Jahrgang 
31-52 (1863)
Seite
637
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ſin, während er jetzt als Feldmarſchall und ſeine Bruſt mit Orden bedeckt geſtorben iſt, nachdem ihm die letzten Jahre ſei⸗ nes Lebens die Ehre zu Theil geworden, daß ſein Name in dem Munde des ganzen engliſchen Volkes war und daß er inen Sitz im Oberhauſe neben den Nachkommen Marlbo⸗ oough's und Wellington's einnahm. Als England im Jahr 1842 China den Krieg erklärte, chielt Colin Campbell das Commando über das 98ſte Regi⸗ ment, und befand ſich 11 Monate lang mit demſelben am Bord ines Linienſchiffes, wo die Sorge für die Geſundheit und den Lomfort der Officiere und Truppen ſehr vernachläſſigt wurde.

Von China kam er nach Oſtindien, doch nach einer kurzen

Ruhezeit, die er in Hindoſtan verlebte, mußte er gegen die Sikhs marſchiren, deren Aufſtand eben ausgebrochen war. In Folge ſeiner Anciennetät wurde ihm das Commando der

dritten Diviſion der Armee im Pendſchab übertragen, und er

bewährte ſich in dieſer Stellung als ein eben ſo muthiger Soldat, wie als ein geſchickter General. In dem Treffen bei Ramnuggur, bei Chillianwallah, wo er bei der Leitung der wichtigſten und zeitgemäßeſten Bewegung von neuem ver⸗ wundet wurde, und bei Gudſcherat erwarb er ſich den Ruhm eines tüchtigen Generals und eben ſo ſpäter bei der Leitung der Operationen gegen die Bergbewohner in den Jahren 1851 und 1852, doch die Behörden in Oſtindien waren ihm nicht günſtig geſinnt, und Colin Campbell kehrte nach England zu⸗ rück, wo ſich ihm die Gelegenheit bot, ſich noch mehr auszu⸗ zeichnen.

Es begann nämlich 1854 der Krieg mit Rußland, in deſſen Folge er in die Krim commandirt wurde. An der Spitze von drei Regimentern Bergſchotten, die ſich unter dem Commando des Glasgower Knaben ſehr glücklich fühlten, rückte er an die Alma, wo er viel Ehre mit geringem Verluſt erntete, und beinah eben ſoviel Ruf mit gar keinem Verluſt an dem berühmten Tage von Balaklawa, wo das ſchwache 93. Regiment der ruſſiſchen Cavallerie gegenüber ſtand. Lord Raglan, welcher die große Wachſamkeit und Tapferkeit Colin Campbell's kannte, übertrug ihm die Deckung der rech⸗ ten Flanke ſeines Heeres mit ſeiner Brigade Hochländer oder Bergſchotten und die Ueberwachung Balaklawa's und deſſen Werke, wo er ſich freilich keinen Schlachtenruhm gewinnen, wohl aber ſeine anhaltende Wachſamkeit beweiſen konnte.

Als nach Lord Raglan's Tode der Oberbefehl des engli⸗ ſchen Heeres Sir James Simpſon zufiel und dieſer unglück⸗ liche Officier ſich zurückzog, glaubte man allgemein, daß der Oberbefehl nunmehr Colin Campbell ertheilt werden würde, der 1854 zum Generalmajor und im October deſſelben Jah⸗ res zum Obriſt des 67. Regiments ernannt worden war, doch als man ihm den viel jüngern Codrington vorzog, der ſich das Obriſtpatent erſtzerkaufte, als Colin Compbell ſich ſchon längſt als tüchtiger General in dem Felde bewieſen hatte, und der an der Alma zuerſt Pulver roch, fühlte ſich Colin Campbell ſehr verletzt und er kehrte nach England zurück. Auf das Verlangen eines Mannes, deſſen Wunſch für ihn Geſetz war, kehrte er doch wieder nach der Krim zurück, um daſelbſt ein Commando zu übernehmen, doch ehe er neue Dienſte leiſten ſonnte, wurde der Friede geſchloſſen, und am 4. Juni 1856 wurde Sir Colin Campbell zum Generallieutenant ernannt.

Bald ſollte ſich ihm die Gelegenheit bieten, ſeinem Va⸗ jerlande den größten Dienſt zu erzeigen. Die große Ver⸗ ſchwörung indOſtindien brach aus und erſchien gleich im Beginn ſo drohend, daß die Regierung recht gut begriff, daß bei der Wahl des Oberbefehlshabers nicht Gunſt, ſondern Geſchicklichkeit und Erfahrung entſcheiden müſſe,

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und als man in England erfuhr, Sir Colin Campbell ſei für dieſen Poſten ernannt worden und 24 Stunden nach ſeiner Ernennung bereits nach Oſtindien abgereiſt, herrſchte eine allgemeine Freude und Zufriedenheit, und die Folge bewies, wie ſehr man zu dieſer Geſinnung be⸗ rechtigt geweſen war. Kaum hatte Sir Colin Campbell den Oberbefehl in Oſtindien übernommen und ſeine Colon⸗ nen in Bewegung geſetzt, als auch die Rebellion zuſam⸗ menſchrumpfte und bald ſtarb. Welche Geſchicklichkeit als General er entfaltete, ergiebt ſich daraus, daß keine ein⸗ zige Truppenabtheilung überraſcht, kein von ihm ausgeſtellter Poſten aufgehoben wurde und daß ſein Heer, als es ſich auf dem Marſche befand, ſich ſo regelmäßig über das ganze Land verbreitete, wie die Fluth über den Meeresſtrand, bis er zu⸗ letzt an den Ufern des Raptee ſtand und mit dem Gefühl auf das große Hindoſton blicken konnte, die Oberherrſchaft der Königin über Oſtindien in voller Sicherheit wieder hergeſtellt zu haben.

Als ſeine Arbeiten in dem Felde beendigt waren und er zu Hauſe die Anerkennung des ganzen Landes, den Dauk des Parlaments, die Billigung ſeiner Souveränin und die Ehren, die er als Soldat ſo hoch ſchätzte, empfangen hatte, war es ihm nicht vergönnt, auf den geernteten Lorbeeren der Ruhe zu pflegen. Es handelte ſich dann darum, das Heer der Eingebornen in Oſtindien mit dem europäiſchen Heere zu verſündalzen und in dieſer Art den Wiederausbruch einer

neuen Verſchwörung zu verhindern, und von dieſer Aufgabe wurde der alte Krieger ſehr in Anſpruch genommen. Zuletzt fühlte er das Bedürfniß der Erholung, und um dieſe ſich zu V verſchaffen, begab er ſich nach Vichy und zwar in Begleitung ſeines alten Waffenbruders bei Balaklawa, des Generals Vinoy. In Oſtindien war er einſt bei der Verfolgung der Feinde mit ſeinem Pferde geſtürzt, und ſeitdem beklagte er ſich zuweilen über Bruſtſchmerz. Bei der Revue der Freiwilligen in Brighton übernahm er auf den Wunſch ſeines Vorgeſetz⸗ ten, des Herzogs von Cambridge, das Commando, doch als die Revue vorüber war, erklärte er, er habe heute zum letzten Mal befehligt, und zum Zeichen, daß er auf den activen Dienſt verzichtet habe, ließ er ſich den Schnauzbart abraſiren. Vor einigen Monaten wurde der im Jahr 1860 zum Obriſt der Coldſtream Guards und 1862 zum Feldmarſchall und Lord Clyde ernannte tapfre Mann von einer gefährlichen Krank⸗ heit ergriffen, in welcher die Lunge und das Herz verwickelt waren, doch zur großen Wonne ſeiner Freunde überſtand er dieſelbe und ſchien beinah wieder ſo wohl, wie er es in den letzten Jahren geweſen war. Eine neue Krankheit hat ihn jetzt weggerafft.

Lord Clyde war ein kräftig und ſymmetriſch gebauter, hübſcher Mann; erſt in den letzten Jahren beugten ſich ſeine Schultern ein wenig. Im Beſitz aller ſeiner Zähne, ſcharfer Augen, die eben ſo gut in der Ferne ſahen wie in ſeiner Ju⸗ gend, und eines ſtarken Haarwuchſes erſchien er jünger, als er in der Wirklichkeit war. In der Unterhaltung konnte er ſehr lebhaft und liebenswürdig ſein und ſeine Umgebung be zaubern. Er iſt unvermählt geblieben und kinderlos geſtor⸗ ben. DieTimes ſagt von ihm, daß England nie einen beſſern Soldaten in ſeinen Grenzen geboren werden ſah, und ſie ſpricht den Wunſch aus, daß es, wenn es ſich je darum handle, ſeine Flagge zu vertheidigen, ſeine Ehre zu rächen und den Ruf ſeiner Waffen aufrecht zu halten, dann ſtets einen ſo zuverläſſigen, reinen und treuen Kämpfer wie Colin Campbell Lord Clyde finden möge! C.