2
672 der Tafel aufzuſtehen und wieder zu kommen. Selbſt eine fremde Dame erlaubte ſich dies, und wurde bei ihrer Rück⸗ kehr wegen ihres Heroismus laut beklatſcht. Die Kronprin⸗
indem ſie in die Waſſergläſer weißen Wein goß, ſo daß die Gäſte, die ſich durch das Waſſer gegen den Rauſch zu ſichern ſuchten, nur Wein mit Weine miſchten. Endlich zerbrach die Prinzeſſin zufälliger Weiſe ein Glas; dies war das Sig⸗ nal zu einer Ausgelaſſenheit, die nicht höher ſteigen konnte. In dem nämlichen Augenblicke flogen alle Gläſer und kry⸗ ſtallnen Gefäße nach den Winkeln des Saals, und alles Por⸗ zellan, alle Näpfe, alle Spiegel und Vaſen wurden in tauſend Stücken zerſchlagen.— Bielfeldt ſetzt ſcherzend hinzu: Au milieu de cette destruction totale, le Prince étoit comme l'homme fort d'Horace, qui, témoin de l'écroulement de l'Univers en contemple d'un oeil tranquille et serein les ruines. Der Prinz nahm wirklich dieſe ausſchweifende Luſtigkeit nicht ungünſtig auf, ob er es gleich für ſchicklich hielt, ſich nebſt ſeiner Gemahlin aus dem rauſchenden Ge⸗ lage zu entfernen.
Nicht lange nach Fox's Eintritt ins Parlament drang ſein Vater im Verlauf einer ernſthaften Unterredung in ihn, ihm doch aufrichtig zu ſagen: was man denn ſo eigentlich in der Welt von ihm halte. Karl wich dieſer verfänglichen Frage einige Minuten geſchickt aus; da aber der Vater fort⸗ fuhr, ihm zuzuſetzen, ſo erklärte er endlich mit ſcheinbarem Bedauern:„Man nennt Sie den größten— im ganzen Kö⸗ nigreiche.“„O Sohn,“ fuhr der Vater haſtig und zornig auf, „haſt du keinen Degen, um eine ſolche Schmach, wie ſie's ver⸗ dient, zu rächen?“ Gelaſſen erwiderte Karl:„Kein Einzelner, glauben Sie mir, dürfte ſo eine Beleidigung ungeſtraft wa⸗ gen; aber wie können Sie vernünftiger Weiſe verlangen, daß ich mich mit aller Welt ſchlagen ſoll?“
Kleine Kritiken.
Illuſtrirtes Thierleben. Eine allgemeine Kunde des Thierreichs von Dr. A. E. Brehm. Hildburghauſen, Bibliographiſches Inſtitut. 1863.
Schon beim Erſcheinen der erſten drei Hefte, welche den Carricaturen des Menſchengeſchlechts, den Affen, gewidmet waren, haben wir uns durch die Güte dieſes vorzüglichen hochwillkommenen Unternehmens zu einer ausführlichen Be⸗ ſprechung veranlaßt fühlen müſſen.
Das ſoeben herausgegebene vierte Heft, welches die Flatterthiere beſpricht und das Katzengeſchlecht beginnt, lie⸗
zeſſin ſelbſt beförderte die Wirkungen des luſtigen Mahls,
Novellen⸗Jeitung.
fert nicht minder tüchtige, feſſelnde und geiſtesfriſche Leiſtun⸗ gen, ſowohl in ſeinem Text, als in den mit großer Lebendig⸗ keit und ſprechender Naturtreue gezeichneten Abbildungen, Wir laſſen hier als weitere Empfehlung folgen, was Dr. Caul Bolle in Berlin, gleichfalls angeregt von des Unternehmen Thätigkeit, darüber ſagt:
Aufſätze und Bücher, mit welchen Brehm bereits die Literg⸗ tur beſchenkt hat, reiht ſich das vorſtehende neue Werk an deſſen Programm es ſich zur Aufgabe geſtellt hat, uns mög lichſt umfaſſende und freie Blicke in das Leben und Walte der höhern Thierclaſſen zu gewähren. Säugethiere und Vögel ſollen zunächſt die Gegenſtände für die Betrachtung abgeben. Von einer ſolchen, mit dem ſcharfen Blick der Verfaſſers angeſtellt und aus der Gemüthsfülle und Friſch ſeiner Anſchauungsweiſe geſchöpft, dürfen wir uns, ohne Be⸗ ſorgniſſe, enttäuſcht zu werden, ſehr viel verſprechen. Wer unter entlegenen, weit von einander geſchiedenen Himmels ſtrichen, in Nord und Süd wie in der lieben Heimath von Jugend auf der Naturforſchung mit Liebe oblag; wer mit
ſchaftlichkeit deutſcher Bildungshöhe vereinigt und dabei zu gleicher Zeit des Styls und der Sprache in ſeltenem Grad Meiſter; wen dabei Amt und Lebensſtellung täglich, j ſtündlich mit einem Gewimmel ſeiner bepelzten und befieder⸗ ten Lieblinge umgeben, das an die naiven Conceptionen nie⸗
dürſtige Menge, welcher die Wiſſenſchaft nur allzuoft einen Stein ſtatt des Brodes reicht, ſtets mit reger Vorliebe wenden und ſie wird ihm, als dem erprobten Freunde, das Ohr lei⸗ hen, ſobald es ihm beliebt, öffentlich zu ihr zu reden.“ Dieſer günſtige Ausſpruch bewährt ſich auch bei dem hier vorliegenden Heft; immer ſind es die Belehrungen de Erfahrung, welche der Verfaſſer in ſchlichtem, aber kernig an ſprechendem lebendigem Vortrag wiedergiebt, und da, wo nicht ſelbſt geprüft oder geſehn hat, läßt er von den Andern die Beſten reden und zieht bei widerſprechenden Urtheilen das Facit einer Wahrſcheinlichkeitsrechnung mit den überzeugen⸗ den Gründen unbeſtochener ruhig prüfender Vernunft. Ohne dem Poetiſchen in der Naturkunde feind zu ſein, gewährt es eine Befriedigung, wie Brehm ſtets auf den Menſur ſteht, das Vorurtheil und den Aberglauben aus dem Tempel der realen Erkenntniß hinauszutreiben. Die Ausſtattung und Ausführung der Holzſchnitte iſt ſo ſolid und dabei ſo glänzend, wie es vielleicht nur dem groß⸗ artigen Betrieb des Meyerſchen Kunſtinſtituts möglich ſein dürfte. O. B.
ermäßigten Preiſen, gegen baare Zahlung, durch alle Breslau, September 1863.
Für Leihbibliotheken und Leſerirkel.
Beachtenswerthe Preisherabſetzung.
der Sinnesſchärfe eines Wüſtenſohnes die geläuterte Wiſſen
Der heutigen Nummer dieſer Zeitſchrift liegt ein Verzeichniß gediegener Original⸗Unterhaltunge ſchriften(von Armand, Karl Frenzel, Karl von Holtei, Theodor Mügge, Andreas Oppermann, Otto Ro quette, Ludwig Roſen, Arnold Schlönbach, Guſtav vom See ac. ꝛc.) bei, welche zu den beigeſetzten bedeutend
Buchhandlungen zu beziehen ſind. Verlagsbuchhandlung von Eduard Trewendt.
Nedigirt unter Verantwortlichkeit von Ouo Sriedrich Dürr in Leipzig.— Verlag der Dürrſchen Buchhandlung in Leipzig.— Druck von A. Edelmann in Leipzig⸗
derländiſcher Meiſter erinnert: an den wird ſich die belehruns
4 nir be /ℳ Sie ſo
„Einer langen und reichhaltigen Folge werthvolle brachte
ſchmu ſchwo de Run Sch beg ſpan Chr Aar
fich i tenn ſich Wol mein ſchall Faͤgh litan ſich
Lic
Am und reich Da uf und gnet GEiſc umd Sche
geru
Lice
felbſt


