Jahrgang 
31-52 (1863)
Seite
686
Einzelbild herunterladen

686

tur ganz entgegen waren. Die Energie erſetzte er durch eine große Eleganz. Sein Homer, ſein Ovid, ſein Alcibiades beſitzen eine ganz außerordentliche Grazie und Liebenswür⸗ digkeit. Seine Aspaſia iſt entzückend, und Delacroix hat die weibliche Schönheit nie mit ſoviel Glück dargeſtellt, wie es ihm bei der reizenden Figur der Geliebten des Perikles ge⸗ lungen iſt.

Es iſt daher als ein beſondres Glück für Delacroix zu betrachten, daß ihm der Auftrag ertheilt wurde, dieſe großen

Räumlichkeiten zu decoriren, wobei von den Kleinlichkeiten der Staffeleimalerei kein Gebrauch gemacht werden kann und

wo er ſeiner fruchtbaren und glänzenden Einbildungskraft freien Lauf laſſen und einige ſeiner ausgezeichnetſten Eigen⸗ ſchaften entwickeln konnte. Für die künſtleriſche Ausbildung Delacroix' würde es ſehr vortheilhaft geweſen ſein, wenn Géricault mit ſeinem feſten Geiſte und ſeiner ſichern Hand ihm länger zur Seite geſtanden hätte, anſtatt gleich im An⸗ fang ſeiner Laufbahn der einzige Vertreter der äußerſten ro⸗ mantiſchen Reaction zu werden. Delacroix würde dem jungen Maler der Meduſa, den er als ſeinen Meiſter verehrte, gern in jener erhabenen Natürlichkeit gefolgt ſein, die er in ſeinen beiden erſten Gemälden la Barque de Dante und le Massacre de Scio zu erreichen ſich angeſtrengt hatte. Bei dem Tode Géricault's war ſeine künſtleriſche Ausbildung noch nicht beendigt. In manchen Augenblicken hätte er ſtrenger und doch liebevoller Rathſchläge bedurft, die er nicht fand, da er nur auf entſchiedene Gegner oder fanatiſche Bewunderer ſtieß. Die Natur genirte ihn; er bediente ſich derſelben

immer weniger, und ſeine Schöpfungen, denen es weder an Originalität, noch an Reiz und Größe fehlte, ſtützen ſich nicht

feſt genug auf die Wirklichkeit. Von der Erbſchaft Géri⸗ cault's behielt er nur die dramatiſche Auffaſſung, das Gefühl des Lebens und der Bewegung bei. Farbe unter, welche bei ihm der Zweck wurde, anſtatt das Mittel zu bleiben.

Die Organiſation Delacroix' war reich und glänzend, aber unvollſtändig. Deshalb erregen auch ſeine wichtigſten und gelungenſten Gemälde kein ganz befriedigendes Gefühl. Der Geiſt fühlt ſich vor dieſen unvollkommnen Schönheiten beunruhigt. Zwiſchen die Bewunderung, welche ihm ſoviel Glanz einflößt, und den ganz natürlichen Widerwillen vor ſo vielen auffallenden Unrichtigkeiten getheilt, leidet er, anſtatt jene heitre und unvermiſchte Genugthuung zu fühlen, welche der Anblick der Vollkommenheit in uns erzeugt.

Trotz ſeiner Mängel gehört Delacroix zu der kleinen Zahl Künſtler, welche eine Epoche charakteriſiren und ſich der⸗ ſelben bemächtigen, und Frankreich hat Urſache auf ihn ſtolz zu ſein. Obgleich von einer zarten Leibesconſtitution, be ſaß er doch eine ganz ungewöhnliche Thätigkeit, und er hat faſt bis zum letzten Augenblick ſeines Lebens gearbeitet. Die Arbeit war für ihn das erſte Glück, die Kunſt ſeine einzige Leidenſchaft, der er Alles die Vergnügen der Geſellſchaft, die Freued der Familie aufopferte. Wie Michel Angelo beſtritt er ſich die Stunden, die er ſeiner eiferſüchtigen Kunſt entziehen mußte. Delacroix liebte und ſuchte den Ruhm, ein Ehrgeiz, deſſen ſich kein Künſtler zu ſchämen braucht und der bei ihm auch befriedigt wurde, denn in Folge der großen Aus⸗ ſtellung im Jahr 1855 ſerhielt er die große Medaille und 1857 wurde er an Stelle des verſtorbenen Paul Delaroche zum Mitglied des Inſtituts gewählt. Delacroix war nicht blos Maler, ſondern auch ein ausgezeichneter Literat und ein guter Schriftſteller. In der Révue des Deux Mondes hat er einige vortreffliche Artikel über Michel Angelo, Nicolas

Er ordnete Alles der

Novellen⸗Zeitung.

Pouſſin, Géricault veröffentlicht, die in einem vortrefflichen ruhigen und abgefeilten Style geſchrieben ſind, der mit der Ueberfülle ſeiner Gemälde gewaltig contraſtirt. Sein freier Geiſt, weit entfernt ſich in die Schranken des Romantismus einzuſchließen, bewunderte die claſſiſche Schönheit, und ſeine Portefeuilles ſind mit Studien und Skizzen nach der Antike und den Meiſtern der Renaiſſance gefüllt. Als Menſch war er einfach, freundlich, liebenswürdig und milde. Bei einem reich gebildeten Geiſte verſtand er durch ſeine glänzende Con⸗ verſation und ſeine feinen Manieren Alle zu bezaubern. Als Menſch, Schriftſteller, Adminiſtrator(er war Mitglied des Pariſer Gemeinderaths), kurz in allen Verhältniſſen zeigte er eine unerſchütterliche Rechtlichkeit und Feſtigkeit, und daher wird ſein Andenken für immer in Ehren bleiben. C.

Ein engliſcher Autor über den Opiumrauſch. Die merkwürdigen Wirkungen des Opiums, nicht ſowohl

die auf den Körper als jene auf unſer Seelenleben, ſind nicht

ſelten geſchildert worden, doch in der Regel nur von Aerz⸗ ten oder ſolchen Reiſenden und Naturkundigen, die darüber ihre Studien im Orient machten. Selten waren es indeß eigene langjährige Erfahrungen, die ſolchen Gemälden zu Grunde lagen. De Quincey aber, der berühmte engliſche Schriftſteller, von deſſen Wirken und Leben Julius Althaut einen Abriß giebt und der eine beträchtliche Aehnlichkeit mit

Montagne hat, ſprach nicht als Theoretiker, ſondern nur all i

Praktiker über die Reize des Giftes, von welchem er behaup⸗ tete, daß es daſſelbe ſei, welches Circe und Helena bereitz unter den Wein alsbraunen Trank gemiſcht hätten.

Es war im Jahre 1804, als ſich de Quincey der Ge⸗ wohnheit ergab, welche beſtändig unauflöslich mit ſeinem Namen verbunden ſein wird. Er litt an heftigen rheumati⸗ ſchen Schmerzen im Geſicht und Kopf, und ein Bekannter empfahl ihm Opium dagegen. Das tilgte nicht nur die Schmerzen, ſondern erregte auch die nänlichen herrlichen Gefühle in ihm, welche bereits die griechiſchen Helden fühlten, denen Helena den braunen Trank vorſetzte. Manche Men⸗ ſchen empfinden gar keine Wirkungen weder von Opium noch von Haſchiſch; auf andere hat das Opium in kleineren Doſen eine betäubende Wirkung, in größeren eine erheiternde; für die wahren Opiumeſſer aber iſt der Effect gemiſcht aus gleichzeitiger Aufregung und Ruhe der Seele, und dieſer Zu⸗ ſtand war es, welcher auch de Quincey zu immer weiterem Gebrauche des Mittels anlockte, bis er ſchließlich dahin kam, täglich achttauſend Tropfen Laudanum zu nehmen.Der Opiumeſſer, ſagt erfühlt, daß der göttliche Theil ſeiner Natur der herrſchende iſt; die moraliſchen Effecte ſind in ihm in einem Zuſtande wolkenloſer Heiterkeit, und über allen thront das erhabene Licht des majeſtätiſchen Verſtandes. Dann kam zuweilen ein unruhiger Traum, der mit einer Muſik anfing, wie ich ſie oft im Schlafe hörte, eine Muſik der Vorbereitung und Spannung. Die Wogen der ſchnell ſich ſammelnden Laute glichen der Eröffnung einer Krönungs⸗ hymne, und gaben, wie dieſe, die Empfindung vielfältiger Bewegung, unermeßlicher Cavalcaden, welche vorüberzogen, und des Stampfens zahlloſer Heere. Der Morgen eines gewaltigen Tages war angebrochen, eines Tages der Kriſe und endlichen Hoffnung für die Menſchennatur, welche da⸗ mals in geheimnißvoller Finſterniß litt, und in einer fürch⸗ terlichen Noth ſich abquälte. Irgendwo, ich weiß nicht wo, irgendwie, ich weiß nicht wie, von irgend welchen Weſen, ich

e du Wo us Gey anſühnb Ig ich u Gor, es viere Sa gie procl ui⸗ und t ob ia; T hier, u au, weil Welt n hände wohl, u ausſti

den F

Iager, du ver

dpu zur dlchen m Kör meüger

fexiſſ(