Jahrgang 
31-52 (1863)
Seite
611
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Vierte Folge.

Novellen-Zeitung.

Die Heimkehr.

Original⸗Novelle von

Ewald Auguſt König. (Schluß.)

5.

Jenſeits des Oceans, in jenem Lande, wo ſo manches ruheloſe, europamüde Herz ein Eldorado zu finden geglaubt und doch nur eine Fata morgana ge⸗ funden hat, die dicht vor ſeinen Augen in Nebel zer⸗ rann, in jenem Lande, das die Zufluchtsſtätte der Taugenichtſe und Verbrecher geworden iſt und ſchon viele Opfer dem Schwerte der Gerichtigkeit entzogen hat, dort irrt mancher flüchtige Fuß unſtät von Stadt zu Stadt, von Land zu Land, der vergeblich Erſatz für die verlorene Heimath ſucht. Heimath! Wen, der in der Fremde weilt, durchzuckt es nicht wehmüthig ernſt bei dieſem Worte! Wer erinnert ſich alsdann nicht des Elternhauſes, der dumpfen Schulſtube und des Tummelplatzes, auf dem ihm die Stunden ſo raſch hinſchwanden! Und ſelbſt wenn die Erinnerung an die verlebte Jugendzeit von man⸗ cher Trauer, mancher Bitterkeit durchflochten iſt, wer wollte ſie darum gewaltſam unterdrücken! Und wäre das Herz noch ſo hart geworden in der langen Schule des Schickſals, hätte das Unkraut des Böſen auch den Keim des Guten in ihm erſtickt, einmal kommt die Stunde doch, in der, gleich einem fernen unerreich⸗ baren Nebelbilde, die Erinnerung an jene Zeit auf⸗ taucht, wo im reinen Kindesherzen noch Glaube und

4 Frieden wohnten..

Wieder war ein Jahr verſtrichen, eine lange, lange Zeit für das hoffende, ſehnende Menſchenherz, und doch nur ein Sandkorn in dem unbegrenzten Raume der Ewigkeit. Einem heißen Sommertage war eine kühle, ſternenhelle Nacht gefolgt; in den

ſonſt ſo geräuſchvollen Straßen New⸗Yorks war es

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ſtill und öde, nur dann und wann, wenn eine Brannt⸗ weinſchenke ſich öffnete und einen Theil ihrer ſpäten Gäſte hinausließ, ſtörten für einen Augenblick der dumpfe Schall ſchwerer Tritte, wüſtes Lachen und rohe Reden die nächtliche Ruhe. Doch auch dies wurde allmählich ſeltener, und nur in dem Stadt⸗ theile, den wir jetzt betreten, verſtummte erſt beim Morgengrauen der verworrene Lärm, der aus den dumpfen Tavernen auf die Straße drang.

Hier, in dem Wohnſitze der ärmſten Bevölkerungs⸗ claſſe, dem Schlupfwinkel der Diebe und Diebeshehler, ſaß in einer engen, niedrigen Dachſtube ein noch ziem⸗ lich junger Mann wachend an dem kleinen Tiſche, der nebſt einem Strohſack und einem Stuhle das ganze Meublement der ärmlichen, von einem Talglicht trübe erhellten Kammer ausmachte. Die Kleidung des Man⸗ nes, die aus einem alten, fadenſcheinigen, mannigfach geflickten Fracke, ſchwarzen, zerriſſenen Beinkleidern, ſeidener Weſte und ſchwarzſeidenem Halstuche beſtand, ließ mit Gewißheit vermuthen, daß ihr Beſitzer beſſere Tage erlebt hatte und einer von jenen Armen war, die das Tageslicht ſcheuen, und deren Ehrgefühl und Stolz ſich dagegen ſträuben, ihren Unterhalt zu er⸗ betteln. Die bleichen, abgemagerten Geſichtszüge des Mannes trugen das Gepräge einer ſtürmiſchen Ver⸗ gangenheit, doch ruhte auf der hohen, tiefgefurchten Stirne, die von langen, blonden Locken beſchattet war, der unverkennbare Stempel eines intelligenten Geiſtes, während aus den tiefblauen, düſter blickenden Augen der Mißmuth einer in ſich zerfallenen Seele ſprach.

Er hatte das Haupt in die Hand geſtützt und ſtierte, in dumpfes Brüten verſunken, lange vor ſich hin.Wer vergeſſen könnte, murmelte er endlich, vergeſſen! Wer für immer einen undurchdring⸗ lichen Schleier über die Vergangenheit werfen und die bleichen Geſtalten, die aus den nie erblaſſenden Bildern der Erinnerung drohend vor die Seele treten, verſcheuchen könnte!

Er barg das Antlitz in ſeine Hände, dann nach einer Weile ſprang er auf.Fort von mir, ih ſtummen Luftgebilde, ihr Phantasmagorien ei