Jahrgang 
31-52 (1863)
Seite
631
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Iſt Er verrückt? Laſſe Er mir mein Mädchen in Ruhe! die iſt ſo weiß und unſchuldig wie mein letztgebornes Lamm! Entſchuldigt übrigens, Freund⸗ chen, ich wollte nicht grob werden. Aber hören Sie, Magiſter, das iſt meine Sache: ich habe meine Freude daran, wenn ich das Mädchen reiten ſehe, und dann, was den Vetter Carl anbetrifft, ſo wildich doch nicht hoffen Aber das iſt eine bloße Marotte von Ih⸗ nen, Sie ſind ein alter Schulpedant! Der Vetter Carl bleibt der Vetter Carl, und ich will, daß meine Kinder ihm gut ſein ſollen, denn ich bin dem Bengel auch von Herzen gut! Nichts für ungut, Magiſter, aber davon wollen wir nicht mehr ſprechen, ein für alle Male nicht.

Dabei reichte der Alte dem verdonnerten Magi⸗ ſter verſöhnt wieder die Hand.

Dieſer machte nur eine ſtumme Verbeugung; ſein Patron hatte ihn allerdings beleidigt, aber Herr von Rautenkranz brachte ſelbſt ſeine harten Worte mit einer gewiſſen Gutmüthigkeit vor, und dann hing ja auch der arme Candidat ganz den ihm ab. Es iſt wahrhaft ein trauriges Loos, wenigſtens unter den meiſten Verhältniſſen, das eines Hauslehrers oder einer Gouvernante!

Dieſes Mal wurden übrigens alle weiteren Er⸗ örterungen dadurch abgebrochen, daß der alte Johann, derſelbe Bediente, den wir Laura vorher aus ihrem Gefängniſſe anrufen hörten, eilig die Thüre aufriß, nur den Kopf hineinſteckte und mit der Ungezwungen⸗ heit eines alten begünſtigten Dieners in das Zim⸗ mer hineinrief:Herr Hauptmann! Herr Hauptmann! Der Herr Vetter Rittmeiſter ſind da!

Der alte Herr ſprang mit ſeiner ganzen Rüſtig⸗ keit ſchnell von ſeinem Seſſel auf und rief, offenbar freudig:

Was ſagſt Du, Johann? der Vetter Carl iſt heute ſchon angekommen?

Er ſteigt ſo eben vom Pferde, Herr Hauptmann! Ach, das wird eine Freude geben!

Damit verſchwand der Kopf des alten Dieners wieder und ließ ſich nicht mehr ſehn, obgleich der Hauptmann noch ein paarmal mit Commandoſtimme rief:Johann! Johann!

Der Vetter Carl von Strahlen war allerdings ein Verwandter des Herrn von Rautenkranz, aber nur im allerſoundſovielſten Grade; dennoch liebte ihn der Hauptmann faſt wie ſeinen Sohn, vielleicht

kauptſächlich deshalb, weil er die von ihm ſo verehrte

huſarenuniform trug.

Vetter Carl, der ungefähr zehn Meilen von dem Gute des Herrn von Rautenkranz entfernt in Garni⸗ ſon ſtand, hatte den Letzteren ſchon einmal vor drei

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Jahren auf mehrere Wochen beſucht. Damals erſt war die Verwandtſchaft ganz klar geworden, und der ehemalige Hauptmann correſpondirte erſt ſeit dieſer Zeit mit dem Herrn von Strahlen, der ihm überaus lieb geworden war.

Vetter Carl war alſo wieder da! Das hatte ſeinen guten Grund. Der Rittmeiſter war nämlich vor etwa einem Vierteljahre mit ſeinem Pferde beim Manövriren geſtürzt und hatte ſich den rechten Arm gebrochen. Als Herr von Rautenkranz dies hörte, ſchrieb er ſofort an ihn und erſuchte ihn in der herz⸗ lichſten Weiſe, ſich die Nachcur auf ſeinem Gute an⸗ gelegen ſein zu laſſen; Vetter Carl hatte dies zuge⸗ ſagt, und nun war er da.

Der Alte ſtellte ſeine Pfeife bei Seite und ſchickte ſich an, ſeinem werthen Gaſte entgegenzugehn.

In dieſem Momente öffnete ſich die Thür, und Vetter Carl trat raſch und ſicheren Schrittes ein.

Er trug den rothen Attila der Huſaren, und ſeine ſtattliche Geſtalt ſah in ihm wirklich bewunderungs⸗ würdig aus. Die blitzenden dunkeln Augen und der braune Schnurrbart gaben ihm etwas echt Huſaren⸗ mäßiges, und von den Nachwehen eines Krankenlagers war gerade nicht viel an ihm wahrzunehmen; er mochte ungefähr zwei⸗ bis dreiunddreißig Jahre alt ſein, aber Niemand würde ihm mit Recht das Urtheil haben verſagen können, daß er ein ſchöner Mann und Officier ſei.

Guten Morgen, Vetter Rautenkranz! rief er dieſem fröhlich und frei entgegen.Da habt Ihr mich, und nun beſchwert Euch über Euch ſelbſt, wenn ich Euch ſechs bis acht Wochen zur Laſt liege!

Das Geſicht des alten Herrn ſtrahlte vor Ver⸗ gnügen; er küßte den Rittmeiſter auf die Backe, ſchüt⸗ telte ihm ein über das andere Mal die Hand und ſagte dabei:

Vetter Carl, Ihr ſeid ein ganzer Kerl. Tau⸗ ſend Dank, daß Ihr meine Einladung angenommen habt; Eure Gäule ſollen bis an den Bauch in der Streu ſtehn, und Ihr Ihr ſeid mir herzlich willkom⸗

men. Wie geht's mit Eurem Arm? Ach, der iſt ſo friſch, als ob er achtzehn Jahre alt wäre. Es hatte nicht viel zu ſagen, und hätte

ich nicht ſo große Luſt gehabt, Eurer Einladung zu folgen, beſter Vetter, ſo könnte ich ruhig ſchon wieder meine Schwadron commandiren. Deſto beſſer, Vetter Carl! G Wo ſind denn aber Eure Kinder, Alterchen? Werdet ſie bald ſehen, Vetter, aber nicht vor einem Paar Stunden! Die kleinen Satans ſind von dieſem würdigen Herrn, ihrem Hauslehrer, eingeſperrt

worden, weil ſie ſich unnütz gemacht haben. Voici,