Jahrgang 
31-52 (1863)
Seite
699
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vierte

1 d dn ane faſt trunkene Ungemeſſenheit, ſowohl in der dle weiß porm, als in der Art des Denkens, entgegenzutreten. hängt 4ſs geht Alles aus dem üblichen Maß heraus, iſt viel feier und ungenirter und ſpiegelt ſich ſo zu ſagen ſpräͤche win der Weite des ganzen Univerſums. und derſel Es iſt aber der ganze Unterſchied zwiſchen der det nicht putigen Production und zwiſchen der älteren, die günxe Eu zean Paul im freiſten Typus vertritt, der, daß jene d, als Dußt viel poetiſche, ſich völlig der Sache hingebende im WecThantaſie hat, wie wir jetzt gar nicht mehr in Be⸗ allen Thumegung zu ſetzen wagen und gar nicht mehr vertragen

kinnen. Wir fragen uns immer, was unſere Leiſtun

dem ande n wohl auf ſolche Naturen für einen Eindruck ma⸗ dann vor hten werden, die wir, wenn wir ehrlich ſein wollen, zählen dnoſaiſche Köpfe nennen müſſen. Dieſe repräſentiren

dt zeigt. ns Zeiturtheil, alſo die Kritik im allgemeinen Sinne blige Sten nd machen Alles von der ſogenannten Wahrheit des Wächſt ni Ralismus abhängig. Dieſes realiſtiſche Urtheil iſt : und ſch urchaus ſehr berechtigt, aber es verneint viele der breitet utteſten Duftblüthen der Poeſie, indem dieſelben nicht

lle ſich durch die Logik des Wortes erklären laſſen

und lang and zu verbleichen pflegen, wenn man ſie zum Behufe ſouſt al ſt dr Analyſe mit dem kalten Lichte des Verſtandes Laſten nul Keleuchtet.Höchſte Kunſt ich möchte vielmehr d ſch! fagen, primitivſte Kunſt ja überhaupt ein Un⸗ u Klei alsſprechbares, das ſich dem Kogiſchen Rechenexempel

3 tun eizieht. nei Es wäre die Frage, in wie weit es unſere mo⸗ derne Literatur ſchädigt oder ihr nützt, daß ſie ſich Ache uic ſe ſtreng aus d igentlichen phantaſtiſchen Herzens⸗ nnige Di iement zurückgezogen hat und nur dem Realen, und ugen wir auch dem Materiellen, dient. Vielleicht iſt

men von

wohl! 1 fruchtbarer, dieſe Frage nur anzuregen, als ſie ſpe⸗ meiner Pi zell zu zergliedern: das Erſte macht den offenen Sinn Englän ufmerkſam, und es iſt weniger bitter, wenn ſich der rde, wenn Einzelne ſelbſt ſtrenge Wahrheiten ſagt, als wenn ſie nzen Maf im geſagt werden.

ut recht ſi So wie dieſe kleinen Stücke aus dem Nachlaß att! Ern pan Paul'ſcher Denkwürdigkeiten(4. Bd.) ſich ganz

d der Stuſe idealiſtiſchen Phantaſie zuwenden, ſo finden ſich in Erinnen neben in ſehr überwiegender Anzahl eine Menge wzerquetſt einzelner Gedanken, die viel abgeſchloſſenerer Natur Ftniß als find. Wenn ſie auch nicht dem heutigen Realismus ih nichts, angehören, ſo zeigen ſie doch das ſchärfſte, oft epigram⸗ Lebens, menatiſche Denken. gen khn! Er ſagt z. B.:

34in Die Weiber ſind herrlich in der Liebe, wenn ſie mags dieE mmin noch nichts beherrſchen wollen als die Liebe

itter, 6 fbſt; aber ſpäter wollen ſie den Manneskreis regie⸗ nduih hi in und ziehen.

uih r nge Bei den Männern verträgt ſich Liebe nicht mit Jean(itelkeit, aber bei den Weibern gut.

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solge. 699

Eine Gattin verzeiht leichter Untreue und Freude an fremden Reizen, als Kälte gegen die ihrigen.

Die Vergangenheit iſt das Einzige, wovon ge⸗ wöhnlich Weiberſeelen poetiſch zu denken und zu ſpre⸗ chen wiſſen.

Ein zorniger Mann nimmt ſich vor, es gegen Unſchuldige, Dienſtboten ꝛc. nicht zu ſein, und wird eben dadurch ſanfter. Aber kann dies je eine Frau? Rächt ſie nicht die Schuld an der Unſchuld?

Warum reden Weiber mit ihren Freundinnen nicht von Philoſophie und dergleichen? Darum, weil man mit ſeinen Bekannten das Franzöſiſche nicht ſo gut ſpricht, als mit Fremden.

Wie ſchlimm die böfen Weiber ſind, erräth man aus den guten. Der beſte Mann hat mit dem ſchlimm⸗ ſten Weibe eine viel größere Hölle, als die beſte Frau mit dem ſchlimmſten Manne.

Es giebt Mädchen, welche der feinſte Weltkenner nicht errathen kann. Man muß auf ihre Ehe warten. Ueberall ſind die Weiber verſtändlicher als die Mäd⸗ chen; Männer aber verſtändlicher als Jünglinge.

Für Mädchen aus dem gemeinen Stande iſt Schön⸗ heit nur ein angebornes Unglück, da ſelten eine Er⸗ ziehung und Gewohnheit ihr die Rüſtung für ewig wiederkehrende Anfälle und deſto kühnere, je niedriger ihr Stand iſt, geben können. Das Mädchen in mitt⸗ leren und höheren Ständen kann ſich und Andere mit Schönheit beglücken. 4

Niemand kann weniger das Leben komiſch be⸗ handeln, als die Frauen.

Gehe, Mann, wenn du Kummer haſt, zu einer weiblichen Seele.

So gefährlich eine ſchöne Frau auch ſei, ſo iſt doch ein ſchöner Mann es noch tauſend Mal mehr.

Sie werden ſich wundern, daß alle dieſe Beiſpiele ſich auf die Frauen beziehen. Ich habe ſie der Ru brik, die ſich mit Frauenbeobachtung beſchäftigt, gerade deswegen enthoben, um zu beweiſen, daß Jean Paul, der für einen zu enthuſiaſtiſchen Damenfreund galt und im Umgang mit dem ſchönen Geſchlecht viel Schmeichelei gewann und viel Zeit verlor, dennoch recht ſcharf und ohne roſenfarbene Brille ſeine Freun⸗ dinnen zu durchſchauen vermochte. Er iſt wahrlich in dieſen Ausſprüchen, denen ich noch hundert andere hinzufügen könnte, nicht ihr Schönmaler geweſen. Inſofern war er ein bedeutender Realphiloſoph.

Uebrigens muß ich bemerken, daß natürlich 34 der vom großen Genius nachgelaſſenen Gedanken ſprünglich nicht dazu beſtimmt waren, in der vorge⸗ fundenen Geſtalt vor die Oeffentlichkeit zu treten. Manches daran würde der Autor abgeſchliffen und klarer verarbeitet haben. Dennoch kann man nicht