Vierte HSolge. 55⁵
b, da eda Viele, viele Jahre vergingen, von Alfred kam und dieſe Aufgabe dadurch zu erreichen glaubt, daß
ſine Nachricht wieder. Reich und geehrt trat Marie er geiſtreiche Phraſen über das menſchliche Leben zu⸗ dand, die nach fünfundzwanzigjähriger Bahn des Ruhms vom ſammenbringt und dieſe in die Luft fliegen läßt, ohne de die ie Auft. Theater zurück, und als ſie plötzlich, wie ihr guter den Gegenſtand ſelbſt mit emporzuheben gerade ſo, e Möglice Pathe, ſchnelle Kunde des Todes empfing, ließ ſie ſich als ob ein Ballon ſteigt, aber die ſchlecht befeſtigte
in ihr ehemaliges liebes Zimmer tragen. Gondel mit ihren Inſaſſen am Boden ſtehen läßt. Ernſt,„bä„Sieh, alter Freund,“ ſprach ſie zu dem Portier, morgen trin dort durch die Thür treten zwei der liebſten Geſtal⸗ eine elegan ken meines Herzens, mein guter Cantor und mein abe. Baron herrlicher, herrlicher Alfred. Kommt, tragt meine Verſprich mi Seele hinüber in die Höhen des Lichts, dort will ich mn Dein Zin euch und dem Ewigen danken, der mich euch finden deinen Nana ließ, die ihr Beide mich ſo glücklich gemacht habt.“ meiner Segſt Ein tiefer Athemzug, begleitet von jenem nicht diſche Maut u beſchreibenden ſeligen Blick ſchmerzlos Heimgehen⸗ Welt vereh der,— und geſchloſſen hatte der Tod zwei herrliche
Holtei ſtrebte immer nur nach der redlichen Dar⸗ ſtellung einer von ihm durchlebten Wirklichkeit, und wenn dieſe auch oft in behaglichem Materialismus gebunden lag, ſo war doch ihr Spiegelbild in Wahr⸗ heit ein Stück irdiſchen Daſeins, in welchem der na⸗ turaliſtiſche Dichter mit Paſſion die Rolle des Schick⸗ ſals übernahm, das uns bekanntlich auch gern ganz à la Kotzebue zu rühren oder durch jämmerliche Mi⸗ ſeren zu überraſchen beliebt. Auch darin war der Verfaſſer ein Copiſt des täglichen Lebens und wollte
Frauenaugen. nichts Höheres ſein; er erzählte es aufrichtig, wenn ner Bruſt.“ ſtatt der eingeladenen Freunde mit dem glänzenden ges, halte ſe Antlitz plötzlich der hohläugige Jammer bei der Taufe 1s. Und nur ſeiner Helden Gevatter ſtand und ſich keine andere
Wir marn citerariſche Brieſe von Otto Banck. Moral, keine erhabenere poetiſche Verſöhnung an dieſe verth, dn— Erſcheinung knüpfte, als das Gefolge eines ewigen neben einn Der letzte Komödiant. Roman von Carl Mangels. Dius einen Troſt, nur eine Stütze gab hen gehalta. v. Holtei. Breslau, bei Trewendt. 1863. dabei der Dichter ſeinen Lieblingen mit,— jene
Seit längerer Pauſe werden Sie in dieſem Ro⸗ Stütze, durch welche man ſich ſogar dann noch über voll Thuͤng mane wieder eine neue große Arbeit finden, welche einen ſchlammigen Graben beſtens hinweggeholfen der immer noch rüſtige Autor in den ſpäten Nach⸗ fuͤhlt, wenn man dabei auch feer ganzen Länge nach kliche dir ue mittagsſtunden ſeines Lebens geſtaltet hat. Ich ſage hineingefallen iſt Dieſe Stütze, welche ſich bit zur Als fem mit Abücht: in den ſpäten Nachmittagsſtunden, denn 6 bie⸗ vs duche zu brechen; 8 er zwickehrt wenn auch Holtei ſelbſt ſo oft mit wehmüthiger Re⸗ Autſchärigung, e he em oieeödn ohne 8 ſtn han Brude ügnation vom Abend ſeiner Tage ſpricht und ſo ziem⸗ einen Thaler ea dralchaude dru 1 deen ſie nſildan rat der aln lich in jeder Leiſtung vom lieben Leſer auf immer wie ern 1Ncheniee ſidu du di beiu Rengn. einen Biie Abfe ſchied nimmt, um, wie der Spötter Voltaire ſagt, nimmt, nd doch den 2 lmnen. urch 158 wiͤpäele e⸗ „das alte Ruſtzeug aus der Sacriſtei zu erwarten“, fühl ſo froh zu ſtimmen weiß, daß er zum Reflectiren if ſind: ſo glaube ich doch ganz beſtimmt, Holtei wird auch üͤber die letzten Gründe ſeiner Lage kommt and eüd⸗ dij font u darin Voltaire ähnlich werden, daß er ſehr ſpät an⸗ lich heiter zu lachen anfaͤngt, wobei ihm zugleich frei⸗ ddie h fängt zu ſterben und dieſes Geſchäft, womit ſonſt noch lich bittere Thränen über das Antlitz laufen,— dieſe ich Dich g der Faulſte fertig geworden iſt, ſehr lange und mit diniiſihe Entſchädigung iſt der Humor. Holtei hat wielen Unterbrechungen ausdehnt. dieſe Himmelsgabe, zu klein, um davon zu leben, zu Daran wird der liebenswürdige Dichter durch⸗ groß, um dabei zu verhungern, und in ſo fern ganz aus wohlthun, und ſeine neueſte hier vorliegende Arbeit dem irdiſchen Beamtengehalt unſerer deutſchen Schul— wird Ihnen durch die ihr innewohnende friſche Lebens⸗ lehrer gleichend, mit auf den Weg bekommen und kraft beweiſen, daß ſich der Verfaſſer noch ſehr rüſtig theilt freigebig davon aus. und vollkommen im geſundeſten Stadium ſeiner Strebe⸗ In ſeinem neueſten Roman„der letzte Komö⸗ Einem kaft befindet. So kann denn das große, durch die diant“ finden wir den Plan verfolgt, in materieller tt, rn 1n verſchiedenſten Schichten der Geſellſchaft ausgedehnte V und geiſtiger Beziehung jene Bewegungen zu ſchildern, ört wi 9' b
dlich liebe it npfe habe ich ruder zu blei⸗ nd nicht aus⸗
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Leſerpublieum, welches mit Recht an Holtei's treu- welche dem fahrenden Schauſpieler beſchieden waren. berziger Erzählungsweiſe hängt, hoffentlich noch man⸗ Dieſer fahrende Schauſpieler, man könnte auch ſagen alten dof hes Erzeugniß von ihm genießen. wandernde, denn er ging auch immer zu Fuß, gehörte Holtei hat nie nach jenem Scheinidealismus ge⸗ keineswegs einer uncultivirten Kunſtperiode an, im Icheii ſrrebt, welcher nicht fähig iſt, die reale Welt ſelbſt Gegentheil, gerade der allerbeſten, zu der wir in vieler 4 das Hel durch eine künſtleriſche Reproduction zu verklären, Beziehung emporblicken müſſen, denn die Tage, wo


