Jahrgang 
31-52 (1863)
Seite
671
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Vierte Folge.

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Namen!

wern. Als jedoch in der dritten Nacht der Vollmond am inmel leuchtete, eilte der Diener in der größten Beſtürzung (dem ſchlafenden Gebieter und rief:Stehe auf, o Herr, d komme, das ſeltſame Wunder zu betrachten; deine Lilie undelt im Garten umher und ſingt dabei ein wunderherr⸗ herbſtli ges Lied! Da ſprang der Prinz aus dem Bette, eilte in ir ſie eben. Garten und ſah anſtatt der Lilie eine himmliſch ſchöne (angfrau. Und dieſe ſchwebte im Mondlicht einher und ufng ein ſo trauriges Lied, daß der Prinz ſelber beinahe vor

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wichügehmuth geweint hätte. Und in dieſem Geſange beklagte tath die Jungfrau, daß ihr Leben nur im kühlen Mondſchein

duihre, daß ſie wieder eine weiße Lilie werden müſſe, ſobald Da trat der

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ſe. zwill dir ein feſtes Marmorſchloß bauen, in das kein Son⸗ inpfeil einzudringen vermag. Dort ſollſt du wohnen, liebe zeele, und meine treue Gemahlin ſein! Die Jungfrau zälligte ein, ward die Gattin des Königsſohnes, lebte mit um in glücklicher Ehe und gebar ihm in der kühlen Marmor⸗ nalle einen Sohn. Allein eines Tages begab es ſich, daß der Ninz mit vielen Streitern weit hinaus in den Krieg ziehen unſßßte. Da verabſchiedete er ſich betrübt von ſeiner lieben Mau, nachdem er ſie der treuen Obhut ſeiner eigenen Mut⸗ erempfohlen hatte. Allein die Mutter war eine ſehr böſe rau, die ihre ſchöne Schwiegertochter aus ganzem Herzen Zute. Kaum war der Prinz hinweggeritten, ſo ſann ſie bereits af deren Verderben. Sie ließ die Marmorkuppel des Srales, in dem die Prinzeſſin wohnte, durchbrechen der ziße Strahl der Sommerſonne drang ſchnell hinein und ouchte der jungen Frau den Tod! Und ihr junges blühendes dräblein ſtarb zur nämlichen Stunde! Als nach einigen Wochen der Prinz als glücklicher Sieger aus dem Kriege zimkehrte, fand er in dem öden Saale nur eine Lilie, und die war geknickt und verwelkt. Da verfluchte der arme Prinz ſene böſe Mutter und blieb bis zu ſeinem Tode traurig und Saß wie eine Lilie. Alfred Waldau.

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Ein neuer Betrug.

In dem Quartier de la Bourse in Paris hat man die Trhaftung zweier Diebinnen bewirkt, welche ſeit einiger Zeit die düchen Magazine in den vornehmſten Straßen zu beſtehlen ver⸗ ſtanden. In dem einen Magazin verſchwanden reiche Spitzen, in einem andern werthvolle Bijouteriewaaren, noch in andern feines Leinenzeug oder Stickereien. Man mochte noch ſo auf⸗ nerkſam ſein, ja ſich ſogar an die Polizei wenden und deren Uberwachung in Anſpruch nehmen, man war doch nicht im Stande, den Dieb oder die Diebin auf friſcher That zu er⸗ open. Endlich bemerkte man glücklicher Weiſe, daß dieſe Tiebſtähle ſtets an den Tagen ſtattfanden, an denen eine ele⸗ zant gekleidete Dame in Begleitung der in der Tracht der

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en Säugling auf dem Arme trug, erſchienen war, um in dem Magazine, wo Gegenſtände verſchwunden waren, Einkäufe

tſchwand dzu machen. Es war indeſſen ſehr bedenklich, auf dieſe Dame n Augen d irgend einen Verdacht zu werfen; denn ſie war ſehr höflich, iin der rät böahlte gut und ſie machte keine Unruhe. Man bezeichnete Diener a ſte indeſſen den Polizeiagenten als verdächtig, und dieſe er⸗ utſau auc hilten den Befehl, ſie ganz beſonders zu überwachen.

azen und 2 Vor einigen Tagen trat ſie von neuem in ein Spitzen⸗ Wiid vir mgazin. Sie war wie gewöhnlich ſehr reich gekleidet und

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Bijcl ſu Geſellſchaft ihrer Amme, welche ein ſchlafendes Kind trug,

Burgunderinnen erſcheinenden Amme, die einen reich gekleide⸗

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wie jedesmal, wenn ſie ſich in einem Magazine einfand. Dasſelbe war in eine jener langen Roben von geſticktem Ja⸗ conas, die man Tavarolles nennt, eingehüllt, trug eine Capote von weißſeidenem Stoffe, und das ganze Geſicht war mit einem leichten Tüllſchleier bedeckt.

Die Spitzenhändlerin legte der Dame verſchie dene Rol len Spitzen zur Auswahl vor, und die Letztere ſchien eben im Begriff zu ſtehen, ihre Wahl zu treffen, als plötzlich ein Herr, der an ihrer Seite ſtand und den ſie als einen Käufer betrach⸗ tet hatte, während er in der Wirklichkeit nichts weiter als ein Polizeiagent war, ſich auf die Amme ſtürzte und ausrief: Hier iſt Ihre Diebin! Ich habe ſie!

Auf dieſen Ruf ſuchte die Dame ſich aus dem Staube zu machen, doch die Commis verhinderten ſie an der Flucht, und der ganze Betrug wurde entdeckt.

Das ſchlafende Kind war nur eine Puppe von Pappe, die inwendig hohl war, beinah wie die Puppen der Mode⸗ händlerinnen, die von Paris aus nach allen Hauptſtädten verſandt werden, gearbeitet, nur waren das Geſicht und die Hände mit einer außerordentlichen Vollkommenheit nachge ahmt, ſo daß darüber kein Zweifel entſteben konnte.

Wahrend die Begleiterin der Diebin, welche die Rolle

der Gebieterin ſpielte, die Aufmerkſamkeit der Commis, welche ihr die verlangten Waaren vorlegten, beſchäftigte, ließ die Amme geſchickt Gegenſtände verſchwinden, die ſie im Innern der Papppuppe verſteckte. Sobald ſie damit in Ordnung war, gab ſie ihrer Begleiterin ein Zeichen, worauf dieſe ihre Wahltraf und die ausgeſuchten Gegenſtände bezahlte, während die Amme ſchon das Magazin verlaſſen hatte und mit der unbefangenſten Miene von der Welt auf dem Trottoir vor dem Magazine ihre Herrin erwartete. 4 Im Augenblick, wo die falſche Amme den Verſuch machte, ein Stück Spitzen unter der Tavatolle des Säuglings zu ver⸗ bergen, wurde ſie von dem Polizeiagenten feſtgenommen. Von einem Leugnen konnte daher gar keine Rede ſein. Die Diebinnen, die ganz den Kopf verloren hatten, geſtanden im erſten Augenblick Alles, was man zu wiſſen wünſchte. Sie wurden hierauf nach der Polizeipräfectur geſchickt, dann wurde in der Wohnung derſelben eine Hausſuchung vorge⸗ nommen, wo man noch viele geſtohlene Gegenſtände und außerdem eine ſehr beträchtliche Menge Pfandzettel vorfand. Um weniger leicht entdeckt zu werden, hatten ſie es vorgezogen, die geſtohlenen Gegeſtände lieber im Pfandhauſe zu verſetzen als ſie zum Verkauf auszubieten. C.

Misrellen.

Aus den frühern Jahren Friedrich's des Großen ſchildert Bielfeldt ein bacchantiſches Feſt, welches er kurz vor dem An tritte ſeiner Regierung zu Rheinsberg gab, und welchem ſelbſt die damalige Kronprinzeſſin nebſt mehrern vornehmen Damen beiwohnte. Der Prinz hatte ſeine Gäſte bedroht, daß ſie von

der Abendtafel nicht eher aufſtehen ſollten, bis die Wachs⸗ lichter abgebrannt wären und der Champagner die Geiſter

erleuchtet bätte. Bielfeldt hielt dies für einen Scherz; die Prinzeſſin verſicherte ihm aber, daß der Prinz ſein Wort halten würde. Kaum hatte man ſich zur Tafel geſetzt, als der königliche Wirth eine intereſſante Geſundheit nach der andern ausbrachte, und durch ſeine muntern Einfälle die ganze Geſellſchaft zum Frohſinn ſtimmte. Bald hatte man über die Grenze hinaus gezecht; dar Champagner that ſeine Wirkung, und die Herren nahmen ſich die Erlaubniß, von