710 Novellen⸗ jenigen bei Seite ſchoben, welche ihnen nicht augen⸗ blicklich Platz machten.
„Das iſt das Gegenſtück zu dem Herrn von Schill,“ murmelte unſer Held, hnen nachſehend,„auf das Bürgerthum blicken ſie mit Verachtung herab und ihre hochadeligen Namen und ihre goldgeſtickten Uni⸗ formen halten ſie allein ſchon für genügend, um den Feind zu ſchlagen.“— V
Die Leſer werden ſich inzwiſchen noch erinnern, daß in einem Anfall jugendlichen Uebermuthes, wie ihn der Geiſt der damaligen Zeit charakteriſirte, der junge Officier, welcher von ſeinen Cameraden Graf Rothenſee genannt wurde, mit dieſen gewettet hatte, ſchon am nächſten Tage Roſalien in ihrer Wohnung einen Beſuch abzuſtatten.
Von der Schönheit des jungen Mädchens geblen⸗ det, hatte er auch wirklich im erſten Augenblick der Aufregung dieſe Idee mit Leidenſchaftlichkeit ergriffen, obgleich, wie wir ſpäter ſehen werden, Gründe vor⸗ handen waren, welche ihn dieſe Uebereilung nachträg⸗ lich bereuen ließen. Indeſſen, wie geſagt, eine augen⸗ blickliche Erregtheit und die Befürchtung, bei einem Aufgeben ſeines Abenteuers von ſeinen Cameraden ausgelacht zu werden, aufrecht, der jungen derſelben unter dem Vorwand von
Aufwartung zu machen.
Die Erlaubniß dazu hatte er ſich von während übrigen Officieren in war, und bei den leichtferti gen Mädchens, dem ſich p einer ſolchen Bekanntſchaft eine ſ ſprechende Zukunft öffnete, war es ihm auch nich
gen Grundſätzen des jun
Rendezvous zu erlangen. Da Vater und Tochter
behaglichen Exiſtenz zu gelangen, als die Hauptau
gabe des zu erreichenden Zieles galt,
hierüber hatte ſich die Philoſophie des Herrn Schul ſchon längſt hinweggeſetzt, und von Roſalien war bi her nur deshalb der Schein einer treuen und uneige 1 nützigen Lisbe beibe cine ſchickliche Gele Kanzliſten mit einem rei zu vertauſchen. Herr Schulze Clieſtten nur eine ſehr dürftige war,
diesmal do
ſeiner ausgedehnten Praxis zu geben, ſeinen Arbei
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hielten ihn bei dem Entſchluß Dame, oder vielmehr dem Vater Geſchäften ſeine Roſalien
der Zeit geholt, wo Werdau noch mit den Wortwechſel verwickelt geweſen
lötzlich durch Anknüpfung einen Wünſchen ent⸗
ſchwer geworden, die Einwilligung zu einem ſolchen
in ihrer Lebensmoral übereinſtimmten, und Beiden der Wunſch, zu einer
ſo war von anderweitigen Bedenken auch gar nicht die Rede, denn
halten worden, weil ſich eben noch genheit gefunden hatte, den armen chen und vornehmen Liebhaber
hatte, obgleich die Zahl ſeiner
um ſeinem Beſuch einen möglichſt hohen Begriff von
Zeitung.
tiſch mit Actenſtücken der verſchiedenſten Art bedeckt und, um ſich ſelbſt ein würdevolleres Anſehen zu ver⸗ leihen, zum Ueberfluß auch noch eine grüne Brille aufgeſetzt, hinter welcher er allerdings um ſo unbe⸗ merkter hervorſchielen und den Eindruck beobachten
konnte, welchen ſeine Tochter auf den erwarteten Be⸗
ſuch hervorrufen würde, um dann hiernach ſo gang im Stillen ſeine Diagnoſe für die Zukunft zu ziehen, Auch Roſalie hatte alle Künſte der Toilette angt wendet, um ihrer natürlichen Schönheit zu Hülfe zu kommen, und in der That würde auch ein ganz und
Reizen kalt und unempfindlich zu bleiben.
Die Dämmerung war eingetreten und die ange⸗ zündete Lampe verbreitete einen matten magiſchen Schein, welcher zu der Scene, die hier aufgeführt wer⸗
den ſollte, ganz im Einklange ſtand.
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ging,„ geſagt?“
Herren nicht ſo genau an die Stunde.“
„Ja, es iſt wunderbar, was ſich
die Sache mit einer Heirath endete.“
auf der Treppe, und wenn ich nicht irre, auch das Klirren eines Säbels.“
„Es bleibt alſo bei de würdige Vater, plötzlich am und ſich ſcheinbar in die l „nach einiger Zeit verlaſſe Vorwand das Gelegenheit zu gebe
„Still!“ rief ſie einen letzten Blick in den Spiegel warf.
In dieſem klopft und Herr Schulze ließ ein geſchä „Herein!“ ertönen.
Der Eingang öffnete ſich, un darmenofficier ſtand, ſich höflich verneigen und Tochter.
„Der Zufall, die erſten Begrüßungen vorüber waren,„ Madmoiſelle Tochter geſtern Abend im Theater ke lernen laſſen, Herr Schulze.
„Sie beſucht ſehr ſelten öffentliche orte,“ entgegnete dieſer ſalbun muß Manches entbehren, aber ge lich amüſirt und iſt von der
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empfindliches Herz dazu gehört haben, bei ſolchen
„Natürlich. Uebrigens binden ſich die vornehmen
aus ſolch einn Bekanntſchaft oft entwickelt,“ murmelte Herr Schulg, halb mit ſich ſelbſt redend,„ich kenne viele Fälle, Da
„Still!“ rief hier die Tochter,„ich höre Tritte vernahm ich
r Verabredung,“ ſagte der Arbeitstiſch Platz nehmend eeren Actenhefte vertiefend, ich unter irgend einem Zimmer, um dem Herrn Grafen di n, Dir ſeine Anträge zu machen hier die Tochter nochmals, inden
Augenblick wurde an die Thüre g ftsmäßige
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„ſagte Graf Rothenſee, nachdah hat mich Ih ug
nu den ufan Vergnügung gsvoll;„das arme K ſtern hat ſie ſich kü Feinheit und Liebet
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Dein Graf bleibt lange,“ ſagte Herr Schulzt, gi welcher erwartungsvoll in dem Zimmer auf und ahb⸗ Du haſt ihm doch die richtige Hausnummen
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