Jahrgang 
31-52 (1863)
Seite
581
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Vierte

Helene hatte ſich bald wieder gefaßt; die Hand auf das Haupt des Gatten legend, fuhr ſie in mil⸗ dem Tone fort:Wenn Du wüßteſt, Arthur, wie ſehr ich mich in meiner Einſamkeit ſtets nach Dir geſehnt habe! Es war eine trübe, traurige Zeit, doch ſie liegt hinter uns, ſo ſei ſie denn auch ver⸗

geſſen. Sieb, wenn ich am Abend die Kinder zur

Ruhe brachte, und ſie ihren Abendſegen gebetet hat⸗ ten, dann, ehe ſie ſich niederlegten, frugen ſie nach dem Vater, wo er weile, und ob er denn nicht komme und ihnenGute Nacht ſagen wolle. Doch dies wird nun Alles wieder anders werden. Weißt Du noch, wie glücklich wir in den erſten Jahren unſrer Ehe waren? Damals hatten wir eine hübſche freund⸗ liche Wohnung; Morgens, wenn wir erwachten, be⸗ grüßte uns ſchon ein Sonnenſtrahl, und das Glück weilte in unſeren Räumen. O, ich wußte es wohl, daß Du zurückkehren würdeſt zum häuslichen Heerde, zu Deinem Weibe und Deinen Kindern, die ja das Einzige ſind, was Du in der Welt beſitzeſt.

Arthur knieete noch immer vor ihr, doch war ſein Rauſch ſchon verflogen. Auf ſeinem Heimwege hatte er die Gedanken an das bevorſtehende Duell und die Gräfin gewaltſam zurückgedrängt, um ſein Blut nicht in Wallung zu bringen, doch war dafür die Erin⸗ nerung an ſeine Unterredung mit Oskar auf dem Maskenballe in ihm aufgeſtiegen, und mit ihr er⸗ wachte auch die Erinnerung an die erſten Jahre ſeiner Ehe und das ſchöne, ſüße Glück, in deſſen Beſitz er damals geweſen war. Alle die Zauberbilder aus jener Zeit zogen ſeiner Seele vorüber, und es war ihm, als träte er aus einer öden wüſten Schlucht plötzlich in ein liebliches Thal voll Sonnenſchein und herrlich duftender Bumen.

So, in dieſer weichen Gemüthsſtimmung, kehrte er in ſeiner Wohnung ein, der freundliche, herzliche Empfang ſeiner Gattin, ihre Sorgfalt, ihr ſtilles, ruhiges Walten, das Alles ließ den Zweifel in ihm aufſteigen, daß er ſich doch in ihr geirrt und ſelbſt ſein Glück vernichtet haben könne. Und als er jene Frage an ſein Weib geſtellt und dieſes ihn ſtürmiſch an das treue, liebreiche Herz gedrückt hatte, da jubelte es laut in ihm auf:Du haſt ſie wieder, und Dein ganzes Glück, das Du verloren glaubteſt, kehrt noch einmal zurück!

Hätte Helene die Gemüthsſtimmung Arthur's gekannt und geſchwiegen, vielleicht würdenſich ſein Herz ihr dann wieder ganz zugewandt haben, ihre Worte aber, die ſie ahnungslos, ohne etwas Arges dabei zu denken, ſprach, riefen im Herzen des Dich⸗ ters den leiſen Dämon wieder wach. Schon bei den erſten zuckte in Arthur der Gedanke auf, jetzt würde

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ſie ihm Vorwürfe machen, und als ſie dies, ohne es ſelbſt zu wollen, that, da erkaltete die Liebe in ſeinem Herzen wieder, der Rauſch verflog, und das Bild der Gräfin, die doch ſo ganz anders war, trat wieder in den Vordergrund.Ihre Liebe iſt doch nur Egois⸗ mus, rief der Dämon in ihm,ſie liebt in Dir nur den Ernährer ihrer Kinder, ihm gelten ihre Sorgfalt und Aufmerkſamkeit, nicht dem Geliebten. Und neben dem Bilde der Gattin ſah er nun das der Gräfin. Hier die duldende, ſchweigſame Mutter, die bleiche, kalte Gattin, dort das blühende, lebensluſtige Weib, die gluͤhende, feurige Geliebte! Nein, er hatte doch Recht, Helene kannte die Liebe nicht, die er von ihr forderte, nur Freundſchaft hegte ihr Herz für ihn, keine aufopfernde, hingebende Liebe! Schon bereute er, ſich dem Eindruck des Augenblicks hinge⸗ geben zu haben, als Helene mit ſanfter Stimme fort⸗ fuhr:Wir wollen ein neues Leben beginnen, Arthur, und die Erlebniſſe der vergangenen Jahre vergeſſen. Glück und Friede werden ja nun wieder bei uns ein⸗ kehren, und meine unermüdliche Liebe wird Dir, ſo hoffe ich, das Haus zu einem Eden machen. O, wie freue ich mich darauf, bald dieſe dumpfe Gaſſe, dieſe unheimlichen, dunklen Räume verlaſſen zu kön⸗ nen! Die Schulden, die uns nöthigten, in dieſem Winkel unſer Obdach zu ſuchen, werden ja bald ge⸗ tilgt ſein, und mit ihnen auch die Furchen von Deiner Stirne und der Kummer aus meinem Herzen ſchwin⸗ den. Und wie werden die Kinder, die immer ſo traurig und ſchweigſam ſind, aufleben, wenn ſie das Antlitz ihres Vaters wieder heiter ſehen! Sieh, Arthur, als Dein Name anfing berühmt zu werden, da ahnte ich, daß in Deinem Herzen der Stolz die Liebe verdrängen würde, und ich täuſchte mich nicht, ich ſah das Glück, welches ich für beſtändig gehalten hatte, mit jedem Tage mehr und mehr fliehen. Kei⸗ nen Abend verweilteſt Du mehr im Kreiſe Deiner Familie, die ſich ſo ſehr nach Dir ſehnte, und als Du endlich auch ganze Nächte draußen zubrachteſt, da zogen in mein Herz die Furien der Eiferſucht ein, ich wähnte Dich in den Armen einer Anderen! Was ich da gelitten habe, Arthur, Du weißt es nicht, doch immer noch ſchimmerte durch meine Thränen die Hoffnung, Du würdeſt einmal zurückkehren und, über⸗ drüſſig der ſtolzen, egoiſtiſchen Menſchen, in deren Cirkeln Du weilteſt, an dem Herzen Deines Weibes eine Zufluchtsſtätte ſuchen, wo Du Dein müdes Haupt betten könneſt. Das hoffte ich, ja ich wußte, daß es ſo kommen würde, und habe mich nicht betrogen.

Arthur hatte ſich erhoben; jedes Wort, welches Helene ſprach, traf ihn, und wie es der Schuldige ſo gerne thut, wies er die gerechten Vorwürfe zurück und