Vierte Folge. 563
- Novellen-Zeitur Zeitung.
Seite focht, erz ihm po T nr 4 Die Heimkehr. ſelben eine zahlreiche Familie ernähren mußte. Was u Geſchick.. kümmerte dies ſelbſt den Portier, der im Dienſte des
Commerzienraths ſorgenfreie Tage verlebte und ſelbſt angen rſ Ouiginal⸗Novelle. dann, wenn, wie dies heute der Fall war, Reichen⸗ dend Sil von X8 dorff einen Maskenball oder eine Soirée gab, mit ſei⸗ ge Ewald Auguſt König. nem Poſten nicht unzufrieden war, der ihn alsdann frei⸗ s und ein; lich nöthigte, ſein trauliches Wohnſtübchen zu verlaſſen
bekannt ſollt ſen
und Stunden lang an der kalten Schwelle des Hauſes 1. zu paradiren; hatte er in ſolchen Stunden doch Ge⸗ .(Es war eine bitterkalte, helle Winternacht. Der legenheit und Muße, mit den Kutſchern der glänzen⸗ ünt gen nm infame, auf dem Heimwege begriffene Wanderer hüllte den Equipagen, die in langer Reihe vor dem Hauſe e Braut bahit ſch feſt in ſeinen Mantel und ſchritt haſtig durch die aufgepflanzt waren und ſich mit ihren blendenden gehört. den Straßen über den kniſternden Schnee ſeiner trau⸗ Laternen gar feſtlich ausnahmen, die Chronique scan- ſchen Wohnung zu. Doch wen ſein Weg durch die daleuse der vornehmen Welt zu beſprechen. tieite, elegante Karlsſtraße führte, der blieb vor dem Wieder ertönte der Hufſchlag zweier Roſſe, wie⸗ gloßen ſtattlichen Hauſe des Commerzienraths Reichen- der fuhr eine ſchimmernde Equipage vor, eilfertig drff wohl einen Augenblick ſtehen und ſah hinauf ſprang der Portier hinzu, öffnete den Schlag, und ir naht?⸗ anden hell erleuchteten, hohen Fenſtern, an denen von leicht wie eine, Gazelle ſtieg eine Dame in ſchwarzem ſit zu Zeit der Schatten eines tanzenden Paares Domino aus und huſchte an dem ſich tief verbeugen⸗ durch die Bu gruͤberhuſchte. den Manne vorüber.—„Meiner Treu,“ murmelte ſtört die Luſt Obgleich die Rathhausuhr mit heiſerer Stimme der Portier, während er ſeinen Bart liebkoſte und der noch am Bord ſhon die elfte Stunde verkündet hatte, fuhren noch Maske nachſchaute,„daß das die Gräfin von Altheim Meuchelmor. ainer von feurigen Roſſen gezogene Equipagen an iſt, dafür ſetze ich meinen Kopf zum Pfande. Sie ver⸗ en hohen Portale vor, die Livreebedienten ſchwangen leugnet ſich nie, ich glaube, wenn das Schickſal ſie hen Schan. ſc herab, öffneten den Schlag, und glänzende Mas⸗ nöthigte, die ſeidne Robe mit dem Kattunkleide der ihr ein Genm. in ſtiegen aus und wanderten über die weichen Tep⸗ Tagelöhnerin zu vertauſchen, ihr ſtolzer Gang würde u'n,(ice, an dem breitſchulterigen Portier, deſſen langer, noch immer derſelbe bleiben.“ ell ſcaun. hlſchwarzer Bart ſich auf der grauen Livree mit den Die Maske war inzwiſchen in den geſchmackvoll ſtämmernden Knöpfen gar ſtattlich ausnahm, vorüber, decorirten Tanzſaal eingetreten. Flüchtig überſchaute ufe Land ſie mit Blumen geſchmückten Treppen hinauf, auf ſie die bunte Menge, die, in mannigfaltigen Coſtumen ein nictSen ſemen ihnen die lieblichen Klänge eines Strauß'ſchen die Trachten faſt aller Nationen und Jahrhunderte
kel brennt.
underdid: wich als Schibh kiſcher Verrath
vert binfort, Walzers ſchon entgegenſchallten. repräſentirend, ſcherzend und plaudernd durcheinander⸗ Gras verden Der ſchlichte Bürger ſchüttelte dann wohl miß⸗ wogte, dann näherte ſie ſich einem ernſten Türken, ülligend ſein in Sorgen ergrautes Haupt über die der mit ſeinem Tſchibuk behaglich auf einem Divan ſaß. lorheit, das ſo ſchwer zu erwerbende Geld an eitlen„Die blitzende Agraffe Deines Turbans verräth
ultterkram und rauſchende Vergnügungen zu ver⸗ Dich, hoher Herr,“ flüſterte ſie,„ſolche Edelſteine kann ſhwenden. Was aber kümmerte dies den Commerzien⸗ im Occident nur ein Bankier beſitzen.“ 1
th Reichendorff, deſſen Firma unter die erſten Bank⸗ Reichendorff ſchaute auf.„Perle des Orients,“ ſchäfte gezählt wurde, und der manchmal in einer erwiderte er,„nicht der blitzende Edelſtein ziert den lunde größere Summen verdiente, als die jährlichen Mann, ſein ſchönſter Schmuck iſt das Weib, welches nkünfte eines Handwerkers betrugen, der von den⸗ er ſein eigen nennen darf.“


