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auf dem Rücken, ein Bündel mit dem Nöthigſten in der Hand tragend. Die übrigen Habſeligkeiten hat ſie der freundlichen Wirthin des Gaſthauſes ihrer Heimath zur Aufbewahrung übergeben, ſie will ſchrei⸗ ben, wohin die Sendung adreſſirt werden ſoll.
So weit hatte ſich unſere junge Wallerin die Reiſe nicht gedacht, endlos dehnte ſich die ſtaubige Straße mit ihrer das Auge ermüdenden Pappelreihe. Erſt am vierten Tage ſah ſie die Thürme der Stadt emportauchen, Gärten mit Landhäuſern erſchienen, der eine, an dem ſie jetzt vorüberkam, war jedenfalls ein der geſammten Bewohnerſchaft der Stadt offen ſtehendes Local.
Die Muſik des Gartenconcerts, wohl auch die Müdigkeit veranlaßte unſere Wanderin, auf der Bank unter den Linden vor dem Garten Raſt zu halten. Anfangs beachtete man ſie nicht, nach und nach erregte ihre Erſcheinung die Aufmerkſamkeit. Ein Kellner erſchien mit der Aufforderung ihn zu begleiten. Er führte ſie in einen Pavillon, in welchem eine Geſell⸗ ſchaft Herren verſammelt war. Entfernt von den übrigen ſaß in einem der kleinen, um die Wand herumlaufenden Sophas ein junger Mann, welcher, das Haupt geſenkt, irgend einem Lieblingsgedanken nachzuhängen ſchien.
„Mein ſchönes Kind,“ redete ſie ein Anderer an, deſſen ganze Erſcheinung den gegeſenen Militär er⸗ rieth,„Du ſcheinſt ſingen zu können. Wir ſind große Freunde der Muſik, insbeſondere des Geſanges, gieb uns eine Probe Deiner Kunſt; iſt Dein Geſang nur halb ſo ſchön, als Dein munteres Geſichtchen, ſo dür⸗ fen wir uns eines ſeltenen Genuſſes erfreuen.“
Glühende Röthe überfluthete Mariens Wangen, aber ſie wiederholte ſich die Worte ihres ſterbenden Lehrers:„Wandere, Gott im Herzen, in die Dir noch unbekannte Welt,“ und ſie ſagte ſich:„Iſt er für mich, wer will wider mich ſein?“
Da kam ihr Muth in die bangende Bruſt, ſie nahm ihr Inſtrument, ſtimmte es und ſang mit der ganzen Kraft und dem ganzen Wohllaut ihrer Stimme. Im Angedenken an den verklärten Pathen, deſſen Lieblingslied ſie vortrug, vergaß ſie die Welt.
Während des Geſangs hob der einſam im Sopha ſitzende Mann das Haupt empor.
Was iſt das?— alſo, meinen wir, fragte er ſich in ſeinem Innern— welch eine anmuthige Erſchei⸗ nung!.
Marie hatte das Lied zu Ende geſungen, reicher Beifall wurde von allen Seiten geſpendet,— die erſte Anerkennung der Welt. Sie wollte ſich entfernen, jener Herr aber, welcher ſie zum Singen aufgefordert hatte, ergriff ihren Arm und erklärte, die Geſellſchaft
Novellen⸗
Zeitung. ſei mit dieſem einzigen Liede nicht zufrieden geſtellt, Hahrung, ja gerade die Vortrefflichkeit der gegebenen Probe ylin R habe das Verlangen, mehr zu hören, rege gemacht. urga iſ „Ich ſinge nicht mehr,“ ſagte Marie feſt und afmm beſtimmt. 1 begin „So werde ich Dich kleinen Trotzkopf dazu zwin⸗ n gefah gen,“ dabei wollte er das Mädchen um die feine Taille ach die faſſen. Im Augenblick ſchleuderte ihn eine Hand eſäße i zurück. Bohnun „Herr Major, die Unſchuld, dächte ich, die die⸗ mein 3 ſem Geſicht aufgedrückt iſt, fordert Ehrfurcht, ich ver⸗ eabinet biete jede Unart.“ kPuuder „Herr Alfred, mir dieſe Sprache? das fordert— ſſolce ſ
„Genugthuung; dieſe ſoll Ihnen werden, Sie Er haben zu beſtimmen.“..
Wäͤhrend dieſes kurzen Rencontre war Maria ver⸗ ſchwunden. Die Geſellſchaft trennte ſich. Alfred, mit der Erſcheinung der Sängerin beſchäftigt, ſchlug den Weg nach ſeiner Wohnung ein. Vor dem Thor in der Allee traf er das Mädchen, es ging langſam, ge⸗ ſenkten Hauptes, wie Jemand, der etwas Verlornes ſucht. Sie erkannte den Mann wieder, der ſo ritter⸗ lich ihrer ſich angenommen hatte.
„Haben Sie einen Verluſt zu beklagen?“
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ſl d „Ach ja,“ antwortete Marie und in ihren Augen 9 wer ſtanden Thränen,„ich habe meine ganze Baarſchaft Uane ſie verloren.“*½ Se Hη 2“
„Wo 14. rmüdet „Ich weiß es nicht, vermuthlich im Garten, oder aaann
Anf de 5: 7 2. 2 auf dem raſchen Weg bis an's Thor. ſarnitt
„Erwarten Sie mich hier, ich eile
Faſt athemlos kehrte Alfred nach einer wieder, das Verlorne hatte ſich nicht gefunde
„Was ſoll ich beginnen?“ klagte unter heft Weinen Marie. K
Da tauchte in Alfred ein Gedanke, ein Ent⸗ ſchluß auf: der Verlaſſenen ſich anzunehmen, ihr Bru⸗ der, ihr Freund zu werden. Jene
Stunde ſtand i aller ihrer Schmerzlichkeit vor ihm, als auch er einſt hier ſich befunden, rath- und mittellos, ohne Freun, ein armer Maler, der Sohn eines noch ärmeren W bers, aber ein Mann mit einem großen Herzen, de wir recht bald lieb gewinnen werd
„Geben Sie mir das Inſtrum del, dann folgen Sie mir.“
Auch wir begleiten das Paar, welches, durch die Straßen wandelnd, in jenem Hofe anlangte, in dem 3 wir uns zu Anfang dieſer Blätter befanden. Durch die ſchmale Pforte des Hinterhauſes führte Alfred ſeine Begleiterin hinauf in die Manſarde des vierten Stockes. „Hier,“ ſagte er, eine Thür öffnend,„iſt meine
nd das Bün⸗
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