Novellen⸗Zeitung.
5 2....„... Ja⸗ liche Zuſtände, bei denen man ſich immer nur auf Soldaten zu zweifeln?“ ſchrie Einer von der Gegene e1 eine glorreiche Vergangenheit beruft, weil man nicht partei, indem er denen, die für ein franzöſiſches Bündſf 66
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den Muth beſitzt, der Gegenwart in's Geſicht zu niß ſtimmten, wüthende Blicke zuwarf. 71 ſchauen!“„Meine Herren,“ rief Werdau, dem der Strei f Unter dieſen Betrachtungen hatte unſer Bekann⸗ das leicht entzündbare Blut aufregte,„mit bloßen 4 ter die Wirthsſtube betreten, die mit Gäſten angefüllt Redensarten kommen wir keinen Schritt weiter. D hube war, welche ſich aber meiſt um einen großen runden Bürger muß ſein Recht fordern und verlangen, 1 Tiſch drängten, wo die eigentlichen das Wort füh- er in den jetzigen bedrängten Zeiten auch ein Wo 4
renden Politiker ſaßen. mitreden darf.“ 3
„Dachte ich mir es doch,“ murmelte Werdau, in⸗„Bravo!“ tönte es von der Partei Sauerbrei. Ei dem er ſeinen Blick auf einen großen breitſchulterigen„Das ſind aufrühreriſche Reden,“ rief man vd han Mann in ſchon vorgerückten Jahren heftete,„der der anderen Seite. 8 Schwertfeger Sauerbrei macht wieder Politik und„Verlangen Sie,“ fuhr Werdau fort,„daß man da W
Sauerbrei war zur damaligen Zeit in Berlin Mann, ohne Unterſchied des Standes, die Ausſich
4 e. 85—. uchem eine ſehr bekannte Perſönlichkeit, und Jedermann wußte, zum Officier zu avanciren, geben Sie dem gemeinſ 1 daß er zu den eifrigſten Verehrern des franzöſiſchen
Soldaten ſeine Menſchenrechte zurück, und dann, mei 4 8.. 5.—„.— 21 D Kaiſers gehörte, weshalb man ihm auch den Spitz⸗ Herren, aber auch nur dann, können wir hoffen, dd 2 namen„der Obergeneral“ gegeben hatte.
unſere Armee im Stande ſein wird, über die von d. . 6 gn n. Sch „Nun, meine Herren,“ ſchrie Sauerbrei,„wollen
Idee der Freiheit und des Ruhmes begeiſterten Fran Sie von dem großen unüberwindlichen Napoleon noch zoſen zu ſiegen.“ behaupten, daß er es an Freundſchaft gegen unſere„Das iſt ein wahres und offenes Wort, wie ſ Regierung noch fehlen läßt? Schickt den Marſchall Noth thut,“ rief Sauerbrei;„hier, junger Ma Duroc nach Berlin und läßt uns den Beſitz von Han⸗ ſtoßen Sie mit mir an, und ein Jeder, der es u 5 nover und Schwediſch⸗Pommern garantiren, wenn wir dem König und dem Vaterlande gut meint, thue Ce“ uns mit ihm gegen die Ruſſen und Oeſterreicher ver— Gleiches!“. era binden wollen, und was geſchieht? Man behandelt„Hinaus mit dem Verräther! Hinaus mit de den Geſandten kalt, lehnt alle Anträge ab und hält Jacobiner!“ ſchrieen aber auch jetzt andere Stimme beharrlich an dem Neutralitätsſyſtem feſt.“ und die Bewegung zwiſchen beiden Theilen geſtalte, „Das haben wir dem Miniſter von Hardenberg V ſich zu einer ſo erregten, daß ſie in Thätlich keit 1 und ſeinem Anhang zu verdanken,“ bemerkte ein An- überzugehen drohte. Sü derer. In dieſem Augenblick wurde die Thüre aufgeriſſchne „Ja, ja, man munkelt viel von engliſchem Golde, und ein neuer Gaſt drängte ſich haſtig an den Tiſ p was in die Taſchen gewiſſer Herren fließen ſoll,“ ſetzte wo die eben geſchilderte Debarte ſtattfand. n ein Dritter hinzu.*)„Solche Leute ſollten im In⸗„Wiſſen Sie auch ſchon die neueſten Nachrichte f tereſſe des Staates aus der Umgebung des Königs meine Herren?“ rief der neue Ankömmling, indein dode entfernt werden.“.— 4 ſich, noch ganz erregt, auf einen Stuhl niederließ. Un „Da müßte mit Ihrem Lombard der Anfang ge⸗„Was giebt es?— Was iſt paſſirt?“ rief münd maͤcht werdene. Wief Einer Tn dem Hanſen⸗ eer iſt von allen Seiten, indem man ſich zugleich neugiefßße, aus der franzöſiſchen Colonie und in ſeinem Herzen um den Sprecher drängte. üü zehnmal mehr Franzoſe uls Preuße.„Nun, jetzt wird es wohl endlich einmal mit der „Berzeſſen el. nicht, ſagte pathetiſch ein em⸗ Neutralität aus ſein,“ bemerkte dieſer in geheimuſl mi derer Bürger,„daß wir eine Armee haben, welcher dollemn Tone⸗ ſe der Ruhm Frieddrich's des Großen zur Seite ſteht.“„So hat es ſchon längſt geheißen,“ erwideß pol Bei dſeſer Demertune bläch dir Partet Sänerbrei einer der Anweſenden,„und doch haben wir, weß die ün Lin lautes höhniſches Gelüchter aus:. es zum Handeln kommen ſollte, immer wieder klqh wan .„a, Au dem Cxereirplatz, rief Saüerbrei, eda beigegeben. Als der Marſchall Bernadotte auf M66 mad ſich dieſt Aieme ganz Iut ausnehmen, aber dort V poleon's Befehl ohne weiteres durch das Ansbachſchnt, gewinnt man keine Schlachten⸗ marſchirte, um den General Mack bei Ulm einzuſchl „Wer wagt es hier an der Tapferteit unſeren ßen, da hieß es ebenfalls, nun ſei der Krieg erklät
— .) Hardenberg fand für gut, ſich gegen eine ſolche abge⸗ und doch nahmen wir ſchließlich auch dieſen Gewah ſchmackte Verleumdung in den öffentlichen Blättern zu rechtfertigen. ſtreich ganz ruhig hin.“
natürlich zu Gunſten Napoleon's.“ Zopfſyſtem beſeitige, eröffnen Sie jedem intelligente fan 1 V
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