Jahrgang 
31-52 (1863)
Seite
679
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Wer biſt Du, Matroſe? Deine Stimme klingt nir bekannt; von wem kommt die Warnung?

Von demſelben Lewis O'Donnell, deſſen Haupt Sie ſo eben der Gerechtigkeit verfallen erklärten.

Ah! Mr. Laing, der mir den Warnbrief über⸗ brachte, ſagte der Vicekönig überraſcht; doch der ſchmucke Matroſe war im Gewühl der Masken ver⸗ ſchwunden. Unwillkürlich brachte Lord Corhampton die drohenden Aeußerungen Kildarn's und die War⸗ nung mit einander in Verbindung, ein ahnungsvoller Schauer erfaßte ſeine Seele, und er war eben im Begriff ſich zu entfernen, als ein hoher Ritter in ſpaniſcher Tracht auf ihn zu ſchritt und ihm ſeine Ehrfurcht bezeigte. Lord Corhampton fühlte bei der Anrede des Ritters die unheimliche Ahnung wachſen, die ſich ſeiner bemächtigt hatte.

Mylord! ſprach dieſer,mein Vaterland iſt Neapel. Dort wird der Carneval geboren, dort ſpru⸗ delt die Freude aus dem Becher, wie ein heißer Waſ⸗ ſerſtrahl der Erde entſpringt. Ich bin gekommen, Ihnen die eigentliche Carnevalsfreude zu bringen, die noch in dieſen Sälen vermißt wird. Wohl ſehe ich

Masken hier, aber die ſteife engliſche Gentry

ll durch, und nur Erins Söhne tummeln

ſich im fröhlichen Tanz, oder ſtreifen die Herrn Bri⸗ ten neckend umher; aber ihre Ungebundenheit verliert ſich unter dem zu großen Druck engliſchen Stolzes. Wohlan, es ſoll anders werden, und der luſtige Jubel meines Vaterlandes wird alsbald dieſe Räume durch⸗ ſchallen.

Er winkte, und augenblicklich öffneten ſich die Flügelthüren des großen Saales, und ein Zug neapo⸗ litaniſcher Fiſcher in ihrer maleriſchen Tracht bewegte ſich paarweiſe herein. Die Männer trugen die At⸗

ihres Standes; die Frauen hatten zierliche

i mit Südfrüchten am Arm, die ſie, durch e Himmer wandelnd, an die Anweſenden vertheilten. Am Vicekönige vorüber ſchreitend, verneigten ſie ſich, und eine aus dem Zuge tretende hohe Geſtalt über⸗ reichte ihm ſchweigend einen blutrothen Granatapfel. Dann ſtellten ſie ſich zu einem neapolitaniſchen Tanze auf, den ſie in luſtigen Sprüngen, unter Jauchzen und mit Begleitung des Tambourins und der Caſta⸗ gnetten glücklich nachahmten. Wirklich war mit ihrem Erſcheinen ein regeres Leben fühlbar geworden; Alles umdrängte die Neapolitaner, von denen muntere Scherze durch den Saal flogen.

Wie gefällt Ihnen der Zauber, den ich hervor⸗ gerufen, Mylord Statthalter? fragte der Ritter den Vicekönig.

Wir können Ihnen nur verbunden ſein. Sie ſelbſt ſcheinen von größerer Heiterkeit erfüllt, ſeit Sie

Folge. 679 Ihre Landsleute um ſich ſehen. Es iſt wahr, am Fuße des Veſuvs verſteht man das Leben beſſer zu genießen als auf dieſer Inſel.

Nicht das iſt's, Mylord, bei Gott nicht, wes⸗ halb die Freude hier nicht heimiſch werden will. Der Grund liegt anderswo, er liegt tiefer; denn der Menſch iſt überall der Freude zugethan, und die Ge⸗ ſelligkeit iſt wahrlich keine der geringſten Tugenden der Iren. Aber der Stolz des Despoten verachtet es in der Regel ſich mit ſeinen Sclaven zu freuen; weitgſtens wo es von aller Welt geſehen wird. Auch iſt es nicht die uns hier umgebende Pracht, die die Feier des Carnevals unter dem italiſchen Himmel er⸗ höht, ſondern weil Lebensgenuß dort ein Gemeingut, und nicht, wie hier, ein Vorrecht der privilegirten Stände iſt. In Italien, Excellenz, bereitet man die Feſte, daß ſich die Großen des Landes zugleich mit dem Volke ergötzen. Wer könnte ſich hier freuen, wenn er ſich zu dieſem todten Prunk durch einen Haufen von Bettlern drängen muß, auf deren Geſich⸗ tern das Elend ſeine ſcharfen Züge eingegraben hat!

Der Statthalter warf bei dieſen Worten einen mißtrauiſchen Blick auf den Ritter; der Granatapfel wurde zur glühenden Kohle in ſeiner Hand, und mit erregter Stimme erwiderte er:Sie nehmen einen Umſtand zu ernſt, Chevalier, der nun einmal nicht zu ändern iſt und durch altes Recht und Herkommen ich leugne es indeſſen nicht etwas ſehr ſchwer auf dem iriſchen Volke laſtet. Aber ſehen Sie doch, wie maleriſch jenes pantomimiſche Ballet! welch aus⸗ drucksvolle Geſten! Aber man kommt auf Sie zu, es gilt Ihnen.

Wie wird das enden? ſprach der Statthalter zu ſich ſelbſt, als die Marinari und die jungen Mädchen den Neapolitaner unter ſo ſprechenden Gebehrden um⸗ ringten, wie ſie jenem Volke eigen ſind, wenn es über etwas ſeinen Unwillen verräth. Doch dieſer trat mit der vollen Würde des von ihnen angenommenen Stanu⸗ des unter ſie und wies ſie mit einem gebietenden Handzeichen zurück. Beſänftigt, wie es ſchien, ſetzten ſie ihre früheren Tänze fort. Der Ritter aber trat ſogleich wieder zum Statthalter und ſchien ihn nicht verlaſſen zu wollen.

Etwas verlegen, ſagte dieſer:In der That, Signor, die Scene war rein hiſtoriſch, aus Ihres Landes Vorzeit.

Nur Maſaniello fehlt noch, Mylord! verſetzte der Ritter, ſeine Worte ſcharf betonend.

Ein jäher Schreck durchzuckte Corhampton, doch um ſich keine Blöße zu geben, ſchritt er der Thür des nächſten Zimmers zu. Ein neues im Saale entſtehen⸗ des Geräuſch zog ſeine Blicke rückwärts; ſie blieben