Jahrgang 
31-52 (1863)
Seite
553
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Vierte

amöͤglih u lbeinen zerſtreut, ſollten Sie eine Aenderung des Auf Gaſtſoe greiſes beſchloſſen haben?

icht die GuNein, nein, darf ich offen, ohne Rückhalt ſpre⸗ ſen. Die J zen, wie es mir um's Herz iſt?

bren FreunIch liebe ein offenes Herz.

ng die R Alfred holte tief Athem, als müſſe er recht viel ſhweſter no avon beſitzen, um ſprechen zu können.

ſe nehmenIch brauche Ihnen, gnädigſte Gräfin, nicht zu Nid ſagen, daß die Kunſt, beſonders jene, deren Dienſte ldchen aus neine ſchwache Kraft gewidmet iſt und es für's ganze

llärter Path, keben bleiben ſoll, die größten Entbehrungen auflegt.

5 arme Dor Sie, dürfen ſich nur än dieſen Räumen umſehen, um mit Deinen hie Wahrheit des Geſagten beſtätigt zu finden. Ich

elt, darf en habe alſo dankbar zu ſein, daß dieſes Gemälde ſeinem wem deidan Schöpfer Gewinn gebracht hat, indeſſen

11 Dir men.Indeſſen? wiederholte die Gräfin.

8Wie gern wollte ich darauf verzichten, wenn ich ich habe de dadurch den Lieblingswunſch meiner Seele verwirklichen em Augenbli. bnnte. es Leben en⸗Und dieſer Wunſch?

4Das Gemälde, das Sie nun Ihr Eigenthum rtelſtunde wnennen, ſtellt einen jungen Mann und ein junges iu Nädchen, wandernde Künſtler dar, die ſich vor dem dete Dan Thor einer Stadt begegnen; das Mädchen iſt jene

cohl aber ei Sängerin, deren Geſang Sie unlängſt in der Soirée tit dgen wi⸗ der Fürſtin Mellwitz hörten, dieſelbe, welche übermor⸗ hiet den Ste gen in der Oper Zampa ſingen wird, weil Fräulein ng außzufute Brinkmann plötzlich erkrankt, die Rolle der Camilla uber von keiner anderen Dame des Theaters einſtu⸗ hirt iſt.

Ich entſinne mich, unterbrach ihn die Gräfin, die junge Dame iſt Ihre Schweſter.

Nein, ſie iſt es nicht.

Wie, und bewohnt mit Ihnen ein Quartier? Ich höre das nicht gern.

Darf ich mir den Grund erbitten?

Das Urtheil, oder das Vorurtheil der Welt

Gräfin, ich bitte, fiel ihr Alfred ſehr ernſt in's Wort.Dem Vorurtheil der Welt habe ich mit

n verſyrach. benlühen ſt

vohnt auf dt nd zu ihr i it liebenswu ſchon längſt d eines tüchtihet Augenſchein 9

ern zuget 1 4 können, N ſchwerem Herzen das Opfer der Wahrheit gebracht, ds iſt nuu ls ich meine Nachbarin für die Schweſter ausgab. üt zu erft ie lieben die Offenheit, laſſen Sie mich offen ſein.

Das verlaſſene Mädchen ſang vor einem Kreiſe von Iöne ſt. Herren ein rührendes Lied, ſie verlor ihre Baarſchaft,

ii 3 de 9weinend traf ich ſie vor dem Thore. War ich bereits leng e Zeuge geweſen, welche unzarte Behandlung die Arme es,

von einem der Anweſenden erlitten hatte, ſo gedachte 4 dn Ausnſich mit Bangigkeit ihrer Zukunft. Verlaſſen, mittel⸗ für de os ſtand die holde Erſcheinung vor mir, da rief mir

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Folge. 5⁵³

ihr mein Zimmer, das neben dieſem Cabinet, über⸗ ließ ihr mein beſcheidenes Meublement ich

Nun, warum fahren Sie nicht fort?

Weil ich über mich ſprechen muß.

Ich bitte.

Von Jugend auf in der Muſik durch einen Freund meines Vaters gut unterrichtet, ſelbſt nicht ohne Stimme, ſtudirte ich ihr Rollen aus mehreren Opern ein, denn nach der Bühne zieht ſie eine innere Gewalt. Sie bekam Geſangsſchülerinnen durch mich, um ihretwillen gab ich Zeichenunterricht, ſie weiß es nicht, bis dieſe Stunde nicht. So hat ſich denn die kleine Wirthſchaft, unſer beſcheidener häuslicher Heerd, wie er jetzt daſteht, aufgebaut unter Entſagung, oft unter Noth, die ſie aber nie, ſondern ich allein, und das weiß Gott, mit Freuden trug. Unſere Erquickung, unſere Erholung war, wie ſie es noch heute iſt, die Liebe zur Kunſt. Ich bin zu Ende.

Ich danke Ihnen für das Intereſſe dieſer Stunde, wir ſind jedoch dadurch von Ihrem Lieblingswunſche abgekommen.

Marie, gnädigſte Gräfin, wird durch ihre Gaſt⸗ rolle beweiſen, daß ſie eine Zierde jeder Bühne ge⸗ nannt zu werden verdient. Verwenden Sie Ihren Einfluß bei der Intendantur, vermitteln Sie, daß mein Schützling wenigſtens bis zur Geneſung der ſchwer erkrankten Brinkmann deren Stelle vertritt.

Die junge Dame iſt geſtorben.

Nennen Sie mich excentriſch, rief Alfred aus, die Künſtler ſind es ja alle, ich ſehe in jenem Todes⸗ fall ein Zeichen des Himmels. Sprechen Sie mit Sr. Excellenz dem Intendanten, verlangen Sie von ihm die feſte Anſtellung Mariens an der Verſtorbenen Stelle. Es iſt heute Weihnacht; ach, wenn ich ſo glücklich wäre ich habe einige Kleinigkeiten einge⸗ kauft, ich möchte doch über das junge Herz einen ſchwachen Schein des Familienlebens verbreiten, wenn ich ihr heute das Anſtellungsdecret beſcheeren könnte! Gräfin, die Freude ſchnürt mir das Herz zu, ich kann nicht weiter ſprechen.

Wem die Wahrheit deſſen, was ſein Herz be⸗ wegt, und die Reinheit des innerſten Menſchen ſo aus den Augen leuchtet, wie Ihnen, der verdient die Hoch⸗ achtung Aller. Die meine haben Sie, ich fahre ſo⸗ fort bei dem Intendanten vor, holen Sie ſich von meinem Zahlmeiſter hundert Louisd'or für Ihr ſchönes Bild und die Anſtellung Mariens an der Hofbühne, als Belohnung für Ihr ſchönes Herz. Leben Sie wohl.

Hier, im Zimmer bleiben, jubelte Alfred,nein, hinaus! hinaus!

Man hätte glauben können, Alfred müſſe Marien