Jahrgang 
31-52 (1863)
Seite
728
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Unglucks fort, während mich die Verzweiflung hier feſthält. In dieſem Augenblick näherte ſich ihm ein ande⸗ derer Reiter, ebenfalls zu Fuß, dem das Blut noch friſch von der⸗Wange herablief. Camerad, ſagte er,ich glaube, es iſt Zeit, daß wir auf unſere Rettung Bedacht nehmen, wenn wir nicht den Franzoſen in die Hände fallen wollen. Wiſſen Sie, welchen Rückzug die Armee genommen hat? Die Armee? antwortete der Dragoner.Ich glaube kaum, daß es noch eine Armee giebt. Vor etwa einer Viertelſtunde ſprengten hier ein paar hohe Officiere vorüber, die davon ſprachen, daß Magde⸗ vurg als Sammelplatz beſtimmt ſei. Gut, entgegnete der Andere, der ſich als Offi⸗ cier kenntlich machte,ſo wollen wir es, ſo gut es geht, zu ermöglichen ſuchen und uns nach dieſer Rich⸗ tung hiff durchſchlagen. Sie ſind ebenfalls verwundet. Ein leichter Hieb im Kopfe. Wie ich eine leichte Schmarre über's Geſicht. Es bleiben jedem von uns aber noch zwei geſunde Arme und ein Herz, das der heutige Unglückstag wohl hat niederbeugen, aber nicht entmuthigen können. Den⸗ ken Sie nicht auch ſo, Camerad? Der Dragoner hatte inzwiſchen den Waffenge⸗ fährten, welchen ihm der Zufall zugeführt, ſchom eine Weile aufmerkſam betrachtet. Als jetzt der Mond einen Augenblick aus den Wolken trat, beugte er ſich vor, um deſſen Geſichtszüge näher ins Auge zu faſ⸗ ſen, fuhr aber gleich darauf erſtaunt zurück, wobei ein Ausruf der Ueberraſchung über ſeine Lippen glitt. Was iſt Ihnen? fragte der Andere, der ſich dieſes Benehmen nicht erklären konnte. Nichts, gar nichts, entgegnete der Dragoner, indem er die Arme kreuzte und mit gerunzelter Stirn den Kopf ſenkte.Ich finde es nur ſonderbar, mit welcher Beharrlichkeit das Schickſal mich immer wieder mit Ihnen zuſammenführt. Zuerſt im Theater, dann in der Spandauer Straße und jetzt wieder hier. Alle drei Orte erinnern mich nur an Niederlagen. Und vielleicht auch an die Revanche, die Sie

noch zu nehmen haben, entgegnete der Officier. Auch ich erkenne Sie jetzt wieder; Sie ſind derſelbe, welcher in Berlin ein ſo lebhaftes Intereſſe für das junge Mädchen zeigte, deſſen Bekanntſchaft ich eben⸗ falls machte.

Alſo werden Sie begreifen

Daß wir uns nicht als Freunde begrüven kön⸗ nen, ergänzte der Andere.Gut, ich verlaſſe Sie. Oder beſtehen Sie darauf, daß ich Ihnen Genugthu⸗ ung gebe?

Novellen⸗

wartete Widerſtand erbitterte.

Zeitung.

In dieſem Augenblick ſprengten zwei Reiter dicht an ihnen vorüber. Durch das Geſpräch aufmerkſam gemacht, warfen ſie ihre Pferde herum und mit den. Rufe:Halte! Qui vive? waren ſie an der Seiter der beiden jungen Leute und ſchwengten ihre Säbel⸗ hinter deren Köpfe.

Hinter die Lafette! rief Werdau ſeinem Ge⸗ fährten zu.

Beide ſprangen raſch zwei Schritte zurück, um

die Pferde der Franzoſen prallten gegen das demen

tirte Geſchütz.

Es wird nicht lange dauern, ſo werden ſie umd von hinten angreifen, ſagte der Dragoner, welchan eben einen Hieb parirt hatte.

Warten Sie ein wenig, rief ſein Kampfge noſſe, indem er ſeinen Pallaſch fortwarf und gleich⸗ zeitig unter der Kanone verſchwand.

Pfui, murmelte der junge Mann, nich hätte ihm doch mehr Muth zugetraut, und begann ſich von neuem, ſo gut es ging, gegen den Angriff ſeiner Geg⸗ ner zu decken.

Sacre Prussien! riefen dieſe, welche der unen

In dieſem Augenblick tauchte hinter ihrem R⸗ cken eine mit einem Kanonenwiſcher bewaffnete Geſtul auf und führte einen mächtigen Schlag gegen einn der Angreifer.

Der Franzoſe taumelte auf ſeinem Pferde, die Zügel fallen und ſtürzte zur Erde.

Gut gemacht! ſchrie Werdau,jetzt wollen wir auch dem Andern zeigen, daß man uns nicht ohſe Weiteres in den Sack ſtecken kann.

Mit dieſen Worten ſtürzte er raſch wie der Blit⸗ auf den Chaſſeur zu, drängte ſich ſo dicht wie möglich an ihn heran und ging ihm entſchloſſen mit der Kling zu Leibe. t

Decken Sie ſich nur

lieh

mich machen. Ah diable! ſtöhnte plötzlich der Franzoſe und kippte bügellos nach der Seite über, wobei er ſeinen

ſo gut wie Sie können rief der Gensdarmenofficier,das Uebrige laſſen Sie

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Säbel fallen ließ. Bravo! rief unſer Bekannter ſeinem Gefährten zu, indem er den Chaſſeur vollends zur Erde zog⸗

das war ein prächtiges Manöver, den Herrn Frai⸗

zoſen mir nichts, dir nichts, aus dem Sattel i heben.

Halten Sie das Pferd feſt, ſagte der Garde officier, indem er gleichzeitig dem anderen Thiere in den Zügel griff.

So, nun ſind wir beritten großer Befriedigung.

¹ rief Werdau mit

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