Jahrgang 
31-52 (1863)
Seite
685
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Vierte Folge.

llſtrich und das überſprudelnde Leben in den Pantomimen er Perſönlichkeiten, und obgleich Delacroix in dieſen beiden Femälden die Ideen, die wir uns von der Schönheit machen, unſtürzt, ſo kann man ſich doch jetzt noch nicht der Verfüh⸗ ung entreißen, welche dieſe pathetiſchen Compoſitionen auf ſde junge und aufgeregte Einbildungskraft ausüben mußten. die Wirkung war eine ſehr große. Delacroix ſtellte Schlag uf Schlag eine ſehr große Zahl von Gemälden aus: Ma⸗ ino Faliero; Chriſtus am Oelberge; den Tod des Biſchofs von Lüttich; den Gefangnen in Chillon; Medea. Dann machte er eine Reiſe nach Marokko, von wo er eine Menge Studien und Erinnerungen zurückbyachte, von denen er in ſiinen Convulsionnaires de Tanger, la Noce juive und les Femmes d' Alger in dem Muſeum des Luxembourg und iiner Menge Gemälde ähnlicher Art Gebrauch machte. Vom zahr 1840 an führte Eugéne Delacroix einige ſeiner vichtigſten und beſten Werke aus, wie die Gerechtigkeit des lrajan und die Einnahme von Conſtantinopel durch die treuzzügler. Als ein unruhiger und forſchender Geiſt ent ſhnte er ſeine Vorwürfe allen Ländern und allen Zeiten. Rythologie, die alte und heilige Geſchichte, das Mittelalter, Vorwürfe, welche Dante, Shakeſpeare, Goethe, Walter Scott, kord Byron, der revolutionären Epoche entlehnt waren, nichts entging ihm. Er hat Lithographieen und Caricaturen ge⸗ rtigt. Ueberall entfaltete er Leidenſchaft, Begeiſterung, eine ſöpferiſche Einbildungskraft, einen reichen, unerwarteten, amatiſchen Charakter, ein glänzendes, reizendes Colorit,

as zuſammengenommen trootz der auffallenden Incorrect⸗

niten, die nicht eingeſtehen zu wollen kindiſch ſein würde, unch ſeine entſchiedenſten Gegner verführt.

Gewöhnlich drücken ſeine Perſönlichkeiten heftige Ge fühle, eine tiefe Aufregung, ſtarke, geheimnißvolle oder krank⸗ jafte Leidenſchaften der Seele wie Verzweiflung, Haß, Wuth, ſache aus, wie man es in ſeinem Hamlet, Ugolin, Macbeth, Medea, dem Gemetzel auf der Inſel Chios, dem Schiffbruch don Juans bemerken kann. Einige ſehr rührende Vorwürfe ſat er mit einer bemerkenswerthen Vorliebe wiederholt gemalt, und man hat ſeinen Chriſtus im Grabe, Chriſtus am Oel⸗ jerge und die Pietà in mehreren Exemplaren. Er neigt ſich nit Vorliebe dem Pathetiſchen zu und darin geht er bis zum lebermaß; er iſt im vollen Romantismus aufgewachſen und

zu ſeinem Tode treu geblieben.

ver zärtliche Affecte hat er faſt nie dargeſtellt. rlaſtiſche Gefühl des Geſichts und des menſchlichen Kör⸗ ders mangelte ihm. Dagegen hat er eine energiſche Bewe⸗ zung, eine beredte Stellung und Geſten, eine Art von Ge⸗ ſammtausdruck, welcher eine große Aufregung erzeugt. In⸗ teſſen bedient ſich Delacroix, um die dramatiſcheſten Gedanken in Scene zu ſetzen, nur einer kleinen Zahl von Stellungen und Geſten, die bei ihm oft wiederkehren. Eben ſo iſt ſein imer glänzendes harmonievolles Colorit nicht ſehr mannig⸗ ſittig. Neben Partieen von einer ausgezeichneten Zartheit indet man tocquirte Farbentöne nebeneinander geſtellt, die er iſtematiſch wiederholt.

Er hat einige bemerkenswerthe Landſchaften gemalt, wie B. Ovid bei den Scythen, den Hintergrund ſeines Apollo s Sieger der Schlange Python im Louvre, doch die Natur ſt für ihn vor Allem ein Vorwand, um Farbe zu machen.

Die Menge Staffeleigemälde, welche Delacroix den hemäldeausſtellungen in Paris zuſandte, ſtellen indeſſen nicht ie erhabenſten Seiten ſeines Talents dar. Dieſe finden ſich inden verſchiedenen wichtigen Wandgemälden, mit denen er un manchen Zeiten ſeines Lebens einige Kirchen und Paläſte

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verziert und worin er ganz beſonders die Fruchtbarkeit und Geſchmeidigkeit ſeines Geiſtes und die ihm zu Gebote ſtehen⸗ den Hülfsmittel ſeiner bewundernswerthen Palette gezeigt hat. Er beſaß das Talent der Decoration. Er verſtand ganz ausgezeichnet jenes Bündniß der Malerei mit der Architectur, von dem die Künſtler des ſechszehnten Jahr⸗ hunderts uns unerreichbare Muſter hinterlaſſen haben. Die monumentale Malerei hat ihn erhoben und groß erhal⸗ ten. Sie entwickelte bei ihm Eigenſchaften, die ſich bei Ge⸗ mälden von einem kleinen oder mittlern Umfang nie zeigen können. Neben den Incorrectheiten, auf die man in allen Gemälden Delacroix' ſtößt, findet man in ſeinen Gemälden im Palais Legislativ, im Luxembourg, im Deckengemälde des Apollo im Louvre Schönheiten erſter Ordnung, welche ein ſehr ſeltnes und kräftiges Talent bekunden.

Der Vorwurf der Gemälde im Thronſaale des Palaſtes des geſetzgebenden Körpers iſt ſicher einer der wichtigſten, den ein Maler ſich wählen konnte. Es iſt nämlich die Geſchichts der antiken Civiliſation von den fabelhaften Zeiten an bis zu dem Einfall der Barbaren in Italien. Delacroiyx iſt hinter der Aufgabe, die er ſichgeſtellt, nicht zurückgeblieben. In einer Reihe von Gemälden, welche die fünf kleinen Kuppeln des Saales ſchmücken, hat er eine gewiſſe Zahl Thatſachen dar⸗ geſtellt, welche das Alterthum charakteriſiren; dann hat er in

den beiden großen Compoſitionen der Hemicyelen Or⸗ pheus den Griechen die Künſte des Friedens lehrend, und Attila Italien und die Künſte mit Füßen tretend das

ganze Alterthum zuſammengefaßt. Dieſer großartige Ent⸗ wurf iſt in einigen ſeiner Theile ſehr lücklich ausgeführt. Ganz beſonders iſt Orpheus eine der rührendſtechund dichte⸗ riſcheſten Compoſitionen Delacroix'. Mitten in der ſchönſten Landſchaft lauſchen halbnackte Schäfer, Frauen, Kinder, Nymphen, Centauren, kurz alle wirklichen und eingebildeten Geſchöpfe, welche im Anfange der Geſchichte die Erde bevöl⸗ kerten, ganz entzückt den Tönen des Sohnes Apollo's. Mi⸗ nerva und Ceres ſchweben in dem leichten Azur des Himmels. Die Typen und die Kleidungen einiger dieſer Perſönlich⸗ keiten ſtimmen keineswegs mit den claſſiſchen Traditionen überein, aber dennoch verſetzt die ganze Scene den Beſchauer ins Alterthum zurück. Im Attila iſt dagegen Alles Gewaltſam⸗ keit, Bewegung, Unordnung. Hier iſt der Künſtler in ſeinem Elemente. Dieſer letzte Krampf der römiſchen Civiliſation iſt mit der wildeſten Energie ausgedrückt. Es iſt ſehr zu bezweifeln, ob ein Vorwurf dieſer Art dem Gebiete der Kunſt angehört, doch dieſe Compoſition iſt ein wiederholter Beweis dafür, von welchem lebhaften und tiefen Gefühl Delacroix für die geſchichtliche Wahrheit beſeelt war. Der Maler konnte ſich irren, der Mann aber zeigte die Scharfſicht und den Umfaug ſeines Geiſtes.

Jeder Andregals Delacroix würde vor der Schwierig⸗ keit, die Bibliotſdes Louvre mit Gemälden zu verzieren, zurückgewichen ſein. Die Kuppel wird nämlich nur von unten nach oben durch ein Fenſter, das dem Fußboden gleich iſt, erleuchtet, und mitten unter dieſen beklagenswerthen Be⸗ dingungen hat der Maler Mittel aufgefunden, um diejenigen ſeiner Compoſitionen auszuführen, worin ſich die erhabenſten Schönheiten finden. Der Vorwurf iſt dem vierten Geſang derHölle entlehnt. Virgil ſtellt Dante den Dichtern, den Kriegern und den Weiſen des Alterthums vor.

Hier iſt die Scene eben ſo ruhig wie in ſeinem Orpheus, und der Maler mußte darauf verzichten, ſeine dramatiſchen Eigenſchaften zu entwickeln. Er hat ſich mit einer vollkom⸗ menen Leichtigkeit Bedingungen unterworfen, die ſeiner Na⸗