Jahrgang 
31-52 (1863)
Seite
583
Einzelbild herunterladen

flüchtigen 1 Kinder, ſchon ver⸗ à wolle er erſticken, über die ibtiſch. à Papier, die Rüͤck⸗ und legte

§ Vaters, um Theil, Schlafzim⸗ ſcchlummer. te Stirne uch ſie in ttes Ruhe le. Doch wjene un⸗ er Natur, ick in die ſtert, daß d daran, d furcht⸗ wer zaandle mit imen und vStimme, iſche Sa⸗ on ſeiner

war er und er⸗ en erklet⸗ le Blume on ſeinem höher und die Blume

ihn wan⸗

ſah. In hineilen, nur mit

und als ſeine zel⸗ zar keine ef duch er zu fin⸗ wieder zu ter einem n. Eben rloren ge⸗ erwachte

Vierte Folge.

Der Tag war noch nicht angebrochen, doch ſtand Arthur ſchon angekleidet vor ihrem Bette,Ich muß einen Ausgang machen, ſagte er milde,vielleicht kehre ich bald zurück, doch könnte es auch ſpät wer⸗ den, mache Dir drum keine Sorgen, wenn ich länger ausbleibe.

Mit dieſen Worten beugte er ſich über die be⸗ ſtürzte Gattin, drückte einen Kuß auf ihre Stirne, warf noch einen langen Blick auf die ruhig ſchlum mernden Kinder und ging dann, ohne ſich noch ein⸗ mal umzuſehen, hinaus.

Helene fühlte ſich anfangs über dieſen ſo frühen Ausgang Arthur's beunruhigt, da ſie aber den ruhe⸗ loſen Geiſt ihres Mannes kannte, ſo beruhigte ſie ſich bald mit dem Gedanken, er habe eine ſchlafloſe Nacht gehabt und empfinde vielleicht Reue darüber, daß er geſtern Abend ſo ſchroff gegen ſie aufgetreten ſei, nun werde er einen Spaziergang machen und von dieſem vielleicht mit den Vorſatze, jetzt wieder ganz ſeiner Familie angehören zu wollen, heimkehren.

Je länger ſie ſich dieſen Vermuthungen hingab, um ſo mehr gewannen ſie an Wahrſcheinlichkeit bei ihr, und nach Verlauf einer halben Stunde erhob ſie ſich, um das Frühſtück für den Gatten zu bereiten.

3.

Der Tag begann zu grauen; Stern auf Stern erbleichte, und auf die blendende Schneedecke, die während der Nacht der Himmel über die Lande ge⸗ breitet hatte, ſank leiſe der feuchte graue Schleier eines trüben Wintermorgens. Fernher erklang das Glöckchen einer Dorfkirche, das mit ſilberheller Stimme die Frommen zum Gebete rief; wehmüthig wie Grabesgeſang zogen die Töne über das große Leichen⸗ tuch, unter dem die Kinder des Frühlings ſchlummer⸗ ten, und verklangen fern im Walde, deſſen ehrwürdiges, weißes Haupt mit ungebeugtem Stolze in die Wol⸗ ken ragte.

Langſam fuhr ein Wagen die Anhöhe hinan, die aus der Stadt zu jenem Walde führte. Das luſtige Schellengeläute der dampfenden Pferde, und die fröh⸗

liche Weiſe, die der Kutſcher leiſe vor ſich hin ſang,

contraſtirten gar ſeltſam mit den düſteren Mienen der beiden jungen Leute, die, in tiefes Schweigen verſun⸗ , im Wagen ſaßen.

Oskar hatte anfänglich, als er die weiche Stim⸗ mung Arthur's bemerkte, in welcher dieſer ſich kurz nach dem Abſchiede von ſeiner Familie befand, noch einmal den Verſuch gemacht, mit milder, verſöhnen⸗ der Hand den Sturm im Herzen ſeines Freundes zu beſchwichtigen und ihn ſeiner Familie zurückzugeben, aber vergebens. Ohne es zu wollen, beſchwor er durch ſeine Worte den Sturm nur ſtärker herauf, mit ihm

4

58³

erwachte die alte Leidenſchaft wieder in ihrer ganzen raſenden Gewalt, die mit hartnäckiger Conſequenz das verführeriſche Bild der Gräfin vor die Augen des ver⸗ blendeten Dichters hielt, die jeden Gedanken an die liebende Gattin und die lieblichen Kinder, jede auf⸗ keimende Reue in ſeinem Herzen gewaltſam erſtickt, und nur die Furien der Eiferſucht und den blinden, nach Blut lechzenden Zorn des an ſeiner Ehre Ge⸗ kränkten neben ſich duldete. Aufbrauſend hatte er ſeinem Freunde kurz und rauh geantwortet, ſein Ent⸗ ſchluß ſtehe feſt, und weder Bitten, noch das Auffri⸗ ſchen alter, längſt verloſchner Bilder könne etwas an demſelben ändern. Oskar ſchwieg, er ſah, daß alles Zureden nichts fruchtete, und Arthur war mit ſeinen Gedanken zu ſehr beſchäftigt, als daß er für die Außenwelt noch Intereſſe gehabt hätte. Er fühlte wohl den Drang in ſich, ſeinem Herzen in Worten Luft zu machen, doch der Umſtand, daß Oskar ſeine Anſichten nicht theilte, hielt ihn davon ab, dies dem Freunde gegenüber zu thun.

Als der Wagen am Saume des Waldes hielt, ſtiegen die beiden jungen Männer aus und ſchritten eilig in das Geſträuch. Guido, deſſen Secundant und der Wundarzt waren auf dem Duellplatze ſchon angekommen, nach flüchtiger gegenſeitiger Begrüßung a machte Oskar noch einmal den Verſuch, das Duell zu verhindern, doch weder der Lieutenant noch Arthur legten die Neigung an den Tag, ihre Streitſache auf dem Wege der Verſöhnung zu ſchlichten.

Die Waffen waren unterſucht, die Diſtancen ab⸗ gemeſſen; Guido nahm das Piſtol haſtig aus den Händen ſeines Freundes und trat auf ſeinen Platz. Ueber das Antlitz Arthur's zuckte es noch einmal wie leiſe ſchmerzliche Erinnerung, ſeine feucht ſchim⸗ mernden, ſeelenvollen Augen ruhten einen Augenblick auf dem Freunde, zögernd nahm er das Piſtol und überreichte dann Oskar einen Brief.Wenn ich falle, flüſterte er,das iſt mein letzter Wille! Und dann, Oskar bei dieſen Worten drückte er krampfhaft die Hand des bewegten Freundes,wenn ich Dir theuer war, nimm Dich meines Weibes und der armen hülfloſen Kinder an, ich habe ſie doch geliebt, ja, jetzt fühle ich's, ich liebe ſie noch immer!

Doch als ſchäme er ſich ſeiner Rührung, und als wolle er dieſelbe gewaltſckm bekämpfen, wandte er ſich nach dieſen Worten raſch um, und trat, ohne eine Antwort Oskar's abzuwarten, ſeinem Gegner gegen⸗ über.

Guido hatte den erſten Schuß; kaltblütig erhob er das Piſtol und drückte, ohne lange zu zielen, ab.

Arthur fühlte an dem Luftzuge auf ſeiner Wange,

daß die Kugel dicht an ihm vorbeiflog, und unwill⸗