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Perſönlichkeiten des letzten Jahrhunderts, ja oft der letzten beiden Decennien zuſammengeſtellt.
Die Auswahl iſt nicht immer ſo getroffen, daß man ſie für die weiteren Leſerkreiſe glücklich berechnet nennen könnte, was weſentlich ſeinen Grund darin hat, daß das deutſche Publicum ſich noch nicht ſehr allgemein um die moderne Specialgeſchichte Europa's bekümmert.
Mehrere in die große Oeffentlichkeit auch bei uns gedrungene Perſonen hat aber der Verfaſſer ſo be⸗ handelt, daß die Lectüre ihrer Lebensgeſchichte mehr als ein gewöhnlicher Roman feſſeln wird. So den muthigen von ſeinem Vaterlande auf's Ungerechteſte gemißhandelten Lord Cochrane, den Eſſaisſchriftſteller Thomas de Quincey, den Hiſtoriker Macaulay und den trefflichen Humoriſten Sydney Smith.
Dieſer Smith, eigentlich ein Geiſtlicher, war ein großer Segen für England, welches damals zu Anfang des neunzehnten Jahrhunderts in einer jämmerlichen politiſchen Gewaltherrſchaft der Tories ſchmachtete und den Witz ſcharfer oppoſitioneller Köpfe zu ſeiner Befreiung durch die öffentliche Stimme, durch die Preſſe ſehr nöthig hatte. Smith half das bald be⸗ rühmt gewordene„Edinburgh Review“ gründen, und nach langen Kämpfen von vielen Seiten trat ein Um⸗ ſchwung in der britiſchen Regierung ein.
Später lebte der ſcharfe Denker zum Theil auf dem Lande und endlich in London, wo er der Mittel⸗ punkt der heiteren Geſellſchaft, der feinen geiſtigen Kreiſe war, und ſeine Ausſprüche verbreiteten ſich als humoriſtiſche Leuchtkugeln bis nach Paris und Amerika.
Sein Witz beſtand, wie Althaus ſagt, nicht in bloßen Wortſpielen, ſondern mehr darin, daß er einen Gegenſtand erfaßte und alle lächerlichen Beziehungen, welche ſich daran knüpfen ließen, herauszog.
So hörte Smith einmal, daß einer ſeiner Freunde eine außerordentlich umfangreiche Dame heirathen wollte, und rief:„Was? er will ſie heirathen? Un— möglich! Sie meinen einen Theil von ihr; er könnte ſie nicht ganz heirathen. Dies wäre nicht ein Fall von Bigamie, ſondern Trigamie; die Nachbarſchaft oder die Obrigkeit ſollte ſich in's Mittel legen. An ihr iſt genug, um die ganze Gemeinde mit Frauen zu verſehen. Daß ein Mann ſie beirathen ſoll, iſt mon⸗ ſtrös. Man könnte eine Colonie mit ihr bevölkern, oder eine Geſellſchaft mit ihr geben, oder vielleicht einen Morgenſpaziergang um ſie herum machen, natür⸗ lich vorausgeſetzt, daß man in robuſter Geſundheit wäre und hin und wieder Sitze angebracht würden, um ſich ausruhen zu können. Ich war einmal über⸗ eilt genug, den Verſuch zu machen, vor dem Frühſtück um ſie herum zu gehen, kam aber blos halbwegs und
Novellen⸗
Jeitung.
gab es ganz erſchöpft auf. Oder man könnte die Auflaufsacte verleſen laſſen und ſie zerſtreuen. Kurz man kann alles mit ihr machen, nur nicht ſie hei⸗ rathen.“
Nachdem er Landgeiſtlicher in Yorkſhire geworden war und die Mängel des uncultivirten Landlebens tief empfand, ſchrieb er an einen Freund:„Sind Sie jemals auf dem Lande zum Mittagseſſen eingeladen geweſen? Welches Elend bereiten die Menſchen ein⸗ ander unter dem Namen des Vergnügens! Am letz⸗ ten Donnerstag waren wir bei einem Geiſtlichen in der Nachbarſchaft eingeladen, mit der Bemerkung, daß es eine Hirſchkeule geben würde. Wir fuhren um fünf Uhr Morgens ab, waren unter einer verſengenden Sonne und in unſern beſten Kleidern drei Meilen auf der ſtaubigen Chauſſee, fanden den Gutsbeſitzer und die Pfarrer in einem kleinen heißen Zimmer verſammelt; das ganze Haus roch nach Braten; wir unterhielten uns wie gewöhnlich von den Wegen, vom Wetter und von Rüben; dann wurden wir hungrig, dann ernſthaft, dann ungeduldig. Endlich öffnete ein junger Burſch, der offenbar für die Gelegenheit ge⸗ nommen war, die Thür und bat unſern Wirth, aus dem Zimmer zu kommen. Nach einigen Augenblicken fürchterlicher Spannung kehrte er mit einem ſehr be⸗ trübten Geſicht zurück und ſagte:„die Frau, welche in der Küche hilft, hat die Suppe für ſchmutziges Waſſer gehalten und weggegoſſen; ſo müſſen wir ohne Suppe fertig werden.“ Wir alle ſtimmten überein, daß wir das unter den Umſtänden dann wohl thun müßten. Endlich zu unſerer Freude wurde das Eſſen angekündigt; aber, o ihr Götter! was für eine Luft kam in unſere Naſe, als wir in's Eßzimmer eintra⸗ ten! Das Wild war ſo haut-gout, daß es ungenieß⸗ bar war und in aller Eile der Suppe folgen mußte.
Das Eſſen ging nun weiter, aber unſer Geiſt ſank unter dieſer Sammlung von Unglücksfällen; zwiſchen dem erſten und zweiten Gange war eine ominöſe Pauſe; wir ſahen einander an: welches neue Schreckniß erwartet uns? Die Pauſe wurde fürchter⸗ lich. Da wurde die Thür aufgeriſſen, der Burſche kam hereingeraunt und rief laut:„Erlauben's Herr, hat Betty das Recht mir durchzuwalken?“ Welcher menſchliche Ernſt konnte dem widerſtehn? wir wälzten uns vor Lachen, Alle nahmen gegen Betty Partei. Wir erhielten den zweiten Gang mit einiger Schwie⸗ rigkeit, ennuyirten uns gegenſeitig die gewöͤhnliche Zeit, beſtellten unſere Wagen in der Erwartung, daß unſere Poſtillons betrunken ſein würden, und dankten der Vorſehung, daß ſie ihnen nicht geſtattete, uns in einen naſſen Graben abzuſetzen. Das ſind Diners auf dem Lande.“
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