Jahrgang 
31-52 (1863)
Seite
565
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Vierte

fortg geſchrite 3 3. 4 m, ohne me Kuheſtätte haben ſoll. Nach dem Erſcheinen meines ſolgen. 6 iſten Buches der Liebe zog mein Name auf den , der Sch Schwingen des Ruhmes von Land zu Land, und ſelbſt heßs her ſtrengſte Recenſent wagte es nicht, mir den Lor⸗ n Aihen ſeer zu entreißen. Du wirſt Dich jenes Triumphes dtrockget. ſoch erinnern, wirſt noch wiſſen, wie ſehr ſich die ſo⸗ . ernannte haute volée bemühte, mich in ihre Kreiſe 1 erſtaum zu ziehen. Da ward keine Soirée, keine Aſſemblée, ie kenn t don kein literariſches Kränzchen mehr gehalten, ohne daß gt. i auf goldgeränderter Karte eine Einladung dazu 1 ſo verſteh erhalten hätte. Freund, für Leute meines Standes unen, ſonden ſt es gefährlich, den Lockungen jener Welt Gehör zu Gbenswand geben; haſt Du an ihrem Giftbecher nur einmal ge⸗

ppt, dann leerſt Du ihn auch bis zur Neige. Dich interet berauſcht von meinem Ruhme und den Elogen der it nichts we u Range über mir Stehenden, taumelte ich von einem mlich daß ſehenuſſe zum anderen, und jetzt ſollte ich einſehen, Huſarenlieute ſaß die Liebe meiner Frau nur auf Egoismus be⸗ fuhte. Kalt und mürriſch empfing ſie mich, wenn ch, erſchöpft von den Anforderungen, die man an nich ſtellte, nach Hauſe kam; einſylbig ſaß ſie mir am liſche gegenüber, und fühlte ſie ſich bewogen, ein ort mit mir zu ſprechen, ſo waren es nur Vorwürfe,

fragte Arthm. t.Komm, hierher, in

keunn ie über ihre Lippen kamen. Tag und Nacht quälte oeden. ſe mich damit; vergebens hielt ich ihr vor, daß ich Dr, well d nich der Geſellſchaft nicht entziehen dürfe, vergebens 1 nh hat ich ſie, Rückſicht zu nehmen darauf, daß meinem

d w weiſte die alleinige Unterhaltung mit ihr nicht ge⸗ du weißt.a rügen könne, ſie wollte davon nichts wiſſen. Ich enülhigt a ſllle nicht jeden Abend in die vornehmen Cirkel lau⸗ Uniberſtü h in, in denen ich doch nur eine geduldete Zierpflanze aM verlaſtn ſi, ich ſolle bei ihr zu Hauſe bleiben, kurz und reundes un

ſat, um das Ganze in ein Wort zu faſſen, ich ſolle

wia 4 V ſn richtiger Spießbürger werden, das war ihr Wille. aas Mädchte A daß.

1 4 I Aber nicht bei ihren Vorwürfen und Klagen it ſi Su lleim blieb es, auch mein Schwiegervater, der alte nen. El

fadtſchreiber Wenzel, ſuchte mir in ſeiner Weiſe in's hemiſſen zu reden, und ſchließlich kam es ſo weit, as mir das Haus verleidet wurde, und ich ſeit jener

glaubte dieh belehrt; mein

huachs 4 iit mich niemals länger als nöthig dort aufhalte. Dooch höre weiter. Es war vor einem Jahre 4 wArtur twa, als ich hier, in einer Abendgeſellſchaft bei Dei⸗ hi Aner nem Vater, die Gräfin Altheim zuerſt ſah. Kannſt 5 achnn du dem Dichter zürnen, wenn er die volle blühende V dn una ſtoſe dem am Boden kriechenden Epheu vorzieht? Lan r Der erſte Blick, der aus ihren dunklen, ſeelen⸗ ba her tollen Augen mich traf, weckte Gefühle in meinem 8ſ berzen, deren Daſein ich bisher nicht geahnt hatte. 48 A Bis K unterhielt mich lange mit ihr, ſie hatte meine . Aaas gdichte geleſen, und ich muß geſtehen, ihr Urtheil M dütn gfr dieſelben, welches ſie ſo unbefangen ablegte, wie den 1 Dn dies nur dem, welcher ſeiner Sache ſicher iſt, möglich HDaſein,

Folge. 565⁵

iſt, ließ mich ſofort erkennen, welchen ſcharfdenkenden⸗ Geiſt, welches edle, gefühlvolle Herz die Gräfin beſitzt

Welcher Unterſchied zwiſchen ihr und meiner Frau! Sie ſtets heiter, liebenswürdig und geiſtreich, jene mürriſch, verſchloſſen und hausbacken, ſie erregt bei jedem ſchönen Gedanken, mitfühlend und für alles Edle empfänglich, jene ſtets gleichgültig, ruhig und kalt, ſelbſt, wenn ich ihr das ſchönſte innigſte Gedicht vorleſe! Kann es Dich nun wundern, daß es mich zur Gräfin hinzog! Zu ihr, die mein Herz durch⸗ ſchaute, mit ihm dachte und fühlte, und mit ſanfter Hand lindernden Balſam auf ſeine Wunden träufelte? Und doch hätte ich damals gewußt, daß ſie eine Circe iſt aber nein, Oskar, die Welt irrt, Hedwig von Altheim iſt nicht falſch, ſie kann es nicht ſein! Wenn Du ihr reines, edles Herz kennteſt, würdeſt auch Du nicht an das Gerücht glauben, welches über ſie verbreitet wird. O, es bedarf nur eines Hauchs, um die reine Lilie zu beflecken und nur einer einzigen Zunge, um den guten Ruf eines Weibes für immer zu vernichten!

Oskar hatte dem Erzählen ſeines Freundes mit ſichtlichem Erſtaunen zugehört.Du jagſt einem Phan⸗ tome nach, ſagte er jetzt,und ſuchſt draußen ein Glück, welches längſt in Deinem Hauſe wohnt. Du haſt ein liebes, gutes Weib; ich erinnere mich noch gut, wie ſehr man Dich damals beneidete, als Du das ſchöne lebensluſtige Mädchen zum Altar führteſt, Dein ſind zwei herzige Kinder, Dein Name, als der eines Dichters, iſt gefeiert in allen Landen, Dein Einkommen ſchützt Dich vor quälenden Nahrungsſor⸗ gen, ſprich, was willſt Du mehr? Kehre zurüch Arthur, ehe es zu ſpät iſt.

Du ſagſt, Dein Weib liebe Dich nicht und ſtützeſt dieſe Behauptung darauf, daß ſie mürriſch iſt und Dich mit Vorwürfen und Klagen überhäuft. Sprich, was würdeſt Du thun, wenn ſie, anſtatt Dir nach den Mühen des Tages eine Ruheſtätte an ihrem Her⸗ zen zu bereiten, jeden Abend bis in die ſpäte Nacht draußen weilte? Würde nicht auch in Deinem Her⸗ zen die Eiferſucht erwachen? Würdeſt Du nicht auch mißmuthig werden, und Deine Liebe zu der pflicht⸗ vergeſſenen Mutter, der eidbrüchigen Gattin erkalten? Bedenke, auch Du haſt Pflichten. Das Herz Deiner Gattin und die Seelen Deiner Kinder ſind Deinem Schutze anvertraut, Du ſollſt ſie bewachen, ſie leiten, daß ſie nicht auf Irrwege gerathen, und wie er⸗ füllſt Du dieſe Pflichten?

Auch Du ſprichſt ſo, brauſte der Dichter auf, auch Du verdammſt mich, und ſtatt mir zu rathen und zu helfen, hältſt Du mir moraliſche Vorleſungen! Aber freilich, Du kannſt die Gefühle und das Sehnen