechte, bis die ſchwerfälligen Ritter der Armbruſt der Bürger und den Schweizern bei Morgarten und Sempach erlagen, ſo daß man ſeitdem die Entſcheidung der Schlacht dem maſſiven Viereck ſpießbewehrter Landsknechte zuwies.
Nach Amerika wurde das Pferd erſt durch die europäi⸗ ſchen Entdecker und Eroberer verpflanzt. Sie flößten den Eingebornen der Goldländer in dem Gebiete der Cordilleren lähmenden Schrecken ein. Dieſe glaubten nämlich, Reiter und Pferd ſeien ein lebendiges Weſen, welches ſich beliebig theilen und wieder vereinigen könne! Nach und nach, als ſie bereits unterlegen waren, wurden ſie indeß mit der Natur des Pferdes ſehr vertraut und machten daſſelbe zu ihrem ſteten Begleiter. Sie zogen zu Pferde auf die Jagd aus, legten die ungeheuren Strecken ihrer Steppen auf denſelben zurück, zogen unſtät umher, da ſie leicht aus beutearmen Ge⸗ genden in beutereiche kommen konnten, und wurden durch ſchnelle Ueberfälle den Nachbarn gefährlicher, entfremdeten ſich der Geſittung immer mehr, da ſogar die Gauchos, die Abkömmlinge der Europäer, unbändige Pferdenomaden wur⸗ den, und hinderten dadurch die Verbreitung feſter Anſiedlun⸗ den. Selbſt die Patagonier wurden aus Hirten ein Räuber⸗ volk, ſeit ſie Reitpferde erhielten.(Man ſieht alſo, daß das


