Jahrgang 
31-52 (1863)
Seite
590
Einzelbild herunterladen

590

eine wahre Spukexiſtenz zu führen und ein Geſpött für Leute aller Parteien zu werden?

Swedenborg begnügte ſich nicht mit dem Um⸗ gang, den ihm Verſtorbene und andere Geiſter dieſer

Erde ſchenkten; er nahm auch ſeine Wanderung nach anderen Geſtirnen, ja anderen Sonnenſyſtemen und erzählt davon mit der größten Feierlichkeit Dinge, die leider mit den unerbittlichen Schlußfolgerungen der neueren aſtronomiſchen Errungenſchaften nicht übereinſtimmen.

So erzählt der wackere Viſionär z. B. von den Bewohnern des Mondes:Die Bewohner des Mon⸗ des ſind von Wuchs nicht größer als ſiebenjährige Kinder, äußerſt garſtig und haben ein ungewöhnlich langes Geſicht. Ihre Körperſtärke iſt jedoch eben ſo groß, als die eines völlig erwachſenen Menſchen. Weil der Mond keine Atmoſphäre hat, ſo können ſie nicht wie wir mittelſt der Lungen und der Luft ſprechen, ſondern ihre Rede geſchieht durch den Bauch und iſt dem Getöſe des Donners ähnlich. Die Mondgeiſter können deshalb in weiter Entfernung gehört werden, und wollen gern dergleichen neuangekommenen Gei⸗ ſtern, welche ihre Schwachheit und Unbedeutendheit nicht vorher kennen, Schrecken einzujagen ſuchen. Einer von ihnen trat einſt an Swedenborg heran und redete prahleriſch von ſeinem Vermögen, das Getöͤſe des Donners nachzuahmen. Er ließ auch Sweden⸗ borg verſchiedene Mal ſeine donnernde Stimme hören.

Novellen⸗Zeitung.

Hier und an hundert andern Stellen hat ſich der Gute denn doch bedeutend verſpeculirt, um nicht zu ſagen blamirt. Wenn die Mondmenſchen, wie er richtig berechnet, wegen Mangel an Atmoſphäre nicht reden können, ſo hilft ihnen auch ihre donnerähnliche Bauchrednerei nichts, denn ohne Luft, welche einzig und allein jeden Schall, komme er nun aus dem Bauch oder aus dem Munde, fortpflanzt, würde man ſie nicht in der kleinſten Entfernung hören, geſchweige in einer großen. Spricht nun gar ein Mondmenſch von ſeiner Kunſt, den Donner nachzuahmen, ſo iſt es allerdings nahe liegend, daß man ihn fragt, was er vom Donner wiſſe; denn da der Mond keine Atmo⸗ ſphäre hat, hat er auch keine Gewitter.

Solche Sinnloſigkeiten ohne Logik müſſen auch auf den eingefleiſchteſten Swedenborgianer einen kläglichen Eindruck machen; allen Andern aber kann man es nicht verdenken, wenn ſie einen ſonſt liebens⸗ würdigen Mann ohne weiteres in die Kategorie der Narren ſtellten.

Für gebildete Leſer iſt aber dieſe Darſtellung von Swedenborg's Leben und Thaten deshalb ſo ſehr anziehend, weil ſie hier wie nirgend wahrnehmen kön⸗ nen, bis zu welchem Grade ſich in einem edelen Geiſte ruhige Vernunft und überſpannte Träumerei, Sinn und Unſinn, Toleranz und Fanatismus eint und die beſonnenſten Köpfe an aller geſunden Schlußfolgerung irre macht.

Feuilleton.

Louis Napoleon bei Almack's*).

Die Auguſtnummer der engliſchen ZeitſchriftLondon Society, die ſich ausſchließlich mit den Angelegenheiten der engliſchen vornehmen Welt, der wahren Ariſtokratie, beſchäf⸗ tigt, enthält unter der UeberſchriftRecollections of Almack's den folgenden intereſſanten Artikel:

In jener Ecke des Theezimmers im Schatten ſteht ein nicht großer Mann von einer dunkeln Geſichtsfarbe, deſſen Augen ſich kaum jemals von dem Fußboden erheben, um ſelbſt auf den ſchönſten Geſichtern zu verweilen, und dennoch gehört er zu denen, welche in dieſer traurigen und leiden⸗ ſchaftloſen Jugend der Täuſchung und Schwierigkeiten die Schönheit warm bewundern. Niemand würde das vermu⸗ then. Es iſt wahr, das Haar an dieſen dichten Augenbrauen iſt noch immer braun, ſtark und glänzend; und er, der ein

*) Die Almacksbälle in London bieten bekanntlich das deutlichſte Kenn⸗ zeichen, ob Jemand wirklich der faſhionablen ariſtokratiſchen Welt angehört oder nicht. Ein Damencomits entſcheidet über die Geſuche zur Zulaſſung zu dieſen Bällen, und nur dann, wenn ſie die Zulaſſung beſchloſſen haben, iſt der Geſuchſteller für wirklich ſalonfähig anerkannt.

Leben voller Abenteuer hinter ſich hat, war damals kaum dreißig Jahr alt, doch Jugend gehörte ſelbſt zu dieſer Zeit kaum zu ſeinen Eigenſchaften. Seine kleinen, ſchmalen, grauen Augen haben nicht die Lebhaftigkeit, ſeine gebräunten, nicht blaſſen Wangen nicht die Friſche der Jugend. Er hält ſich etwas gebückt, und ein ſchwerer, ſorgenvoller Blick giebt ſeiner Phyſiognomie etwas Gedrücktes. Iſt es aber auch

Sorge, oder iſt es Politik, daß dieſes Geſicht einen ſolchen

Anblick der Apathie zur Schau trägt und dem oberflächlichen Beobachter eine ſolche Abweſenheit der Einſicht andeutet? Glaubt mir, in dieſem Manne der glänzendſten Einſicht ſbiner Zeit auf einem Throne iſt die weitreichende Macht ſeiner großen Einſichten durch eine Decke der Gleichgültigkeit verſchleiert. Er ſpielt eine Rolle. Niemand vermuthet das verborgene Feuer, das ſich kaum je in der Gegenwart von Beobachtern durch etwas Rauch verräth. Dieſer Mann des Schweigens und der Zurückhaltung beſchäftigt ſich mit großen Plänen; er erinnert ſich großer Unbilden er unter⸗ drückt niemals aufgegebene Hoffnungen und deshalb trägt er dieſe Maske. Unter derſelben iſt ein moraliſcher Vulcan.

3c beol maréche Vall erö Beſtinan legte hafter a Der Hel Zwölften ſita ſict au nit u da To Aatur ſhen, amer ane P d voch 1 Fnen uch bei Fenne Binig

nic uina

drauf C Tllent, Y Peſone dageſſer üte r u, ddue ne an ſei ns 9

dein iche enſte r dord. 14 ſtr danm ns ſe 0 Tr ſeücer ſete d eine la un ſoeng din d da ſe Dner ſugten ac ſazur