Jahrgang 
31-52 (1863)
Seite
731
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uid Zerknirſchung kommt ihnen dabei nicht in den iinn. Ich glaube, dergleichen Verirrungen der Ehr⸗ ggriffe koͤnnten ſich jetzt nicht wieder ereignen, und ß man dies wenigſtens glauben, wenn auch noch ſcht mit Gewißheit behaupten kann, wollen wir als unen ſegensreichen Fortſchritt betrachten.

Die in der Weltgeſchichte nicht ganz ſeltene Er⸗ geinung, daß Mädchen oder Frauen aus Begeiſterung ir das Vaterland mit in die Schlacht zogen, kommt in Allgemeinen bei den germaniſchen Stämmen, viel⸗ nicht weil bei ihnen das Weib am weiblichſten iſt, tener als bei manchen andern, z. B. romaniſchen und polniſchen Völkern, vor.

Im Freiheitskriege jedoch bethätigte ſich auch Uſer Grad von Enthuſiasmus. Die Chroniken jener phit nennen uns mehrere ſolcher Heldinnen. Der Nume Eleonore Prohaska iſt bekannt und von Dich⸗ tnn verherrlicht worden; weniger der der muthigen Ama Lühring.

Während Preußens Söhne auf den ſandigen Flä⸗ Um der Mark ſtritten, gab ein günſtiges Geſchick dem Aneral Wallmoden Gelegenheit, eine glänzende Waf⸗ eithat auszuführen. Man hatte nämlich bei einem feangenen feindlichen Officier ein Dienſtſchreiben ge⸗ muden und hieraus erſehen, daß der Marſchall Da⸗ olſt die Diviſion Pecheux auf das linke Elbufer arſendet hatte. Dieſe beſchloß man anzugreifen. Am 6. September bei dem Göhrder Walde ſtieß man ſa den Feind. Tettenborn trieb mit ſeinen Koſaken urnd preußiſchen Jägern die Franzoſen durch das Ge⸗ 15t, hielt ſich aber, am jenſeitigen Rande angekommen, wict für ſtark genug, die durch einen tiefen Bruch nedeckte feindliche Stellung vor Ankunft Pfuel's und Whirnberg's, die den Franzoſen in Seite und Rücken ſilen ſollten, anzugreifen. Es neigte ſich bereits zun Abend, als endlich links am Waldrande Kanonen⸗ dymner die Ankunft Pfuel's verkündete und auf der atͤern Seite Dörnberg's Reiter hervorbrachen. Von allin Seiten umringt, ordnete Pecheux den Rückzug aut, doch unaufhaltſam dringen die Lützower auf ihn ein, ſeine Reihen werden durchbrochen und niederge⸗ ritten. Nach tapferer Gegenwehr muß ſich ſein Corps eſgeben, der General ſelbſt rettet ſich mit nur geringer Manſchaft nach Lüneburg. Unter den muthigſten Sstieitern der Lützower hatte ſich ein junges Bürſch⸗ diſen von mittler Größe mit lebensfriſchen Wangen in heißen Kampfe hervorgethan. Jetzt lag der ta⸗ ſee Streiter bei den Schwerverwundeten der Lützow'

da Freiſchaar. Beim Verbinden fand ſich daß ſd 16 tin Mädchen war, welches die Todeswunde für's 9 ſderland erhalten. Die begeiſterte Jungfrau hieß lonore Prohaska und war die unbeſcholtene Tochter

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eines Muſiklehrers in Potsdam. Sie hatte bis dahin unerkannt unter dem Namen Auguſt Renz auf das Tapferſte in den Reihen der Männer gefochten und ſich durch Pflichttreue und geſittetes Weſen Allen lieb und werth gemacht.

Von der allgemeinen Vaterlandsliebe ergriffen hatte ſie im Frühjahr das väterliche Haus verlaſſen und war verkleidet bei den Lützowern eingetreten. An der Göhrde war ſie unter den Erſten, welche die vom Feinde beſetzte Anhöhe ſtürmten. Sie ſtarb mit ruhiger Faſſung am folgenden Tage zu Dannenberg unter den heftigſten Schmerzen.

Zu derſelben Zeit trat noch eine andere helden⸗ müthige norddeutſche Jungfrau in die Reihen der tapferen Lützower. Es war dies Anna Lühring, die Tochter eines geachteten bremiſchen Bürgers, des Zimmermeiſter Lühring.

Als nämlich am 15. October Tettenborn unter den Wirbeln der Trommeln und dem Schmettern der Hörner ſeinen Einzug in Bremen gehalten und dieſer Tag in der befreiten Stadt, wie nach langer Nacht der erſte heitere Sonnenblick, mit unbeſchreiblichem Jubel begrüßt und gefeiert wurde, da reifte in einer kühnen Mädchenſeele der längſt gehegte Gedanke zum feſten Entſchluß. Mit der ehemaligen Dienerin des elterlichen Hauſes, welche ſich an einen Horniſten ver⸗ heirathet hatte und dem Corps als Marketenderin ge⸗ folgt war, verließ ſie heimlich das Vaterhaus. In Münſter ſchaffte ſie ſich Uniformſtücke an und erreichte in der rauheſten Jahreszeit, alle Schwierigkeiten mit ungebeugtem Muthe überwindend, nach einer höchſt beſchwerlichen Fußreiſe das bei der Belagerung Jü⸗ lichs thätige dritte Bataillon der Lützower Fußjäger.

Sie gab ſich für einen Studenten aus und ward unter dem Namen Eduard Krauſe bereitwillig in das Corps aufgenommen.

Standhaft überwand ſie das geheime Grauen, deſſen ſie ſich doch nicht ganz erwehren konnte, als ſie in dunkler Nacht zum erſten Male auf dem äußer⸗ ſten Vorpoſten ſtand. Glücklich überwand ſie auch alle Strapazen des hööchſt beſchwerlichen Dienſtes und wankte nicht, als im erſten Gefecht die ihr zunächſt ſtehende Rotte durch eine Stückkugel hinweggerafft wurde. Endlich ward das Corps abgelöſt und der lang erſehnte Marſch nach Paris angetreten. Doch ſchon war der große Kampf entſchieden. In La Fore traf die tapferen Lützower der Befehl zum Rückmarſch. Bisher hatte ſich Anna Lühring, durch einen Brief verrathen, nur ihrem Hauptmann entdeckt. Aber wie erſtaunte ſie, als ihr beim Austritt bekannt wurde, daß das ganze Officiercorps um ihr Geheimniß ge⸗ wußt, daß man ſich jedoch nicht das Geringſte, weder