Jahrgang 
31-52 (1863)
Seite
730
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auch dieſe Erſcheinungen mehren, ſo ſind ſie doch im⸗ mer noch bei weitem nicht ſo häufig, als ſie ſein ſoll⸗ ten. Ich ſage das hauptſächlich im Vergleich zu an dern Völkern, die mit einem viel höheren Stolz als wir auf ihre Großthaten oder berühmten Perſönlich⸗ keiten und Errungenſchaften blicken und ſich ihrer Ge⸗ ſchichte froh bewußt ſind. Nationalſtolz iſt immer eine wohlthätige und angemeſſene Erſcheinung für jedes tüchtige und ſtarke Volk; nur bei dem ſchwachen könnte er zur Lächerlichkeit werden.

Das deutſche Volk hat übrigens mit einer Art von richtigem Inſtinct gehandelt, daß es keinen Na⸗ tionalſtolz zeigte, denn bisher war es ſchwach, inſo⸗ fern Kraft und Stärke nur in Einheit und Einſtim⸗ migkeit einer Nation beſteht und man erſt in der Gegenwart auf dem Wege iſt, dieſe zu erringen. Mit dieſem Erringen ſteigert ſich auch, wie man täg⸗ lich ſieht, das Selbſtgefühl mehr und mehr.

Die Verfaſſer des vorliegenden Buches machten ganz richtig dieſelbe Bemerkung.

Im October dieſes Jahres waren es funfzig Jahre, daß auf den Gefilden Leipzigs die große Völ⸗ kerſchlacht ſiegreich für die deutſchen Fahnen und für die deutſche Ehre entſchieden worden iſt. Jahre der herbſten Prüfung, Jahre der Verkümmerung der feier⸗ lich anerkannteſten Volksrechte, Jahre vielfach unter⸗ brochenen Strebens der beſten und edelſten Männer unſeres Volkes, Jahre aber auch, in welchen das deutſche Volk, wir hoffen es zuverſichtlich, ſich ſelbſt wiedergefunden und gelernt hat, einig zu werden, liegen zwiſchen jener großen Zeit und heute.

Ein neuer friſcher Geiſtesodem durchzieht gegen⸗ wärtig Europa, und auch in unſerer Nation mehren ſich die Zeichen einer beſſern Zeit.

In Nord und Süd unſeres Vaterlandes reichen ſich die Bruderſtämme allenthalben die Hand; in Vereinigungen mannigfachſter Art beſiegeln ſie, bei ernſten Waffenübungen, bei bedeutungsvollen Bera⸗ thungen unter Sang(und man darf auch hinzuſetzen unter Schmaus und Trank nach altdeutſcher Sitte) das Gelöbniß, treu und ausharrend zuſammenzuſtehn in allen Nöthen, die der Herr des Himmels etwa noch über unſer geliebtes Vaterland verhängen möchte.

Dieſer Aufſchwung hat ſich langſam, aber ſtetig,

ans dem inneren Leben unſeres Volkes heraus ent⸗

wickelt und verbürgt unſerem gemeinſamen Vaterlande eine neue Zukunft nationaler Größe, Macht und Selbſtſtändigkeit, welche einer hochgebildeten Nation von funfzig Millionen unmöglich verloren ſein kann, ſo lange ſie ſich nicht ſelbſt aufgiebt. Die völlige Wiedergeburt unſeres Vaterlandes iſt für uns nur noch eine Frage der Zeit. Unſere heutige Generation

Novellen⸗

Zeitung.

hat an dem großen Werke unverdroſſen mitgearbeitet; möge das vor unſern Augen erwachſende neue Ge, ſchlecht es vollführen.

Wer möchte dieſen Hoffnungen nicht gern bei⸗ ſtimmen? und eben ſo muß man es loben, daß die Herausgeber in ihrer Schilderung des Befreiungz⸗ krieges auch auf die geiſtigen Helden Rückſicht ge⸗ nommen haben, welche als Bildner des Volkes den Unterbau zu großen Thaten begründeten. Schilm, Kant, Fichte, Schleiermacher ſind dabei ebenſo wichte als die perſönlich ſich aufopfernden Geſtalten Paln, Erzherzog Karl, Schill, Dörnberg, Braunſchweig⸗Oel, Andreas Hofer. Mit beſonderm Nachdruck geht dis ſehr angenehm lesbare Buch auf Scharnhorſt, Stein, Arndt, Theodor Körner, Jahn ein und begleitet das Leben der berühmten Generale, wie York, Bülom Tauentzien, Borſtell, Kleiſt, Blücher und Gneiſenau mit angemeſſener Ausführlichkeit.

Da hierbei auf die beſten Geſchichtsſchreibn Rückſicht genommen iſt, ſo werden dieſelben oft auch direct redend eingeführt, wodurch eine anregende Aü⸗ wechſelung in Vortrag und Färbung der Darſtellungn kommt.

Die Kämpfe bis zur Völkerſchlacht bei Leipe bilden die zweite, dieſe ſelbſt mit allem Zubehör de dritte, der Feldzug in Frankreich die vierte, Waterlao und St. Helena endlich die fünfte Abtheilung.

Sie werden finden, daß in dem ganzen Werte ein aufrichtiger, würdiger Ton waltet und man du rühmenswerthen Tapferkeit und Ausdauer der Fran⸗ zoſen, unſerer als Krieger wirklich erhabenen Feinde, gerechte Beachtung widerfahren ließ. Wie oft ſind ſie in der Minderzahl geweſen, vielfach eingeengt un beſtürmt im fremden Lande, und wie oft haben ſe

überlegen waren. Kraft, denn ihre Reihen waren geſchmolzen,

junger Mannſchaften

ob ſich wohl franzöſiſche Truppen ſo lange würdet

ſich ſiegreich aus den ungünſtigſten Poſitionen heraut geriſſen! Man muß ſagen, daß ſie, beſonders i Führer Napoleon ſelbſt, uns bis zum letzten Auget blick an militäriſchem Geſchick und Feldherrnkumt d Nicht ſo an Zahl und geſundeſ. ihen Phyſis von langen Kämpfen ermüdet, und der Zuze litt oft an knabenhafter Unreiſe Es wäre von Intereſſe, wenn ſich die Frage nicht miß aufwerfen, ſondern auch richtig beantworten ließeg

kämpfen, als es deutſche

Wie oft hört man noch heute alte Veteranen

lands ſich rühmen, daß ſie auch unter dem Bonaparte gedient haben!

mißbrauchen laſſen, gegen franzöſiſche Truppen, alſt von Patriotismus und Vaterlandsliebe gethan haben=

Das Gefühl der Schan

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