Jahrgang 
31-52 (1863)
Seite
567
Einzelbild herunterladen

Vierte Folge.

Der Lieutenant ſchloß das glühende Weib in ſine Arme.So an Deinem Herzen ruhen zu dür⸗ te nach ihn in im Leben und Sterben, ſagte er begeiſtert,mit Minuten n ſinem Könige möchte ich dann tauſchen! Doch es ſie vor einen eht noch immer Jemand zwiſchen Dir und mir, Hed⸗ Dich, Tren ig, fuhr er ernſter fort,und ſo lange der nicht nd leicht 1 jeſeitigt iſt, finde ich keine Ruhe. bei den SchäEiferſüchtiger Thor, lächelte die Gräfin,wie

unnſt Du nur dem Dichter gram ſein, daß er aus enen Aem und Veinen Augen die Poeſie ſchöpft! Muß es nicht gut, daß De deinem Stolze ſchmeicheln, an den Triumphwagen ngweilte nich deiner Geliebten einen Dichter, keinen ſchwärmeriſchen a, biether 3 Nondſcheinbeſinger, nein, einen wahren, tief fühlenden wnd denkenden Dichter gefeſſelt zu ſehen? Goͤnne te deeGuff ir die Folie und ihm den kurzen Traum, meiner

Viebe zu Dir thut er ja doch keinen Abbruch.

Aber iſt es nicht unrecht, mit einem menſch⸗ chen Herzen ſo zu ſpielen? Bedenke, Hedwig, er ſt Familienvater, er opfert Dir Alles, gieb ihn frei, ſeb in ſeiner Gattin und den nach dem Vater ver⸗ ungenden Kindern zurück!

Weshalb iſt er ein ſolcher Thor, daß er die

urten Fittige ſeines Herzens an den Strahlen meiner ſugen verſengt? entgegnete die Gräfin achſelzuckend, habe ich etwa meine Netze nach ihm ausgeworfen? Drum will ich, daß Du ihn warneſt, erwiderte von Stürmer, während er die Gläſer wieder füllte, aund auch um meiner Ruhe willen verlange ich's von Dir! 3Ihr Männer ſeid eitle Thoren, entgegnete ſie er wat ſchol iſtig, indem ſie ſich in's Sopha zurücklehnte,hat Thün, Nahen Weib einmal Eure Hand gedrückt, gleich macht ha. 1 Anſpruch auf den alleinigen Beſitz ihres Herzeus; eine geraim ſo weit ſind wir noch nicht, Guido!. eins han⸗ Was iſt das? brauſte von Stürmer auf,mir gefült dati le auch mit mir willſt Du falſches Spiel treiben! acte, dieſed ich mich willſt Du benutzen als ein Spielzeug, das e eutgegelzle man gedankenlos bei Seite wirft? Hedwig, Hedwig, wieſen. de ug ein gefährliches Spiel, in welchem auch Du den nana ergehen könnteſt!

unde, der d

gen.

Huſarenlieute. mal beenden!. Hedwig? Ja mit in jenes

k nach.E irde Aufſehen ſch dort ſein, d aus ſeineut mder Menge dann wandde häferinnen zu⸗ nde trat da

a eunulſte ahe, jetzt noch ſträube? Kannſt Du mir zürnen, von Deile If ich meine Freiheit noch einmal ſo ganz genießen zen, ſi fih gl? Komm, Guido, beruhige Dich, verzeihe meine

miederkehut coffen Worte, ſei fröhlich und heiter, ich kann heute b utt ernſt ſein! Guido war eine leicht erregbare, für den Ein⸗

567

druck des Augenblicks empfängliche Natur, er ſtürzte in die geöffneten Arme des leidenſchaftlichen Weibes und drückte es ſtürmiſch an ſeine Bruſt. Plötzlich weckte ihn ein leiſes Geräuſch aus ſeinem Taumel, überraſcht wandte er ſich um und fuhr erſchreckt zu⸗ rück, als er in das fahle Antlitz Arthur's blickte, der in drohender Haltung vor ihm ſtand. Raſch aber hatte er ſich wieder gefaßt.Wer giebt Ihnen das Recht, in dieſes Zimmer einzudringen? brauſte er aufund auf welchem Wege iſt dies geſchehen?

Durch jene Thüre, erwiderte Arthur in einem Tone, dem man den gewaltſam unterdrückten Zorn anhörte, indem er auf eine Tapetenthüre zeigte, die von Stürmer erſt jetzt bemerkte.Wer mir das Recht giebt, hier einzudringen, fragen Sie? fuhr er fort, über dieſen Punkt wird Ihnen die Gräfin wohl Auf⸗ ſchluß geben können, ich frage Sie aber, wer Ihnen ein Recht auf jene Dame giebt?

Ich fühle mich nicht verpflichtet, dem Commis Winter darüber Rechenſchaft zu geben, entgegnete der Lieutenant ſpöttiſch,dort iſt die Thüre, durch welche Sie gekommen ſind, wir wünſchen allein zu ſein!

Wir ſind allein, erwiderte Arthur,denn wie Sie ſehen, hat die Gräfin es vorgezogen, ſich zu ent⸗ fernen, und ich erſuche Sie, mir über die Scene in dieſem Cabinet, von der ich vor einigen Augenblicken Zeuge war, Aufklärung zu geben!

Ein Spion iſt in meinen Augen ein Schurke, fuhr von Stürmer auf,und einem ſolchen ſtehe ich nie Rede!

Arrhur hatte lange an ſich gehalten, jetzt aber fühlte er, daß ſein Zorn alle Schranken durchbrach,

Purpurröthe übergoß ſein Antlitz, und, eine Karte

auf den Tiſch werfend, erwiderte er eintönig:Ich werde Ihnen meinen Secundanten zuſchicken, möge er keine Memme finden!

Guido nahm die Karte auf und überreichte ſeine eigene dafür dem Dichter, der dieſe ſchweigend ein⸗ ſteckte und ſich dann entfernte.

Die Ahnung hatte Oskar nicht betrogen, als er ſeinen Freund an die Tapetenthüre führte; er wußte, daß jenes Cabinet der Lieblingsaufenthalt der Gräfin war, in welchem ſie ſchon manches geheime Téte à Töte gegeben hatte, und zweifelte nicht daran, daß dies auch heute geſchehen würde. Als Arthur ankam, hörte er nur die letzten Worte ſeiner Geliebten, alle Klugheit und Vorſicht vergeſſend, öffnete er die Thüre und trat leiſe ein, unbekümmert um den Freund, der ihn vergeblich zurückzuhalten verſuchte. Hätte er die ganze Unterredung zwiſchen der Gräfin und von Stür⸗ mer gehört, würde er Hedwig ſchwerlich einss Duells

*

1