Jahrgang 
31-52 (1863)
Seite
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von 5000 Pfd. St. erfreue, müſſe ſich vollkommen glücklich fühlen. Er zog ſich ins Privatleben zurück, kaufte von Lord Bute einen erſt halb fertig gebauten ſchönen Landſitz, das jetzige Lansdowne⸗Houſe, das er mit einer glänzenden Gallerie älterer und neuerer Ge⸗ mälde ausſchmückte, brachte eine Bibliothek von 10,000 Bänden und gleichzeitig die größte Sammlung von Flugſchriften und Denkſchriften über die engliſche Geſchichte und Politik, die irgend ein Mann zu ſeiner Zeit beſaß, und eine Reihe ſehr ſchätzbarer Manuſcripte zuſammen, welche letzteren ſpäter für die Summe von 5000 Pfd. St. ans britiſche Muſeum übergegan⸗ gen ſind. Seine Bibliothek war von Cipriani pracht⸗ voll verziert und zwar in der Art, wie früher in Her⸗ culanum ähnliche Gemächer decorirt waren, und in dieſem prachtvollen Tempel der Wiſſenſchaft machte Prieſtley, der die Stelle eines Bibliothekars bei ihm bekleidete, die wichtige Entdeckung des Oxygen.

In dieſem Landhauſe, das ſeinen frühern Namen Shelburne⸗Houſe in Lansdowne⸗Houſe verwandelte, wurde der jetzt verſtorbene Marquis of Lansdowne, der als Kind den Namen Lord Henry Petty führte, am 2. Juli 1780 geboren.

Sein Vater war zweimal vermählt. Von ſeiner erſten Gemahlin, einer Tochter des Earl Granville wurden ihm zwei Söhne geboren, von denen der Jün⸗ gere ſeiner Familie frühzeitig durch den Tod entriſſen wurde; der Aeltere aber, der ſeinem Vater in dem Titel folgte und der zweite Marquis of Lansdowne wurde, kinderlos ſtarb. Seine zweite Gemahlin, eine Tochter des Earl of Upper⸗Oſſory, gebar dem Lord Shelburne eine Tochter, die den Vater nicht lange überlebte, und einen Sohn, den jetzt verſtorbenen, welcher der dritte und ausgezeichnetſte Marquis of Lansdowne wurde. In ſeiner Kindheit hatte indeſſen Lord Henry Petty nur die Ausſichten eines jüngern Sohnes, und da er ein talentvoller Knabe zu ſein ſchien, ſo beſtimmte ſein Vater ihn für den Staats⸗ dienſt, was, wie bereits erwähnt, mit den jüngern Söhnen der ariſtokratiſchen Familien ſehr häufig ge ſchieht.

Ebenſo wie Pitt und Fox ganz zu Staatsmän⸗ nern erzogen wurden, ebenſo war das der Fall mit Lord Henry Petty und Lord John Ruſſell. Von ih⸗ rer frühen Jugend an hatten ſie ſich mit der Con⸗ ſtitution zu beſchäftigen; wenn andere Knaben ihres Alters ſich mit dem Cricketſpiel beluſtigten, bewunderten ſie die magna charta und ſtudirten ſie die Thätigkeit der Miniſter. Beinah alle engliſchen leitenden Staats⸗ männer der letzten Zeit ſind in dieſer Art erzogen worden; ſie hatten die Politik zu ihrem Berufe ge⸗ wählt und bildeten ſich, wenn ſie ihr Univerſitäts⸗

Novellen⸗ZJeitung.

ſtudium zurückgelegt hatten, im Parlamente praktiſch dafür aus. Zu dieſem Zweck wurde Lord Henry Petty von ſeinem Vater der Weſtminſterſchule in Lon don anvertraut und dort unter die beſondre Aufſicht des Geiſtlichen Debarry geſtellt. Die Zöglinge der Weſtminſterſchule, die ſogenannten Weſtminſterboys, erfreuen ſich des eigenthümlichen Vorrechts, den Par⸗ lamentsdebatten beiwohnen zu dürfen, und Lord Henry Petty machte davon in ſeinem ganzen Umfang Ge⸗ brauch und hatte ſehr oft Gelegenheit die damaligen großen Redner wie Pitt, Fox, Sheridan, Burke ꝛc. zu hören, und zwar zu einer Zeit, wo das Reden noch weit mehr als eine Kunſt betrieben wurde als jetzt, und wo die Art zu ſprechen oft viel mehr galt als der Gegenſtand, über den geſprochen wurde, ſelbſt.

Einer der intimſten Freunde des Lord Shelburne war Jeremy Bentham, welcher Letztre von dem Lord ſagte:Er riß mich aus der bodenloſen Tiefe der Demüthigung; er ließ mich fühlen, daß ich etwas ſei. Dieſer Bentham nahm das Verdienſt für ſich in Anſpruch, den Lord Shelburne beſtimmt zu haben, den Lord Henry Petty nicht nach Oxford auf die Univerſität geſchickt zu haben, wo nach Bentham's Ausſpruche täglich Meineid ausgeübt wurde. Anſtatt dahin wurde derſelbe mit ſeinem bisherigen Erzieher, dem Geiſtlichen Debarry, und ſeinem Freunde, dem jungen Lord Aſhburton, nach Edinburg geſchickt, wo der Whiggismus die Oberhand hatte und wo gerade damals beſonders durch den Ruf von Dugald Stewart angezogen viele junge Leute ſtudirten, die ſpäter in hohen Staatsämtern eine ſehr wichtige Rolle geſpielt haben. In der Politik war die Uni⸗ verſität in Edinburg die einzige, die ſich über die laufende Meinung erhob, was zu thun ihr durch ein beſondres Zuſammentreffen von begünſtigenden Ur⸗ ſachen möglich wurde. Toryismus war der Glaube der Nation und ſehr populär. Jede Frage über das Gleichgewicht der drei Königreiche trat vor der noch weit wichtigern Frage des europäiſchen Gleichgewichts in den Hintergrund, und über ſeine Eiferſucht auf Frankreich vergaß das engliſche Volk ſeine Eiferſucht auf die Krone. Nun war aber Frankreich in früherer Zeit der Verbündete Schottlands geweſen, und die Schottländer theilten daher den Haß der Engländer gegen die Franzoſen nie. Dieſe Verſchiedenheit zwi⸗ ſchen den Engländern und Schottländern war auch die Veranlaſſung, daß die Letztern ſich zu den Grund⸗ ſätzen des Whiggismus, an deſſen Spitze damals Fox ſtand, bekannten, um ſo den Gegenſatz gegen die Eng⸗ länder zu bilden. Die Speculationen in politiſcher Oekonomie, welche Adam Smith ins Leben gerufen, und der hiſtoriſche Kriticismus von Hume, Smollet,

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