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ſind, denn immer finden ſich Verräther, ſelbſt unter den Wachen, und die Spione dienen gewöhnlich beiden Parteien. Eine eigentliche militäriſche Organiſation giebt es nicht, alle Kriegspläne werden öffentlich be⸗ ſprochen, und jeder weiß, was geſchehen ſoll. Der Anführer muß faſt Alle von ſeinem Vorhaben Kenntniß ſetzen, auf alle Fragen:„wie? wann? wa⸗ rum?“ Rede und Antwort geben, wenn ihm gehorcht werden ſoll. Dieſer Stand der Dinge erleichtert den Ruſſen ungemein ihre Kriegsführung.
Beim Angriffe auf das Fort von Tſchepſun am Ufer des ſchwarzen Meeres im Jahre 1842 wurde
eren von dem Kriegsrathe zu Anführern erwählt wor⸗
n V Alle Pferde blieben unter der Obhut einiger ſehr alten
Zeitung.
„Wir brachen,‚, ſagte er„von Kubat(ein kloinen Bach unweit von Tſchepſun) nach Sonnenuntergang auf. Die beiden Brüder Zazi Ali und Mehmet war den. Sie ſind brave, geſcheidte und tapfere Leuter Thamata und der Knaben zurück. bergab durch die Geſträuche gehend, brauchten wir bei der großen Menſchenmenge fün Stunden, um den Weg zurückzulegen, den man ge⸗ wöhnlich in zwei Stunden geht. Einige hundert dalß bravſten Burſchen unter der Anführung des Zako vonm Stamme Schapte waren in der Vorhut und hatten
Bergauf,
von den Bergvölkern eine ſehr gelungene Liſt ange⸗ wendet. Die Krepoſt war erſt ſeit Kurzem errichtet und mit zwei Bataillonen Infanterie, einem kleinen Detachement Koſaken und dreißig Geſchützen beſetzt. ddl und Graben waren fertig; in letzteren war der kleine Fluß Tſchepſun geleitet. bäude war ſchon aufgeführt, und die Hälfte der Trup⸗ pen war unter Dach, die Anderen ſtanden unter Zel⸗ ten. einen halben Kanonenſchuß von derſelben erhoben ſich ſchon hohe Gebirge mit dichtem Wald bewachſen. Die Truppen arbeiteten rüſtig an der Vollendung der Schanzen und an der Aufführung der nöthigen Ge⸗ bäude und machten Expeditionen in die nahen Wal⸗ dungen, theils um Holz zu fällen, theils auch um die Abaſa in Reſpect zu halten. Jede ſolcher Expe⸗ ditionen koſtete gewöhnlich mehrere Todte und Ver⸗ wundete, ohne daß man einen Feind auch nur ſehen konnte. Die Gegend ſchien wie ausgeſtorben. Aber die Bergvölker wachten und beriethen ſich. Zwei Stunden weit von der ruſſiſchen Krepoſt, durch Ge⸗ birge und dichte Waldungen gedeckt, verſammelten ſich gegen 10,000 Krieger. Zwei Wochen dauerte es, bis ſich die Truppen geordnet.
Unterdeſſen hatte die ruſſiſche Beſatzung Nach⸗ richt von der Verſammlung und dem Vorhaben der feindlichen Kriegsvölker erhalten; aber der Comman⸗ dant, welcher die Abaſa vor jeder Expedition, die er im Umkreiſe der Krepoſt unternahm, ſah, und auch ſchon oft von den Spionen ähnliche Nachrichten bekommen hatte, die ſich ſpäter als falſch erwieſen, nahm dieſe Nachricht mit ziemlicher Gleich⸗ gültigkeit auf. Doch war er, wie gewöhnlich, auf ſei⸗ ner Hut.
Ich laſſe einen noch lebenden Adighe, der Anführer während des Sturmes war, ſprechen, und wiederhole mit Auslaſſung des weniger Intereſ⸗ ſanten faſt wörtlich ſeine Erzählung. Er heißt Touſi⸗ok vom Stamme Vaya, und lebt gegenwärtig am Fluſſe Negepſucha in Schapſuch.
der einer
Ein Theil der Ge⸗
Die Krepoſt lag in einem engen Gebirgsthale;
immer retiriren
Juſſuf
eine kleine Zahl Krieger vorausgeſchickt, um die Fe⸗ ſtung in der Nähe zu beſehen. Die Nacht war gün⸗ ſtig, denn obgleich der Mond hell ſchien, fiel nach Mitternacht ein ſo dichter Nebel, daß man kaum einige Schritte weit vor ſich hin ſehen konnte. Wir verſam melten uns alle hinter einem kleinen Gehölze, unge⸗ fähr eine Viertelſtunde vom Feinde, in größter Stillen die Späher von unſerer Vorhut gaben Zeichen, daß in der Krepoſt außer den Wachen Alles zu ſchlafen ſcheine. Wir bereiteten uns nun in Gottes Namen zun Agrife vor, jeder verrichtete noch in ſeiner Weiſt ein kurzes Gebet, dann nahm jeder den ihm beſtimm
ten Haufen, welcher ihm unbedingt nachfolgen mußten denn wir hatten den Zawa⸗Karar(heiligſten Kriegs⸗ eid) geleiſtet, und jeder wußte, daß es nun galt zu ſiegen oder zu ſterben. vielen Krepoſten längs der Meeresküſte ſchwer gemacht, unſern Lebensunterhalt zu erwerben; keine Handelsleute aus der Türkei mehr zu uns; wiy hatten kein Salz und keinen Schwefel, auch keint Leinwand, und unſere Weiber und Mädchen liefen ſchon halbnackt umher.
von Süden, einer von Oſten und zwei von Norden her anrücken ſollten. Drei aber ſollten im Rücket folgen und denen helfen, die den ſchwerſten Stand haben würden. Ich hatte tauſend und mehr hübſche Burſchen mit mir; ich hatte ſie ſchon früher gelehrt, nicht auf das Gewehr zu rechnen, ſondern daſſelbe
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Wir theilten uns in acht Haufen, von denen zweiſtt
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nur einmal loszufeuern, und es dann ſchnell in die Scheide zu ſtecken, ſich dagegen ganz auf die Piſtolt und den Säbel zu verlaſſen und beſonders mit letz terem gut um ſich zu hauen. Wir waren kaum in Bewegung, alles ging mäuschenſtill, da wird auf den Berge hinter uns ein Schuß abgefeuert, und auf die ſes einmal los. Ein oder mehrere Verräther hatten die Ruſſen von unſerem Vorhaben in Kenntniß geſetzt;
Signal blitzten alle Kanonen der Krepoſt wie auf
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