all.
ders ſein.“
gar ſtark”,
v. 1862.
die der Zufluch
Vierte Holge.
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Novellen-Zeitung.
Diie Heimkehr. . 4 Original⸗Novelle von Ewald Auguſt König. (Fortſetzung.) 2.
Wir führen den geneigten Leſer in eins der von der beeen aec bewohnten Stadtviertel. Die
Gaſſez die wir betr
0 nieit dieſelbe ausſchließlich nur ärmere Handwerker und Tagelöhner, die Laſtthiere der Reichen. ur Zeit unſrer Erzählung zeichnete ſich ein
Häuschen in derſelben durch ſeine Sauberkeit und
die blendend weißen, freilich ſchon etwas fadenſchei⸗
nigen Gardinen, die ſeine Fenſter zur Hälfte bedeck⸗
ten, vor den andern aus. Der Canarienvogel, der
an dem unteren Fenſter neben der kümmerlich vege⸗
tirenden Myrthe ſeinen Stand hatte, und jahraus, jahrein durch das Drathgitter ſeines Meſſingkäfigs nach dem Streifchen Himmel ſchaute, vergeblich hof⸗ fend, daß auch auf ihn ein Sonnenſtrahl fallen möge, ſchien ſeine Heiterkeit für immer verloren zu haben, denn nur ſelten entſchlüpfte ſeiner Kehle ein wehmü⸗ thiger Klagelaut, nie aber hörte ihn ein Bewohner dieſer Gaſſe eine fröhliche Weiſe ſchmettern.—
und ſo traurig wie dieſer Vogel ſchienen auch die Bewohner des Häuschens zu ſein. Das blaſſe Weib mit den noch immer ſchänen Zügen und den
n, iſt freilich keine von jenen, tsort der Bettler und Obdachloſen, Ehre ſtritt, mit ihm eine längere Unterhaltung ge⸗ und der Schlupfwinkel des Verbrechens ſind, doch be—
Das Häuschen war die Wohnung des Dichters Winter; ihn ſelbſt ſahen die Nachbarn nur am Mit⸗ tage, wenn er zum Eſſen nach Hauſe kam und einige Stunden ſpäter, wenn er wieder in's Geſchäft mußte, doch ſchritt er dann ſtets ſo haſtig ſeines Weges, als
befürchte er, es könne einem ſeiner Nachbarn einfallen
ihn anzurufen, um mit ihm zu plaudern. Wenn er eine ſolche Befürchtung wirklich hegte, ſo war dieſe unbegründet, denn die Bewohner der Gaſſe wußten weder, daß er der gefeierte Dichter manches ſchon im Munde des Volkes lebenden Liedes war, noch daß man ſich in den Cirkeln der vornehmen Welt um die
pflogen zu haben.— Sie kümmerten ſich nicht um ihn; nur wenn am Sonntage der Tagelöhner, umringt von ſeinen Familiengliedern, an der Hausthüre ſtand und der Dichter vorüberſchritt, ſchüttelte jener wohl nach⸗ denklich ſein Haupt und meinte, der ſei trotz ſeiner feinen Kleidung und der hübſchen Wohnung doch noch lange nicht ſo glücklich als er, und— er möge nicht mit ihm tauſchen.
Den Abend nach jenem Maskenballe beim Com— merzienrath brachte Arthur ſeit langer Zeit wieder einmal im Kreiſe ſeiner kleinen Familie zu. Nicht daß es ihn dazu trieb, dieſen Abend, der vielleicht der letzte ſeines Lebens war, ſeiner Familie zu wid⸗ men, nein, es war vielmehr die Leere, die jener Auf⸗ tritt in ihm zurückgelaſſen hatte, was ihn dazu bewog. Oskar hatte am Morgen noch einmal den Verſuch ge⸗ macht, den Freund von dem feſtbeſchloſſenen Schritte abzuhalten, dann, als dieſer jeden Vergleich zurück⸗ wies, war er mit ſchwerem Herzen zu Stürmer ge⸗ gangen. Auch dieſer beſtand feſt darauf, daß das
umflorten Augen, die ſo wehmüthig dreinſchauten, Duell ſtattfinden müſſe, und bezeichnete dem jungen die beiden bleichen Kinder, die oft ſtundenlang Manne in einem ſeiner Cameraden den Secundanten, Hand in Hand auf der Schwelle ſaßen 1 ſtumm mit welchem er das Nähere beſprechen könne. Arthur
ihre ſchönen großen Augen auf die Vo richteten, nie ſprangen, nie ſangen, nie es die Kinder ihres Alters doch immer zu thun pfle⸗ gen, ließen dies nicht nur vermuthen, ſondern ſogar mit Gewißheit annehmen.
henden wollte ein Piſtolenduell, und man kam überein, daß en, wie auf dreißig Schritt Diſtance mit fünfzehn Schritten
Vorrücken geſchoſſen werden und das Duell am fol⸗ genden Morgen Punkt acht Uhr in einem ungefähr. eine Stunde von der Stadt entfernten Wäldchen in
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