Vierte Folge.
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der letztere ſtellte ſich zu Fuß dem Bullen entgegen, ledig⸗ ih mit einem Schwert bewaffnet und mit der Muleta, das ißt einem Stücke rothen Zeuges, das dazu dient, die Auf⸗ nrkſamkeit des Stieres abzulenken.
Urheber dieſer Art, den Stier zu bekämpfen, war der den d udaluſier Franz Romero aus Ronda; auch hat er zuerſt uth einer ſiie Tauromachie als ein einträgliches Gewerbe betrieben.
dt unterrichtete ſeinen Sohn Johann in dieſer Kunſt, und niſelbe erfand die regelmäßigen Quadrillen beim Angreifen
ds Thieres; er brachte Syſtem in die Sache. Nach ihm um Joaquin Rodriguez, der in Spanien unter dem Namen Loſtillares berühmt iſt. Er iſt Erfinder der meiſten jetzt
illichen Ausfälle mit dem Schwerte und erhob die Kunſt auf beim Reiten und Schwimmen nicht unendlich mehr Menſchen
ire gegenwärtige Höhe. Er regelte die Anwendung des uchen Tuches der Art, daß der Stier ganz in die Gewalt ines Angreifers gebracht und in die Stellung verſetzt wer⸗
in kann, in welcher er den tödtlichen Stoß empfangen ſoll.
irther wartete der Espada ab, bis der Stier auf ihn ein⸗ ſürmte und ſich ſelbſt aufrannte. Wenn ein Thier ſchwer⸗ illig und ſchwach wurde oder gar nicht angreifen wollte, dann zurde es von irgend Einem mittelſt einer langen Lanze durch⸗ ichrt, oder man ſchnitt ihm die Fußſehnen durch, wozu man
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lachten der 3 11I. 1 de Humaeih eines ſichelförmigen Meſſers bediente, das an einer lan⸗ ne Humant 52 77
eſer Pon un Stange befeſtigt war. Das alles erſchien dem Coſtillares
Aroh, und um eine ſolche Barbarei ein für alle Mal abzuthun, elanner den berühmten Suerte devolapiés(a volapidè heißt ohne ſitten Tritt, ohne feſten Boden zum Auftreten), und von nun
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t zon nun an traten andere Leute in die Arena, nämlich die ſteht ihm gleich und als Schriftſteller ragt über ihn hervor cadores, die Bandarilleros, die Chulos und der Espada. der berühmte Montes. Illo vertheidigt in ſeiner Abhand⸗
lung in charakteriſtiſcher Weiſe die Stiergefechte:
„Sie ſind eine Freude für die Kinder und ein Jubel für die Greiſe. Weichet von hinnen, ihr Schwachköpfe, die ihr eine ſo edle Uebung als Barbarei verſchreit! Die Gründe gegen dieſen Kampf entſtammen lediglich der Furcht und dem Neide. Man gehe doch nur einmal hin und betrachte ſich ein Stiergefecht, dann wird die eigene Erfahrung ſofort das Syſtem dieſer ſchwächlichen Moraliſten über den Haufen werfen. Man wird mir wohl mit dem Einwande kommen, daß dann und wann ein Torero das Leben einbüße. Was
will aber eine ſolche Entgegnung bedeuten? Giebt es über⸗
haupt irgend eine Uebung, welche ganz frei von Gefahren wäre? Ereignen ſich nicht ſelbſt bei Spielen Unfälle? Sind
ums Leben gekommen, als durch Stiergefechte? In unſerer Kunſt haben wir es übrigens zu einem ſo hohen Grade von Sicherheit gebracht, daß wir den Stier ſo verächtlich behan⸗ deln, als wäre er nur ein Schöps. Dies Zeugniß hat uns ein marokkaniſcher Edelherr gegeben, der jüngſt in Cadiz ein Stiergefecht mit anſah.“
Pepe Illo hat übrigens beim Ausüben ſeiner Kunſt un⸗ zählige Wunden davongetragen. Insbeſondere hatte er 25 Cornadas(Stöße mit den Hörnern) aufzuweiſen, aber trotz⸗ dem war er ſtets der Mann auf dem Platze. Aber der Ver⸗
gleich zwiſchen dem Stier und dem Schöpſe hielt nicht Stich, und ſeine Behauptung, daß die Tauromachie ein ganz unge⸗
fährliches Ding ſei, bewährte ſich gerade an ihm keineswegs.
Auf dem Platze von Madrid iſt er von einem grimmigen
an war jeder Stier völlig in der Gewalt des Mannes. Stier mit den Hörnern gepackt und in grauenhafter Weiſe
Sevilla darf ſich rühmen, Vaterſtadt der Coſtillares zu ſein.
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de Tauromachie, dann aber bekam er eine Geſchwulſt an de Hand, wurde unfähig zum Stiertödten und mußte fortan auf den Beifall der Menge verzichten. Das aber ging ihm
ferde, und! r 1626 wul lchem ein E.
ir IV., ⁴Flcher er denn bald nachher ſtarb.
König ritte Auch Pedro Romero, Johann's Sohn, ſteht als gewalti⸗ hem die Kei ſger Kämpe in hohem Andenken. Er war von herculiſchem umpft wur buchſe, voll von großem Selbſtvertrauen und hielt es für
inen Ehrenpunkt, keinem Stier auszuweichen. ram Schluß eines Gefechtes den letzten Stier abgethan, und ie Menge verlief ſich ſchon. Da rief man plötzlich:„Ro⸗ nero, rette Dich!“ Er wandte den Kopf und ſah dicht hinter ſch einen Stier, der eben in Folge der Nachläſſigkeit eines Värters aus dem Stall entſprungen war. Die Lage Ro⸗ rero's war gefährlich, und das geringſte Zaudern mußte ver⸗ mdes heilt lingnißvoll werden. Von Flucht konnte nicht die Rede ſein, bei welte unn er hatte keinen Vorſprung. Nichts blieb ihm übrig, als Huzman erladm Stier feſten Fußes zu erwarten. Das that auch Romero, ntlche Luſtb er rannte dem wüthenden Thiere das Schwert ſo tief in den figting Lib, daß dieſes ſofort todt zu Boden fiel. Das Ganze hatte ien alljähtl kine Minute gedauert, und der Beifall für den unerſchrocke⸗ ſchen beid ren Torero war ungeheuer. Bei allen Genoſſen war er ſch ungemein beliebt, denn nie ließ er einen, der in Gefahr cft für Gſtwebte, im Stiche. Als er im Jahre 1839 in ſeiner Vater⸗ chaſt re fodt Ronda mit Tod abging, hatte er auf dem Sterbebette
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wurden, eben verlore aub beißen.
Lihn Veif dhbeuneie daß etwa 5600 Stiere durch ſeine Hand gefal⸗ ſ hln ſeien f mad. 9 gäu Unter den Espadas unſerer Tage wird Joſeph Delgado
2 ehSrühmt; unter dem Namen Pepe Illo wurde er allgemein be⸗
„ neuen b.. 2. n) nne kamnt. Er iſt auch der erſte Torero, welcher ein Werk über die an lhn⸗ ung vi
Lunge Zeit glänzte dieſer Torero als erſter Stern am Himmel
ſeſehr zu Herzen, daß er in tiefe Schwermuth verfiel, an
Einſt hatte
lnh Jegeln der neuern Tauromachie verfertigte. Aber als Torero
todt geſtoßen worden.
Ein anderer berühmter Espada(das Wort bedeutet Schwert), Franz Herrera Gulllen, ſteht hoch im Angedenken, beſonders auch der weiblichen Freunde des Stiergefechts, denn die Spanierinnen verehren es als ihre Lieblingsbeluſti⸗ gung. Einſt hatte er im Kampfe ſchon mehrere Wunden davongetragen; trotzdem erlegte er noch acht Stiere. Aber auch ſein Ende war beklagenswerth. Im Circus zu Ronda in Andaluſien ſprach er eben mit einem Zuſchauer; da rannte von hinten ein Stier auf ihn ein, bevor er die Gefahr ahnte, und verſetzte ihm einen ſo gewaltigen Stoß an den Kopf, daß er todt zuſammenſtürzte. 3
Vor dreißig Jahren herrſchte eine faſt wilde Leidenſchaft für die Stiergefechte, und ſogar Mönche warfen ihre Kutten weg, um Toreros zu werden. Der Staat erkannte die Tau⸗ romachie als eine ſehr edle Kunſt an. Am 28. Mai 1830 erließ der König ein Decret, demgemäß zu Sevilla eine tauromachiſche Hochſchule gegründet wurde. Der König ſtiftete zwei Profeſſuren; die erſte erhielt Peter Romero, die zweite Joſeph Candido. Die Schüler übten ſich zuerſt an hölzernen Bullen. Beim zweiten Curſus gingen ſie in die Schlächtereien, um Studien nach der Natur zu machen. Beim dritten Curſus ſtellte man ihnen zweijährige Bullen entgegen, deren Hörner umwickelt wurden. Ihre Prüfung beſtanden ſie durch ein ernſthaftes Gefecht im Circus. Dieſe Univer⸗ ſität iſt indeſſen wieder eingegangen.
Der Cäſar der Tauromachie, Franz Montes, trat im Jahre 1832 auf. In ihm waren alle Eigenſchaften des Dieſtro, d. h. eines geſchickten und gewandten Kämpen per⸗ einigt. Seine Stöße trafen allemal ſicher. Die Zuſchauer hegten für ihn nie irgend welche Beſorgniß. Der Volks⸗ glaube meint, daß Montes durch Blick und Bewegung die


