Vierte
gehen, da urr, der ſeinen lobenswerthen Ehrgeiz und ſeine Beharrlichkeit 5 Verhn mit belohnte, daß er ihm die erledigte Freiſtelle als Cadet 45 unſe inder Militärakademie in Weſtpoint verlieh. C. einer Er. tter lag, ung der z Obwot Eine Anekdote von Napoleon III. nict entn Pariſer Blätter theilen jetzt einen wenig bekannten, aber und ſiche uch ihrer Verſicherung ganz authentiſchen Zug aus dem
vorzubereit
Aben des Kaiſers der Franzoſen mit.
Im Jahr 1856 während ſeines Aufenthalts in Biar⸗ 6 beſuchte er eines Tages die Meeresküſte und kam dort in um Augenblick an, wo eben eine Barke geſcheitert war und zo die beiden Fiſcher, denen ſie gehörte, wie durch ein Wun⸗ ur gerettet worden waren.
Der Kaiſer ſieht einen Zuſammenlauf von Menſchen und erkundigt ſich nach der Urſache. Man erzählt ihm das ireigniß, und ſein Mitleiden erwacht.
„Aber dieſe Unglücklichen können nicht ſo bleiben,“ ruft a,„ſie bedürfen trockner Kleider.“
Jedermann ſieht ſich an, doch von keiner Seite folgt ein ſnerbieten. Nun läßt der Kaiſer ſeinen Wagen herbeikommen, den die beiden durchnäßten Fiſcher ſich ſetzen müſſen, welche ir Kaiſer ſelbſt nach der Villa Eugenie fährt, wo er ihnen mn ſeinen eigenen Kleidungsſtücken Hemden, Beinkleider, eſten und Paletot geben läßt.
u, von wo Die armen Teufel waren vor Verwunderung ganz dem Oſten uler ſich; ſo ausſtaffirt hatten ſie ſich noch nie geſehen. der das) Einer von ihnen ſteckt ſeine Hand in eine Hoſentaſche
ad fühlt darin ein ſo feines Papier oder vielmehr zwei mzarte Papiere, daß er ſogleich vermuthet, in dieſer kaiſer⸗ ſihen Taſche müſſe etwas Außerordentliches ſein.
„Ach! mein Herr Kaiſer,“ ruft er aus,„iſt es denn uchr, daß alle dieſe ſchönen Kleider für uns ſind und daß rim ſie von uns nicht zurückfordern wird?“
„Ohne Zweifel,“ antwortete der Kaiſer ewas verſchenke, ſo iſt es verſchenkt.“
„Und das, was in der Hoſentaſche iſt?“
„Gehört mit vollem Recht dem Eigenthümer der Hoſe.“
Nun zieht der vor Freude und Aufregung purpurroth WWordne Fiſcher zwei Tauſend⸗Frankenbillets aus der Taſche, alche der Kaiſer darin gelaſſen hatte.
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aigaaſn Der andre Fiſcher unterſucht nun ſeine Taſchen eben⸗
nit dem gelt 116 84 doch ſie ſind leer.— Was thut der Kaiſer? Er blieb er ſnet ſein Portefeuille, nimmt aus demſelben zwei Tauſend⸗
5* einem Zankenbillets, und übergiebt ſie dem weniger begünſtigten
den Poſtwe ſicher, indem er ſagt, er wolle Keinen von ihnen eiferſüchtig Stunde zun ſachen.
2 Fhiffbrüchigen es zu verdanken, daß ſie jetzt unter ihren a ſaneraden ſich durch ihren Wohlſtand auszeichnen und an⸗ dinn teſhene Leute ſind. Das Unglück iſt zuweilen auch zu (nas gut! C.
Mineralogiſche Entdeckungen.
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n eigſchen Entdeckungen in Sibirien, die von einem Franzoſen 1 d 122
amens Alibert gemacht worden ſind, mitgetheilt:
„Als derſelbe eines Tages durch einen Engpaß in dem 1 iangebirge, welches das ruſſiſche Reich von China trennt, Jint ſite, bemerkte er eine ganz ungewöhnliche Subſtanz, die in
Dieſer kaiſerlichen Freigebigkeit haben die armen beiden
G—. 9„..„. In der„Illuſtration“ wird die Erzählung von minera⸗
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einer Spalte eines gigantiſchen Felſens lag. Er unterſuchte dieſelbe genauer, und ſehr bald kamen die Leute ſeines Ge⸗ folges herbei, welche gleichzeitig Führer, Bergleute und Koſaken ſind, und bedienten ſich ihrer Lanzen als Aexte und Hämmer. Nach einigen Tagen fortgeſetzter Arbeit erlangte Herr Alibert die Ueberzeugung, daß er auf der Spur einer unvergleichlichen Mine von Graphit oder Reißblei ſei. Gra⸗ phit iſt die Subſtanz, woraus Bleiſtifte gemacht werden, die den Alten nicht bekannt waren. Die Entdeckung des Graphit datirt erſt aus der Mitte des ſechszehnten Jahrhunderts. Guter Graphit iſt ſehr ſelten, weit ſeltner als Gold, Silber oder irgend ein andres mineraliſches Product. Das beſte Reißblei wurde bis jetzt in der Borrowdalemine in der Graf⸗ ſchaft Cumberland gefunden, doch dieſe Quelle iſt jetzt er— ſchöpft, und es werden nur noch kleine Stücke gefunden, wel⸗ che früher von den Bergleuten überſehen worden ſind. Der Entdeckung des Graphit in den erwähnten Gebirgen folgte die des Nephrit oder Jade. Bis jetzt hatte man dieſes Mi⸗ neral nur an wenig Stellen im chineſiſchen Reiche gefunden und wegen ſeines hohen Preiſes und ſeiner Seltenheit wurde das officielle Scepter der Beherrſcher des himmliſchen Reichs daraus gefertigt. Bekanntlich war eins der merkwürdigſten Stücke, welche von der Plünderung des Sommerpalaſtes bei Peking nach Europa gekommen ſind, ein Scepter von Jade. Ein 1200 Pfund wiegender Block von dieſem ſeltnen Mine⸗ ral und von einer ganz ausnahmsweiſen Reinheit iſt ſoeben gefunden wor den. Das Kenſington Muſeum in London be⸗ ſitzt ebenfalls einen ſchätzbaren Block von dieſem Mineral. C.
Kleine Kritiken.
Briefe des deutſchen Yorick an Eliſa. Heraus⸗
gegeben von.... Jena, bei Neuenhahn. 1863.
Es wird nicht wohl möglich ſein, daß irgend eine Kritik genügend die Tendenz begreift, welche der unbekannte Ver⸗
faſſer, der wohl mit dem Herausgeber ein und dieſelbe Per⸗
Verhüllung derſelben.
ſon geweſen ſein mag, bei der Edition dieſer Herzensergüſſe gehabt haben könnte. Auch iſt ſchwer einzuſehn, welches Publicum er ſich dabei vorgeſtellt, denn obgleich der Deutſche gern an allen Angelegenheiten verliebter Seelen mehr Antheil nimmt, als ſeine wenige freie Zeit eigentlich erlauben ſollte, ſo gehört doch, um dieſen Antheil hervorzurufen, dazu immer eine deutliche novelliſtiſche Entwickelung und Enthüllung der Verhältniſſe. Hier handelt es ſich mehr um eine myſtiſche Halb aus engliſchen Verſen und eng—
liſchen Proſazeilen, halb aus echtem altem Yorick und halb aus
nachgeahmtem neuem beſtehend,— alſo eigentlich drei Hälften enthaltend wie Schiller's Drache(„Halb Wurm erſchien's, halb Molch und Drache“)— haben wir ein phantaſtiſches Seuf⸗ zergebilde vor uns, das ſich jammernd über eine unverein⸗ bare Liebe austönt.
Das Ganze beweiſt nur die eifrige Production unſerer modernen Literatur, in der wirklich alle, ſelbſt die unerwartet⸗ ſten Erſcheinungen an der Tagesordnung ſind.
Zum Schluß iſt noch eine Auswahl aus den Gedichten des deutſchen Yorick angehangen. Neben viel Manierirtem, das an manchen Dichter anklingt, iſt auch manches Angenehme darunter, und unter dieſem ein ſehr hübſches Gedicht. Um in unſerm Urtheil nicht zu ſtreng zu ſein, melen wir das letztere mittheilen, Es iſt ein Herbſtlied:


