Jahrgang 
31-52 (1863)
Seite
711
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Vierte lu behe pürdigkeit, mit welcher Sie, Herr Graf, ihr entgegen⸗ en zun getreten ſind, entzückt geweſen.

ue dO Vater, rief hier Roſalie, in ſcheinbar hol⸗ u ſo j der Verwirrung,es iſt wirklich unrecht von Ihnen, becben daß Sie in ſo unbedachter Weiſe das verrathen, was

ſein Herz Ihnen nicht zu verſchweigen vermochte. Der Officier fing jetzt wirklich an, über die Lage, an welcher er ſich befand, irre zu werden. Die Schönheit des Mädchens entzückte ihn und ing an, ihm ernſtlich gefährlich zu werden, der Vater ah ſo ehrbar aus.. er wußte nicht, ob er vorwärts

arteten d nch ſo g t zu ziebe ilette an zu Hülfe in ganz!

bei ſclt ſehen oder zurückweichen ſollte er befand ſich piſchen der Scylla und der Charybdis. Endlich ſchte er für einen Augenblick dadurch einen Ausweg d di un eu gewinnen, daß er ſich zu dem Patriarchen mit der mmagiſt rünen Brille wendete und ſagte: gejühltDer eigentliche Zweck, welcher mich hierher führte, . war, Ihnen die Abwickelung einiger kleinen Geſchäfte R Sdn zu übertragen, Herr Schulze, ich bin aber gleichzeitig auf un afreut, eine ſo liebenswürdige Familie kennen gelernt Hausnumm zu haben. Sehr verbunden, entgegnete der Rechtsprakti⸗ ie vornehn ſant,ich ſtehe zu jeder Zeit zu Dienſten. Ich werde Ihnen meine Aufträge zuſenden, s ſolch u ihr der Graf fort, dem es augenſcheinlich nur darum Rer Schiaſt thun war, Zeit zu gewinnen.

9% alle.:.. r. nele FaͤlleGanz wie es dem Herrn Grafen beliebt. Für

tzt geſtatten Sie mir, daß ich mich eines dringenden

höre geſchäftes wegen auf eine halbe Stunde beurlaube;

vernahn wi meiner Rückkehr werde ich mir Ihre Inſtructionen abitten.

3, ſagtet Herr Schulze ergriff ſeinen Hut und entfernte

Nlatz nehr ſch ſo eilig, daß der Graf, ſelbſt wenn er hierzu Luſt

fte vateſen Phabt hätte, gar nicht Zeit gefunden haben würde,

irgend un ion zurückzuhalten. a Grafet Der Officier befand ſich jetzt mit Roſalien allein, ze zu mann ſeren zauberiſche Blicke wie zufällig den ſeinigen be⸗

mals, i ſegneten und die bei einem jungen feurigen Cavalier warfſ. on vierundzwanzig Jahren ihre Wirkung nicht ver⸗ die Wüle zhlten.

eſchäͤftsmäßtWie ſchön Sie ſind! ſagte er, von der reizen⸗ den Erſcheinung, welche er vor ſich erblickte, hinge⸗ uſſen,ich ſchätze mich in der That glücklich, eine ilche Perle aufgefunden zu haben.

Roſalie, der es an Verſtand und feiner Berech⸗ enſee; nat nung nicht fehlte, befolgte eine ganz richtige Taktik, hat nid. indem ſie die innere Befriedigung, we lche ſie hierüber Theuter l mpfand, geſchickt verbarg und dagegen mit großer (urückhaltung erwiderte:

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WeagnügeIhre Bemerkung iſt zwar ſehr ſchmeichelhaft für dos arme nich, mein Herr, aber für ein erſtes Zuſammentreffen dat ſe ſ ingt ſie doch etwas überraſchend.

Folge.

Der Officier ſtutzte, er wurde wieder irr. ſah die Sprecherin erſtaunt an.

Mein Gott... ſtotterte er...aber nein, Sie haben mir dieſe Zurechtweiſung nur ertheilt, um mir Gelegenheit zu geben, Sie um Verzeihung zu bitten und dieſe ſchöne Hand an meine Lippen zu führen.

Dieſen Worten folgte gleichzeitig die That, denn der Cavalier machte unmittelbar darauf eine Bewe⸗ gung, dieſes Vorhaben auszuführen.

Aber auch hierbei hatte er ſich abermals getäuſcht. Roſalie zog ihre Hand zurück und ſagte mit einer Stimme und Geberde, die mehr anzog als verletzte:

Ich glaube, Sie befinden ſich im Irrthum, mein Herr. Ich bin zwar nur ein einfaches Mädchen, aber jedenfalls wünſche ich mit Schonung und Achtung be⸗ handelt zu werden.

Mein Gott, murmelte der Graf,ich weiß mich gar nicht auf meinem Standpunkt zurechtzufin⸗ den... und eben wollte er ſich mit einer neuen Entſchuldigung an das junge Mädchen, welches ihn immer mehr zu intereſſiren anfing, wenden, als die Thüre plötzlich aufgeriſſen wurde und eine dritte Per⸗ ſon auf dem Schauplatz erſchien.

Dieſer Neuangekommene war Niemand anders, als unſer Bekannter, der ehemalige Kanzliſt Wilhelm Werdau.

Als Roſalie ihn erblickte, ſtieß ſie einen Schrei der Ueberraſchung aus und ſtützte ſich zitternd an die Lehne des Stuhles.

Der Officier trat dicht an ihre Seite und nahm eine Haltung an, welche andeutete, daß er nöthigen⸗ falls bereit ſei, ſie gegen einen Angriff zu ſchützen.

Werdau blieb einen Augenblick von Ueberraſchung ergriffen ſtehen, und ſeine Blicke hefteten ſich abwech⸗ ſelnd bald auf den Cavalier, bald auf Roſalie.

Endlich trat er einen Schritt vor und ſagte mit dumpfer Stimme und finſter zuſammengezogenen Brauen:

So finde ich alſo auch hier nur Enttäuſchung; das ſchönſte und edelſte Gefühl, welches ich hegte, durch Dich entwürdigt und mit Füßen getreten!.. Ich kam hierher, um Dir Lebewohl zu ſagen, und jetzt... nun in der That, Du haſt es ſchon weit genug in der Verſtellung gebracht, und wenn Du ſo fortfährſt, kann etwas aus Dir werden!

Wer giebt Dir die Erlaubniß, mir ſo entgegen⸗ zutreten? fragte, ſich ſtolz emporrichtend, Roſalie.

Die Beſorgniß um Deine Ehre, und ich g laube, ich habe ein Recht dazu, über Dich zu wachen.

Das iſt eine Anmaßung ſonder Gleichen! rief Roſalie,mein Gott, iſt denn Niemand hier, der es