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Hierte Folge.
„Ja, aber anders,“ meinte der Jüngſte geheim⸗ nißvoll, und damit liefen die Beiden lachend davon.
Laura dachte, das Herz werde ihr die Bruſt zer⸗ ſprengen müſſen; ſie fühlte ſich ſo ſelig, und doch wieder ſo beſchämt, ſo unglücklich, als habe ſie eine große Sünde auf dem Geviſſen.
Der alte Herr von Rautenkranz mochte Allerlei gedacht haben, als ſein Töchterchen dem Vetter Carl zu Liebe ſticken gelernt und dieſer mit einem ſo über⸗ aus innigen Händedrucke zu ihm geſagt hatte:„Eure Laura iſt eine Perle,“ aber er hatte ſeinen Gedanken keine Worte gegeben. Indeſſen ließ er es ſich doch angelegen ſein, Beide ſchärfer als bisher zu beobach⸗ ten; zwar kam ihm kein Mißtrauen an die Ehren⸗ haftigkeit Vetter Carl's in den Sinn, und er hätte ihn jetzt noch ruhig hundert Meilen weit mit Laura allein reiſen laſſen, aber er überlegte doch auch ande⸗ rerſeits, daß Laura eigentlich noch zu jung ſei, um ſich bereits gefährlichen Träumereien hinzugeben, deren Berwirklichung um ſo ferner liegen mochte, als der Rittmeiſter ſie vielleicht gar nicht ahnte.
Der alte Herr begleitete ſie ſeitdem öfter auf ihren Spazierritten und miſchte ſich mehrere Male auf unverdächtige Weiſe in ihre Tôte à Tétes; außer⸗
dem aber hatte er bedeutungsvoll zu dem Magiſter
geſagt:
„Freundchen, beſchäftigen Sie mir die Laura mehr, damit ſie nicht Raupen im Kopfe kriegt.“
Das war nun Waſſer auf des Candidaten Mühle. Nach der Geburtstagsſcene ſchon hatte er, ſobald er iich allein auf ſeinem Zimmer befand, wenigſtens ſwanzig Mal den Kopf geſchüttelt und dabel gemur⸗ melt:
„Das wird ja immer beſſer. Nun ſtickt ſie ſchon
in Seide, und wenn's auch nur eine Prubelei iſt, ſo
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hat es doch etwas zu bedeuten.
Hm, wenn's nicht mein alter Schulcollege Carl gerade wäre, möchte ich wohl dem blinden alten Manne die Augen öffnen.
Es iſt aber doch ein leichtſinniger Finke, dieſer Carl!
ob er gar kein Gewiſſen hat?“.
Man ſieht, daß der Magiſter doch nicht zufrieden war, obgleich Laurachen ihn jetzt viel weuiger quälte als ſonſt, ihre Aufmerkſamkeit in den Lehrſtunden ihm ſogar hätte ſchmeichelhaft ſein ſollen; er war und blieb aber einmal ein Pedant und ſah alle Dinge immer von der ſchwärzeſten Seite an. 4
Der alte Herr brauchte ihn nicht zum zweiten Male zu mahnen; er überhäufte das junge Mädchen
wirklich mit Arbeiten, aber ſonderbarer Weiſe ſchien ſie an denſelben ſogar Gefallen zu finden, wenn ihr nur die Stunden frei blieben, die ſie in des Vetters
Geſellſchaft zubringen konnte.
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Eines Morgens kam Laura mit einem kleinen, zierlichen Bouquete von Wieſenblumen am Gürtel in die franzöſiſche Stunde. Unſere Leſer müſſen wiſſen, daß der Rittmeiſter ihr dieſe Blumen Tags zuvor, als ſie ohne die Begleitung des Vaters ausgeritten waren, gepflückt und mit einigen ſentimentalen Wor⸗ ten, nachdem er ſie an ſeinen koſtbaren braunen Schnurr⸗ bart gedrückt, überreicht hatte; die Nacht über hatten ſie in einem der ſchönſten. geſchliffenen Gläſer dicht an des Fräuleins Kopfkiſſen geſtanden.
Wieſenblumen haben nun allerdings ſelten ein beſonderes Aroma, aber Laurachen mußte das doch zweifellos finden, denn ſie neſtelte bald das Bouquet von ihrem Gürtel los und führte es alle halbe Mi— nuten ſcheinbar an ihr Näschen, in der That aber heimlich an die Lippen.
Den Magiſter ärgerte dieſes unſchuldige Manö⸗ ver; warum, wußte er vielleicht ſelbſt nicht, denn Laura war übrigens ganz aufmerkſam und hatte ihre Lection vollkommen inne.
„Fräulein Laura,“ ſagte er endlich,„um Ihre Aufmerkſamkeit nicht abzulenken, ſollten Sie lieber dieſe halbvertrockneten Feldblumen, die gar keinen Werth haben, aus dem Fenſter werfen.“
In die Wangen des Fräuleins ſtieg eine glühende Röthe, vielleicht der Beſchämung, vielleicht des Aer⸗ gers; ſie fühlte ihre Abneigung gegen den Magiſter
wieder wachſen, aber ſie antwortete nicht und behielt
ihr Bouquet vor dem Näschen.
„Wenn Sie immer dieſen abſcheulichen Blumen⸗ ſtrauß vor dem Munde führen,“ meinte der Magiſter etwas ſpäter,„ſo kann ich Ihre Ausſprache der fran⸗ zöſiſchen Worte beim beſten Willen nicht verſtehen.“
Laura, die bereits um Vieles ſanfter gegen frü⸗ her geworden war, legte das Bouquet auf den Tiſch, aber ihre Augen verließen es nicht.
Auf einmal ſtreckte der Candidat, der dies wohl bemerkte, ſeinen langen ſpindeldürren Arm aus, er⸗ griff die Blumen, ehe das Fräulein ſich deſſen verſah, und ſchleuderte ſie aus dem Fenſter.
Es trat eine inhaltsſchwere Pauſe ein. Laura⸗ chen ſah bald den Magiſter an, bald folgte ſie dem Wege, den das ihr ſo theure Sträußchen genommen hatte. Es mußte eine gewaltige Aufregung in ihr vorgehen, denn ihre Farbe wechſelte ſchnell, ihre Au⸗ gen blitzten bald im Zorne, bald ſchienen ſie mit Thränen zu kämpfen; endlich ſiegten die letzteren und brachen in Strömen hervor..
Sie ſtand, ohne ein Wort zu ſprechen, auf und ging raſch auf die Thür zu.
Dem Magiſter wurde bei dieſen Anzeichen eines heraufziehenden Sturmes doch etwas unheimlich zu


