Novellen⸗Feitung.
ben, ſich herausgenommen, eine eigene Meinung gel⸗ Miniſterium eingelaufen, der Ihre ſofortige Entlaſſung
tend zu machen, und es ſich ſogar erlaubt, über die zur Folge gehabt hat.“ Einrichtungen und Zuſtände des Staates öffentlich„Ich bin entlaſſen?“ rief nicht ohne Beſtürzung unſer Bekannter.—
mitzure den.“ „Nun,“ entgegnete Werdau,„ich betrachte 855„Wundern Sie ſich etwa darüber? Ach, Sie
eben als keine bloße Maſchine, und wer ſein Vater⸗ glauben wohl, man hätte Sie noch wegen Ihres Be⸗
land liebt, fühlt auch den Drang, ſich für das Schick⸗ tragens befördern ſollen? Sehen Sie nun zu, wie ſal deſſelben zu intereſſiren.“ Sie weiter durch die Welt kommen— ich habe mich
„Das ſind leider die modernen revolutionären meines Auftrages entledigt, denn da man höheren Ideen, welche jetzt in den Köpfen ſpuken und die V Ortes weiß, daß ich Ihr Vormund bin, ſo hat mif
Preußen in's Verderben führen werden,“ rief der Ge⸗ und den unanarwehöden auuſfnn Atheitt, Sie u heimrath mit gerunzelter Stirn, indem er für den Iyhrer Entfernung aus dem anzleidienſt bekannt zu
Augenblick ſeine kalte bureaukratiſche Zurückhaltung wachen..— d„Es mag ſein,“ ſagte Werdau,„daß ich nath
vergaß.— 3 8 Andere meinen wieder, der ſich überall breit den Anſichten unſerer allmächtigen Bureaukratie ein ede Noyf die Selbſtüb rſc 4 d 4 Verbrecher bin, in meinem Herzen vin ich aber ein machende Zopf, die Se 5 berſ Hätzung der berrſchen⸗ Patriot, der ſeinen König und ſein Vaterland liebt den Kaſten werde dieſes Unglüch Hwiten: entgeg⸗ Leben Sie wohl, denn weiter haben Sie mir doct Werdau ruhig und gelaſſen 3 2 nete erda 3 Telaſten. wohl nichts mehr zu eröffnen?“ 19 of.. 4.. 2 5 97„ende Me der bahenusb, dn ſſeht 2ie V„Noch Eins,“ ſagte der Geheimrath, welcher ſeime Röthe 8 Zornes en kſt ſtieg,„ habe Sle ſtarre Kälte beibehielt und nicht das leiſeſte Wont nicht kommen laſſen, um eine politiſche Controverſe des Troſtes oder der Theilnahme für den jungn mit Ihnen zu beginnen, ſondern um Sie mit That⸗ M— 4—„ 9 1 ann hatte vor einigen Tage ſachen bekannt zu machen deren Tragweite zu ermeſ⸗— hatts 5 ntgen Lagen ſind Sie groß ſc 2 4 zu 14 ¹g 5 4 jährig geworden, und meine Pflichten als Vormum. ſen Ihnen überlaſſen bleiben muß. Sie haben geſtern V haben hiermit aufgehört. Hier ſind die Belege übn im Schauſpielhauſe zu einem öffentlichen, ärgerlichen die Verwaltung Ihres kleinen Vermögens, prüfen Sir. dieſelben und nehmen Sie den Reſt des Guthaben
Auftritt Veranlaſſung gegeben.“ „Ich?“ rief der junge Mann, indem ihm die welches Ihnen verbleibt, und das noch in fünfzig Thalern beſteht, in Empfang.“
Röthe des Unwillens in's Geſicht ſtieg,„ich ſollte zu
einem ärgerlichen Auftritt Veranlaſſung gegeben ha⸗ Der Geheimrath öffnete ein Schubfach und langte ben? Ich habe nur mein Recht vertheidigt und die- einen Stoß Acten und gleichzeitig einen Bankſcheit ſen verwöhnten Lieblingen des Hofes, dieſen Herren hervor
. Oofrß 4 3 7 2 2 7. 3.— 1 11 1
Gensdarmen und„Oiſtriefel degenüber gezeigt, daß eit Quittung,“ ſagte er und machte gleichzeitig eine ich auch einen freien Willen beſitze. kalte Verbeugung, zum Zeichen, daß er ſich ſeinen fuhr der Geheimrath fort, ohne hier— V Aufträge entledigt habe und die Unterredung als be⸗ Sie dieſe Nacht in endet betrachte.
„Ferner,“ auf etwas zu erwidern,„haben einer öffentlichen Tabagie den Wortführer gemacht
und Reden geführt, die dem ſchuldigen Gehorſam tung zuſtellen; übrigens danke ich Ihnen für Re
„Ueber Beides erbitte ich mir bei Gelegen⸗
„Ich werde Ihnen morgen die verlangte Quit
Straße ge waht unen b
rälme d aden; z beſch gſchrit ad ei anehn
U!
pund
tuns de gelen drnven 79 erdar h 8 vel dih en arſetzt duf zu
eines Unterthanen und der Treue gegen den König Mühewaltung, welche Sie meinetwegen gehabt haben. widerſprechen.“ Damit war er zur Thüre hinaus und befang dnnt „Ja, wenn Sie den Unterthan als bloße Ma⸗ ſich wieder auf der Straße. Tſchied ſchine betrachten, dann haben Sie freilich Recht,“ ent—„Nun bin ich ein freier Menſch im wahren Sin a gegnete Werdau trocken.„Aber wer ein Herz für ſein des Wortes,“ ſagte er zu ſich ſelbſt,„aber nun gil dernen Vaterland hat...“ es auch, ſich dieſer Freiheit werth zu zeigen und„S „Genug!“ rief der Geheimrath, den jungen veweiſen, daß ich die Fähigkeit beſitze, mir dur Pte ft Mann unterbrechend,„ſehen Sie wie Sie, mit Ihren eigene Kraft in der Welt fortzuhelfen. Ich muß ali,u Grundſätzen durch die Welt kommen! Glauben Sie auf einen neuen Lebensberuf Bedacht nehmen— it ben etwa, daß die Regierung ſchläft, während man überall gend ein Comptoir oder das Bureau eines Adacenn 4 ſich Gran
dies, dente ich, wird für's Erſte genügen, bis etwas Beſſeres findet.“
Aufruhr predigt und zum Widerſtand aufreizt? Nein, Gott ſei Dank, noch haben wir eine gute Polizei, die ihre Pflicht kennt und wachſam iſt und... kurz und gut, ſchon heute Morgen iſt ein Bericht über Sie im
en.
Unter dieſen Betrachtungen war er auf dem Dö Al hofsplatz angelangt und vog eben in die Jeruſalemt 8
du


